ORCi-Weltmeisterschaft
Stürmische Winde beim Offshore-Race

„Bohemia Express“ und „Patent 3“ bleiben auf der Flensburger Förde in Führung

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 09.09.2010

www.segel-bilder.de Die führenden Yachten der Division Alpha

Stürmische Winde beim Offshore-Race

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Stürmische Winde beim Offshore-Race

Zweiter Wettfahrttag: Das kürzere der beiden angesetzten Offshore-Races, das größtenteils in der Förde stattfand, gewannen gestern die „Uijuijui 4“, trotz einiger Q-Wenden, und „Static Electric“. Stürmische Winde führten aber auch zu Schäden an einigen Yachten.

Der kräftige Ostwind nahm am zweiten Wettfahrttag der ORCi-Weltmeisterschaft noch deutlich an Stärke zu, als die Flotte die mit 44 Seemeilen kürzere der beiden Langstreckenwettfahrten segelte und Windgeschwindigkeiten von 25 bis 30 Knoten, in Böen sogar bis zu 40 Knoten, standhalten musste. Die Wettfahrtleitung des gastgebenden Flensburger Segel-Clubs ersparte den 55 Yachten noch stärkere Winde in der offenen Ostsee, indem sie einen Kurs wählte, der einen Schlag in die innere Flensburger Förde beinhaltete. So hatten auch die Zuschauer vom Strand aus etwas von der Wettfahrt. Die Boote erreichten bis zu 20 Knoten, manche mehr.

Die leichte, in Dänemark gebaute Rainbow 42 „Uijuijui 4“ von Dr. Friedrich Hausmann profitierte von dem großen Anteil an Raumschots- und achterlichen Kursen und gewann nach berechneter Zeit in der 21 Boote umfassenden Division Alpha mit 14 Sekunden Vorsprung gegenüber der Führenden der Serie, der „Bohemia Express“ aus Tschechien. Mitglieder der "Uijuijui"-Crew berichteten von Spitzengeschwindigkeiten ihres Schiffs von 20,5 Knoten.

„Wir haben ein außergewöhnliches Boot, das 1988 in Dänemark entworfen und gebaut wurde, um in der dänischen Inselwelt zu segeln“, sagte ein erschöpfter, aber glücklicher Hausmann. „Manchmal dachten wir darüber nach, auf den Vormwind-Strecken den Spinnaker zu setzen, aber dann sahen wir jedes Mal andere, die es versuchten und erleben mussten, wie ihre Spinnaker platzten und verzichteten darauf. Das Boot ist so leicht und das Großsegel so groß, dass wir bei dem starken Wind nicht einmal ordentlich halsen konnten, wir mussten jedes Mal eine Wende fahren. Aber das hat uns offensichtlich nicht geschadet, und wir hatten eine Menge Spaß an der Geschwindigkeit!“

An der letzten Wendemarke unterhalb der Stadt Flensburg erreichte die „Uijuijui“ sogar die von einer reinen Frauencrew gesegelte DK 46 „Tutima“. Kurzzeitig konnte sie das in Führung liegende größte Schiff der Flotte überholen, wurde aber auf dem letzten Drei-Seemeilen-Schlag zum Ziel vor dem Glücksburger Hafen wieder eingeholt. Diese Wettfahrt wurde mit 1,25 Punkten und damit höher als die Up-and-Downs gewertet.

Ein Team, das für seine Größe außerordentlich erfolgreich segelte, war das der Ker 11.3 „Daikin Airco“ aus den Niederlanden. Am ersten Tag hatten sie im ersten Rennen Ärger mit einer Fall-Aufhängung. Gestern machten sie allerdings alles wieder gut und erreichten das Ziel nach gesegelter Zeit als Zweite, sodass sie am Ende nach berechneter Zeit Dritte wurden. Das Team berichtete von Geschwindigkeiten vor dem Wind von im Maximum 18 Knoten. Ein optimaler Rigg- und Segeltrimm trugen ihren Teil dazu bei, dass sie die Geschwindigkeit halten konnten und bei den stürmischen Bedingungen ohne Bruch ins Ziel kamen.

In der Division Beta war Heiko Pasler mit seiner X-362 Sport „Static Electric“ heute als Vierter im Ziel und wurde damit nach berechneter Zeit mit einem vergleichsweise großen Abstand von 3,15 Punkten Erster vor Erik van Vuurens Salona 37 „Salona“ aus den Niederlanden. Jürgen Klinghardt wurde mit seiner X-332 Sport „Patent 3“ Dritter und war damit gut genug, um mit 3,50 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung weiter in Führung zu bleiben.

Nur wenige Boote blieben ohne Schäden, angefangen bei zerrissenen Segeln auf Aasmund Drolsums King 40 „Magic“ (NOR) bis zu einem gebrochenen Baum auf Christian Plumps Rodman 42 „Beluga Sailing Team“. Einige konnten den Widrigkeiten besser standhalten als andere und damit im Rennen bleiben. Unter ihnen auch das Fünf-Nationen-Team der „Bohemia Express“, dem es auf dem letzten Schlag auf der Flensburger Förde gelang, das Segel runterzuholen, einen Riss im Topp zu reparieren, das Segel wieder zu setzen, die letzten acht Seemeilen der Wettfahrt zu segeln und dabei nach berechneter Zeit Zweite zu werden.

Eindrucksvolle Seemannschaft wie diese ist der Grund dafür, dass dieses Team in der Gesamtwertung der Division Alpha weiterhin in Führung liegt, mit vier Punkten Vorsprung vor dem Beluga Sailing Team, das ebenfalls bemerkenswert gut abschnitt, trotz eines gebrochenen Baumes.

Die Flotte wird heute die längere der beiden Langstrecken-Wettfahrten segeln.


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Themen: FlensburgORCi-Weltmeisterschaft

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