Transpac 2013
Start für Boris Herrmann und Maserati

Der deutsche Hochsee-Profi geht mit Skipper Giovanni Soldini und Fiat-Chef John Elkan entspannt ins Rennen von Los Angeles nach Hawaii

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 13.07.2013

YACHT/J. Edney Zwei, die sich kennen und schätzen: Boris und Gio Soldini an Bord der "Maserati"

Es ist die erste Prüfung für den Volvo 70 "Maserati" gegen direkte Konkurrenz. Beim berühmten Transpac-Race, einem Schönwetter-Langstreckenklassiker von L. A. nach Hawaii, treffen Boris Herrmann und die Crew auf starke Gegner – und zum Start auf Leichtwind, für den der Rekordbrecher nicht gerade prädestiniert ist.

YACHT/J. Edney Locker: Skipper Gio

Das Boot ist als Offshore-Maschine für schwere Prüfungen optimiert und wird erst oberhalb von 17 Knoten wahrem Wind wettbewerbsfähig, sagte Skipper Giovanni "Gio" Soldini gestern. Er dämpft damit allzu hohe Erwartungen.

Auch Boris Herrmann, der von Beginn an zur Stamm-Crew der "Maserati" zählt und bereits bei den Rekorden Transatlantik und Rund Amerika dabei war, verwies gegenüber YACHT online auf die Einschränkungen, die für das Rennen gelten.

So ist die Segelgarderobe, die für das Transpac nicht eigens erweitert und maßgeschneidert wurde, eine der Schwächen. Eher unwahrscheinlich erscheint es angesichts dessen sowie potenter 100-Fuß-Rennyachten als Gegner, dass "Maserati" diesmal "First Ship Home" wird.

In seiner jüngsten Mail an die YACHT beschrieb Boris seine Eindrücke vom Training der vergangenen Tage:

YACHT/J. Edney Potent, aber nicht bei Leichtwind: der getunte Volvo 70 "Maserati"

"Fünf Knoten Südwind in der Bucht von Long Beach. Das nennt man hier Katalina Eddie, was so viel heißt, wie: kein Wind! Normal ist an sich immer NW-Wind um die 15 Knoten. Wir dümpeln entspannt unter dem bedeckten Himmel.

Giovanni fragt: "Und was machen wir nun?" "Komm lass uns ein Bier aufmachen", sagt jemand. Alle lachen. Der Nachmittag vergeht mit dem Setzen und Bergen von vier Spinnakern zwecks etwas Inspiration bezüglich der Wahl. So entspannt hab ich die Gruppe und ihren berühmten Anführer noch nie erlebt. Es macht Spaß zu sehen, wie unaufgeregt man an so einen kleinen Sprint rangeht, wenn man gerade die zehnfache Strecke hinter sich gebracht hat.

Ich würde sagen, es ist nicht unsere absolute Herzensangelegenheit, weil Vermessungssegeln und Rennwerte gegen unsere Kultur sind. Giovanni hat vier Jahre Imoca und fünf Jahre Orma sowie drei Jahre Class40 gesegelt. Jetzt in eine Rennwert-optimierte Segelgarderobe zu investieren, passte gar nicht in unsere Logik.

Für die Italiener und Sponsor Maserati spielt es eh keine Rolle. Entweder sind wir Erste im Ziel und schlagen den Rekord, das ist es, was uns antreibt. Vermessen gewonnen oder nicht, was soll's. Die Presse in Italien überschlägt sich so oder so, was Gio auch tut.

Samstag geht's los. Wir sind acht Segler und zwei Gäste an Bord. Einer von Ihnen der junge Fiat-Präsident Elkan.

Der Start zur 47. Transpac  ist für die langsamsten Schiffe im Feld bereits vor einer Woche erfolgt. Heute um 13 Uhr Ortszeit Los Angeles (22 Uhr deutscher Zeit) gehen die schnellsten Boliden auf die 2.225 Seemeilen lange Hatz über den Pazifik. Mit dabei ist auch die deutsche "Varuna" von Jens Kellinghusen.

Das Rennen kann über die Transpac-Facebook-Seite und über den Race-Tracker verfolgt werden.


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Themen: Boris HerrmannGiovanni SoldiniMaseratiTranspac 2013VO 70Volvo 70

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