Extreme Sailing Series
Spannung am Finaltag in Kiel

50 Grad-Winddreher, Flautenlöcher vor der Uferpromenade und kräftige Schauer – nichts konnte den Spaß am Kat-Spektakel bremsen

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 29.08.2010

OC Events/P. Wyeth Abgeknipst: Yann Guichard auf Groupe Rothschild führt, Ecover fiel auf Platz 3 zurück

Die deutschen Teams schlugen sich Sonnabend bisweilen achtbar. Dennoch bleiben Audi und Wirsol auf den letzen Rängen. Vor den abschließenden Wettfahrten, die heute gegen 14 Uhr starten, führt Groupe Rothschild.

Mit beeindruckender Konstanz segelten Yann Guichard und sein französisches Team den Kat mit den dunkelblauen Segeln an die Spitze.

Nachdem Donnerstag und Freitag noch Mike Golding auf Ecover vorn lag, übernahm Guichard gestern die Führung mit einer fast perfekten Serie. Zwei Tagessiege, drei zweite Plätze und zwei dritte brachten ihn mit 111 Punkten deutlich in Führung vor Loick Peyron auf Oman Mazirah, den er im abschließenden Matchrace — dem wohl spannendsten Rennen des Tages — besiegte.

Einen guten Lauf hatte auch der mehrfache Weltmeister Mitch Booth. 1-4-1-2-2 lautete seine Bilanz des dritten Tages. Dann aber riss seine Glückssträhne, als ihm The Wave Muscat im Vorstart in den achteren Beam krachte. Skipper Paul Campbell James konnte in einer Böe nicht schnell genug abfallen. Die Folge: Mitch Booth musste das Rennen abbrechen, sein Boot an Land kranen und die Kohlefaser-Quertraverse, die die beiden Rümpfe verbindet, über Nacht laminieren.

Auch Mike Golding, der zu Beginn so dominierend schien, zählte zu den Pechvögeln des Tages. Am Tag nach seinem 50. Geburtstag lief nichts, wie es sollte. Er blieb mehrfach im hinteren Mittelfeld hängen und büßte gleich zwei Plätze in der Gesamtwertung ein. Mit 93 Punkten liegt er zwar nur zwei Zähler hinter Loick Peyron, doch Yann Guichard und seine Groupe Edmond de Rothschild ist ihm enteilt. Schwer vorstellbar, dass die Franzosen heute noch etwas anbrennen lassen.

OC Events/P. Wyeth Bisher Sieger im innerdeutschen Duell: Jojo Polgar mit dem Audi Sailing Team Germany

Für die deutschen Teams lief es nur zwischenzeitlich gut. Mit einem dritten (Wirsol) und einem vierten Platz (Audi) zeigten beide Mannschaften, dass sie es können. Doch kamen sie mit den häufig sehr schwierigen Bedingungen nicht so gut zurecht.

Im Duell der Letztplatzierten behielt Johannes Polgar mit dem Audi Sailing Team Germany beim abschließenden Matchrace die Oberhand — dabei hatte es im Vorstart lange so ausgesehen, als habe Tino Mittelmeier auf Wirsol die besseren Karten.

Die Rennen unmittelbar vor der Kiellinie und in der Nähe des Kieler Landtags waren jedenfalls hochspannend. Und Publikum wie Segler zeigten sich begeistert. „Was für ein Tag!", resümmierte Jojo Polgar. "Ich stand voll unter Adrenalin bei diesen trickreichen Bedingungen."

Heute am Finaltag ist mit ähnlichen Bedingungen zu rechnen. Und weiterhin mit spektakulären Wettfahrten. Der Kampf um Platz zwei und drei, bei dem auch Mitch Booth ein Wort wird mitreden wollen, verspricht jede Menge Action.

Zwischenstand nach Tag 3
1. Groupe Edmond de Rothschild, Yann Guichard (FRA), 111 Punkte
2. Oman Sail Masirah, Loick Peyron (FRA/ Oman), 95
3. Ecover Sailing Team, Mike Golding (GBR), 93
4. The Wave, Muscat, Paul Campbell James ( GBR/ Oman) 84
5. The Ocean Racing Club, Mitch Both (NL/ Slowenien), 80
6. Red Bull Extreme Sailing, Roman Hagara (AUT), 68
7. Groupama 40, Tanguy Cariou (FRA), 59
8. Audi Sailing Team Germany, Johannes Polgar (GER), 49
9. Wirsol Team Germany, Tino Mittelmeier/ Roland Gäbler (GER), 41


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Audi WirsolboothExtreme 40Extreme Sailing SeriesGäblerGoldingKielPeyronPolgarRothschild

Anzeige