Sail-Speed-Rekord
Schweizer 80-Knoten-Boot fast fertig

Das Team um das "SP 80"-Projekt hat den 10-Meter-Rumpf gebaut, das komplette Boot soll im Herbst fertig sein. Dann wollen sie die 80-Knoten-Marke knacken

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 08.04.2022
Das Rekordboot der Schweizer Das Rekordboot der Schweizer Das Rekordboot der Schweizer

Team SP 80 Das Rekordboot der Schweizer

Das Schweizer Team aus Lausanne arbeitet seit 2018 an dem Projekt SP 80, das den bestehenden Speed-Rekord des Australiers Paul Larsen und seiner "Vestas Sailrocket 2" von 2012 mit 65,45 Knoten brechen soll. Recht ambitioniert gehen die Schweizer in die Vollen und wollen gleich die 80-Knoten-Marke knacken. Der Weg dorthin soll mit einem Kite-angetriebenen Boot passieren, das auf drei Rümpfen aufliegt, die ähnlich wie bei "Sailrocket" das Wasser kaum berühren.

Team SP 80 Der fertige Rumpf, gebaut in der Persico-Werft, berühmt für Top-Racer wie Open 60s und AC-Boote

Dafür entwickelten sie eine Modell-Version, die nach Test nun weiterentwickelt wurde und jetzt ein Boot mit Cockpit für zwei Piloten hat. Eine Person steuert dabei das Boot über ein Lenkrad mit zentralem Ruderblatt, dahinter sitzt ein Crewmitglied, das die Stellung des Kites zum Wind steuert. "Bei 150 km/h ist es wichtig, sich ganz auf die jeweilige Aufgabe zu konzentrieren", begründet Pilot und Projekt-Mitgründer Benoît Gaudiot die nun umgesetzte Arbeitsteilung.

Team SP 80

So musste das Boot größer werden als geplant – der Rumpf ist nun 10 Meter lang und 7 Meter breit. Er wurde gerade bei Persico in Italien fertiggestellt und geht auf die Reise in die Schweiz, wo der Einbau der Steuer-Systeme beginnt. Die Ausleger und Foils werden danach gebaut, und im Herbst dieses Jahres soll das Boot komplett fertiggestellt werden. Daran schließen erste Tests an; im Sommer 2023 beginnen dann die Rekordversuche in Südfrankreich, vermutlich an der Côte d’Azur.

Team SP 80

Viel Aufmerksamkeit legte das Team auf den Schutz der beiden Piloten: Die Steuerkapsel mit den beiden Sitzen soll Kräften von 50 g widerstehen und ist innen mit Aramid verkleidet, um bei einem Crash die Piloten vor Kohlefaser-Splittern zu schützen. Die sind sehr scharfkantig und zudem giftig und können im Körper zu üblen Entzündungen führen. Beide Piloten sitzen in Schalensitzen, sind mit 6-Punkt-Gurten und Helm gesichert.

Dass das auch nötig ist, hatte der lange Weg von Paul Larsen zum bestehenden Rekord gezeigt. Fast zehn Jahre hatte der Australier an zwei Versionen des Bootes gearbeitet und bei Rekordversuchen vor Namibia auch einen spektakulären Abflug, in dem "Vestas Sailrocket" sich bei über 50 Knoten in der Luft überschlug. Mehr Infos auf der Webseite des Teams .


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