Transatlantik-Rekord
Starker Auftakt für "Comanche"

Der 100-Fuß-Maxi wird den Erwartungen gerecht und liegt nach zwei Tagen bereits mehr als 400 Meilen vor Rekordhalter "Mari-Cha IV"

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 25.07.2016

ComancheTeam "Comanche" in den ersten Tagen des Atlantik-Rekordversuchs

Die Vorzeichen für einen neuen Transatlantik-Rekord für Einrumpfyachten stehen gut. Sehr gut sogar. Am Wochenende hat der von VPLP konstruierte Supermaxi "Comanche" einen eindrucksvollen Beweis seiner Leistungsfähigkeit erbracht. Heute Früh lag er bereits 423 Seemeilen vor dem amtierenden Rekordhalter von 2003, der 141 Fuß langen "Mari-Cha IV".

Im Durchschnitt loggte "Comanche" bis jetzt 22,5 Knoten und war damit zum Auftakt fast ein Drittel schneller als ihr virtueller Gegner, der erst auf der Osthälfte des Nordatlantiks so richtig in Fahrt kam.

Die Zahlen sind umso beeindruckender, als sich die Wetterbedingungen anfangs als etwas heikler erwiesen als vorhergesagt. Gewitterfronten zwangen die "Comanche"-Crew, die erstmals ohne ihren Stammskipper Ken Read unterwegs ist, zu einigen Schlenkern. Um einer regional begrenzten Flautenzone auszuweichen, segelt das Boot nördlicher der direkten Großkreisroute, was den Weg zwar verlängert, aber für konstant hohe Geschwindigkeiten sorgt.

ComancheTeam Navigator Stan Honey

"Auf der verbleibenden Strecke wird der Wind etwas leichter sein als ursprünglich prognostiziert, aber die Richtung passt", sagte Navigator Stan Honey, der insgesamt zuversichtlich bleibt. "Die Routings aller Wettermodelle zeigen, dass wir die bestehende Bestzeit um 12 bis 18 Stunden unterbieten können. Wir sind also noch auf der Jagd." Kommt alles so wie aktuell vorhergesagt, erwartet Honey "Brise bis zum Schluss" – wahrscheinlich meist um die 5 Beaufort. Dann sind sechs Tage als neuer Rekord drin – so schnell wie eine Passage auf der "Queen Mary 2".

Yann Riou, der Berichterstatter an Bord, beschrieb die Stimmung nach dem ersten Tag so: "Alles gut hier auf ‘Comanche‘. Es ist eine glückliche Crew, die in New York City abgelegt hat für den Rekordversuch über den Nordatlantik – in einem günstigen Wetterfenster. Es ist die Art Wetter, die es nur ein paar Mal pro Jahr gibt: vor einem Tief segeln, das genauso schnell ist wie wir, mit südwestlichem Wind und flacher See auf der ganzen Strecke. Zumindest auf dem Papier. Auf dem Wasser war es dann aber doch ein wenig anders."

ComancheTeam Schönwettersegeln im Rekordmodus: nass, nass, nass

"Gestern hatten wir Gewitter, was uns zu einigen Manövern bei Leichtwind zwang und uns Zeit gekostet hat. Nichts Kritisches, aber wir können es uns nicht leisten, das zu oft zu machen, wenn wir vor unserem Tief bleiben wollen."Auch Riou klingt unverzagt: "Die Mannschaft ist glücklich. Fantastische Segelbedingungen im Moment!"

Man muss sich das aber nicht als Spaziergang vorstellen. Denn "Comanche" segelt wie praktisch alle modernen Offshore-Racer oberhalb von 20 Knoten Geschwindigkeit sehr, sehr nass. Das zeigen auch die ersten Fotos von Bord – wet & wild.   

Hier geht's zum Yellowbrick-Tracker des Rekordversuchs.

ComancheTeam Fast ein Tag voraus – nach nur zweieinhalb Tagen auf See


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