America's Cup
Supermänner für die Flugmaschinen

So athletisch waren Cup-Segler noch nie: In den Fitnesszentren der Teams wird erbarmungslos gearbeitet – für noch mehr Kraft beim Segeln

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 30.04.2015

BAR/Mark Lloyd Das Training vergeht manchmal wie im Flug: BAR im Testeinsatz

"Je fitter sie sind, desto schneller fliegen sie": So einfach lautet das Motto für die Segler im America's Cup der neuen Katamaran-Generation. Weil mit den neuen Zweirumpf-Geschossen im 35. Cup-Zyklus im Idealfall ein konstanter "Gleitflug" der 48 Fuß langen Boote angestrebt ist, wird den Athleten ein ungeheurer Krafteinsatz abgefordert werden. Anders als noch auf dem 90 Fuß langen amerikanischen Trimaran, dessen Hydraulik-System im 33. America's Cup von einem rund 100 PS starken Motor angetrieben wurde, haben die kleineren Katamarane im nächsten Cup-Wettbewerb keine Maschinen mehr. Stattdessen sind nur noch sechs Segler für den jederzeit reibungslosen und optimalen Rennverlauf zuständig, die zusammen nicht mehr als 525 Kilogramm wiegen dürfen. Vier von diesen Seglern werden alle Rennen über pausenlos kurbeln, um das Hydrauliksystem anzutreiben.

BAR/Mark Lloyd Olympiafavorit und BAR-Segler Giles Scott quält sich mit Gewichten

Ben Williams ist im Team Ben Ainslie Racing (BAR) der Mann, der für Kraft und Kondition der Mannschaft verantwortlich ist. Er versorgt auch das Designteam der britischen Hoffnungsträger mit relevanten Daten zum Leistungsvermögen der Segel-Crew, die wiederum in die Konstruktion des Cup-Bootes einfließen. Williams erklärt: "Früher waren Cup-Segler Kraft- und Sprintathleten – so wie 100- oder 200-Meter-Läufer. Jetzt sind sie 10-Kilometer-Läufern ähnlicher, oder Ruderern. Weil sie eine konstante Watt-Leistung erzeugen, ohne dabei über 40 Minuten einmal in den roten Bereich zu geraten. Sie sind zu Ausdauerathleten geworden. Wir haben viel Entwicklungsarbeit geleistet und dann mit dem Designteam darüber gesprochen, wie viel Leistungsvermögen wir ihnen mit den vier Jungs im Juni 2017 geben können. Sie werden diese Zahl nutzen. Das mögliche Leistungsvermögen ist zentral für das Design des Bootes."

BAR/Mark Lloyd Nick Hutton bei der täglichen Arbeit

Wie die Segler zu ihrem Supermann-Körper kommen sollen, zeigt Ainslies Team in einem neuen Video. Boss "Big Ben" Ainslie hat bei den Olympischen Spielen schon mehrfach gezeigt, wohin intensives Training führen kann. Er musste vor allem für sein Finn-Dinghy-Gold härter trainieren als die Konkurrenz, weil er kleiner war als die Besten der Zunft. So wie Ainslie selbst diese Aufgabe gemeistert hat, so soll es jetzt auch seinem Team gelingen. Trainer Williams sagt: "Es wird nicht leicht und auch ganz sicher nicht lustig. Aber es ist machbar."

Wie sich das britische Team Ben Ainslie Racing auf den 35. America's Cup und die Vorregatten vorbereitet.


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Themen: America's CupBARBen AInslie RacingGiles ScottSir Ben Ainslie

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