Rolex Middle Sea Race
Stürmisch ins Ziel: "Caro"-Crew kämpft und gewinnt

Maximilian Klinks Botin 65 "Caro" hat im Middle Sea Race ein formidables Resultat erkämpft. Lohn des Durchhaltevermögens: der ORC-1-Klassensieg und viel Silber

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 24.10.2017
Rolex Middle Sea Race 2017 Rolex Middle Sea Race 2017 Rolex Middle Sea Race 2017

Kurt Arrigo/Rolex Middle Sea Race Rolex Middle Sea Race 2017

Die "Line Honors" für das erste Boot im Ziel hatte sich zum dritten Mal in Folge George Davids amerikanischer Maxi "Rambler 88" bereits am Montag gesichert. Die mit Stars wie den America's-Cup-Siegern Brad Butterworth und Dean Barker gespickte Crew benötigte für den 608 Seemeilen langen Kurs 2 Tage, 9 Stunden, 48 Minuten und 9 Sekunden. Das reichte zwar nicht, um den eigenen, vor zehn Jahren mit der Vorgängerin "Rambler 90" aufgestellten Rekord zu brechen, doch Davids Team hatte in stürmischen Winden am Sonntag trotzdem einen atemberaubenden Schlusssprint hingelegt und 300 Seemeilen in nur 14 Stunden absolviert!

Kurt Arrigo/Rolex Middle Sea Race Dieses imposante Foto von George Davids "Rambler 88" gelang Kurt Arrigo

Kurt Arrigo/Rolex Middle Sea Race Der Langstrecken-Klassiker Rolex Middle Sea Race 2017 führt seine Teilnehmer über 608 Seemeilen von Malta rund Sizilien und zurück

George David berichtete im Ziel: "Die Mistral-Bedingungen haben mich an 2007 erinnert, als wir mit 'Rambler 90' einen neuen Rekord aufgestellt haben. Damals wehte es noch stärker, etwa mit 50 Knoten. Dieses Mal haben wir 40, meistens Mitte 30 Knoten erlebt. In solchen Bedingungen kann man schwer sehen – es ist aufregend und nass, insbesondere, wenn du irgendwo um die Ecke biegst und seitlich zu den Wellen segelst. Es war ein wirklich nasses Rennen! Wenn wir das Gaspedal durchgedrückt haben, dann sind wir mit guten 30 Knoten schnell gesegelt. Es ist immer schön, als Erster ins Ziel zu kommen. Doch wir treten auch im Kampf um den Sieg nach berechneter Zeit an. Da müssen wir abwarten und schauen..."

Ein kurzes Portrait des Langstrecken-Klassikers

Kurt Arrigo/Rolex Middle Sea Race Schöne Startszene der 38. Auflage des Rolex Middle Sea Race 2017

Kurt Arrigo/Rolex Middle Sea Race Jens Kellinghusens "Varuna" konnte das Rennen nicht beenden

Die 38. Auflage des Langstreckenklassiker hatte am Samstag mit einem Bilderbuchstart und moderaten Winden in den ersten 30 Stunden des Rennens vergleichsweise entspannt begonnen. Doch dann fiel – wie vorhergesagt – am Sonntagmorgen der Mistral stürmisch über die Flotte her. Sehr viele Crews zollten den teilweise harten Bedingungen und der steilen, bis zu vier Meter hohen Welle Tribut und mussten das Rennen aufgeben, darunter auch die Mannschaften der deutschen Yachten "Momo" und "Varuna". Doch Maximilian Klinks "Caro"-Crew kämpfte sich durch, erreichte das Ziel nach 2 Tagen, 59 Minuten und 27 Sekunden und holte den Klassensieg in ORC 1. Dazu sicherte sich das 2013 bei Knierim Yachtbau entstandene silberfarbene Botin-Design Platz 2 in der IRC-Klasse 1, Platz 3 in ORC gesamt und Platz 4 in IRC gesamt.

Jens Langwasser, bei Knierim Yachtbau Projektleiter für den Bau der "Caro" und im Rolex Middle Sea Race mit von der furiosen Partie, berichtete YACHT online: "Es war sehr nass, hat aber auch tierischen Spaß gemacht! Wir waren nur am Start ein kleines bisschen zu ehrgeizig, haben uns ganz knapp einen Frühstart eingefangen und mussten bereinigen. Da machen einem ja zwei Hundertfüßer, ein 88er und auch die 72er das Leben nicht gerade leicht. Es gab nach anfänglich leichten Winden bei Stromboli eine Art Neustart. Danach ging's dann 100 Seemeilen gegen 30 Knoten Wind von vorn. Unser Boot hat sich bei Geschwindigkeiten von bis zu 30 Knoten und im Schnitt 22 Knoten sehr gut bewährt. Die Bedingungen kamen nicht überraschend, wir hatten uns darauf eingestellt." Das Team bändigte "Caro" mit neun Crew-Mitgliedern und brachte sie unversehrt ins Ziel.

Hier geht es zu den Ergebnissen

Kurt Arrigo/Rolex Middle Sea Race Zügig unterwegs: "Caro" im Rennen rund Sizilien


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Themen: MaltaRolex Middle Sea Race

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