Regatta-News
Sydney-Hobart 2002: Supermaxi "Alpha Romeo" segelt als Erster über die Ziellinie in Tasmanien

"Quest", ein 46-Fußer, gewinnt Klassiker nach berechneter Zeit

  • Matthias Beilken
 • Publiziert am 02.01.2003

Es war kaum anders zu erwarten. Neville Crichtons neuer Supermaxi "Alpha Romeo" surfte unter seinem gewaltigen asymmetrischen Spinnaker den River Derwent Richtung Hobart hinauf. Und tauchte als erste von 55 in Sydney gestarteten Yachten vor der historischen Kulisse von Battery Point auf.

"Alpha Romeo" segelte die 630 Meilen lange Strecke in nur 2 Tagen, 4 Stunden, 58 Minuten und 52 Sekunden ab. Das ist schnell, aber nicht schnell genug für die Geschichtsbücher. Denn der Maxi "Nokia" hält noch den Rekord, den er bereits 1999 aufgestellt hat. "Alpha Romeos" Zeit ist jedoch die zweitschnellste in der Geschichte des Rennes. "Schade", sagte Eigner Neville Crichton bei der Ankunft in Hobart. "Wir wären gerne einen Tag später gestartet. Dann wäre der Rekord in Gefahr gewesen."

Hobart auf Tasmanien als erstes Schiff zu erreichen, also "line honours" im Sydney-Hobart-Race zu ersegeln, gilt als Kirsche auf der Torte jeder Karriere eines Seglers. Doch der eigentliche Sieger über alles wird nach berechneter Zeit bestimmt. 2002 ist es die gegen die Supermaxis vergleichsweise kleine "Quest" des erfahrenen Eigners aus Sydney, Bob Steel. Steels Racer von den Designern Nelson/Marek misst 46 Fuß. Jedoch entschied nur eine halbe Stunde über "Quests" Sieg. Denn die kleinere und viel ältere "Zeus II", eine Currawong 30 aus dem Design-Jahr 1979, hätte fast Steels Racer von der obersten auf die zweite Stufe des Siegertreppchens verbannt, die sie dann aber selbst einnahm.

Der einzige ernste Zwischenfall in dem berüchtigten Offshore-Rennen, das über die Bass-Straße zwischen den Landmassen von Australien und Tasmanien und durch die "Brüllenden Vierziger" führt, ereignete sich bereits im Naturhafen von Sydney. Dort übersah die französische " Peugeot Racing" die australische "Valheru", die Wegerecht hatte, und verursachte ein etwa fenstergroßes Loch im Rumpf des australischen Bootes. "Peugeot" segelte einfach weiter, obwohl "Valheru" wahrscheinlich nicht mehr zu reparieren ist.

"Peugeots" Eigner oder dessen Versicherung muss nun rund 500000 Dollar zahlen, um die australische Yacht zu ersetzen. Ob "Peugeot" überhaupt im Rennen gewertet wird, ist sehr fraglich. Denn die Rennregeln schließen dies nach Verursachen eines größeren Schadens eindeutig aus.

IMS Über alles
1. Quest (Bob Steel)
2. Zeus II (James Dunstan)
3. Another Challenge (Lou Abrahams)

IRC Über alles
1. Starlight Express (Stewart Thwaites)
2. Quest (Bob Steel)
3. Another Challenge (Lou Abrahams)

Line Honours
1. Alfa Romeo (Neville Crichton)
2 Tage, 4 Stunden, 58 Minuten, 52 Sekunden
2. Grundig (Sean Langman)
3. Canon (Mike Slade)


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Alpha RomeoErgebnisseSupermaxiSydney-HobartTasmanien

Anzeige