Champion's League
SMCÜ gewinnt Finale, NRV feiert Double

Während der Segel- und Motorboot Club Überlingen den Champions-League-Krimi in Italien gewann, holte der NRV zu Hause nach der Meisterschale auch den Pokal

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 18.10.2020
Finale vor Porto Cervo Finale vor Porto Cervo Finale vor Porto Cervo

Sailing Champions League / Sailing Energy Finale vor Porto Cervo

Screenshot/DSBL Süßer Sieg: So knapp fiel die Entscheidung im letzten und alles entscheidenden Finalrennen der Sailing Champions League vor Porto Cervo zugunsten des Segel- und Motorboot Clubs Überlingen mit der pinken Markierung im Segel aus

Dem Champions-League-Finale vor Porto Cervo darf man Hochspannung attestieren: Es ging nach der Hauptrunde mit 27 qualifizierten Segelvereinen aus ganz Europa mit den besten vier Teams in den Showdown. Mit einem Bonuspunkt aufgrund der besten Vorleistung startete das italienische Team vom Verein Aeronautica Militare als Favorit in den entscheidenden Vierkampf; ein weiterer Sieg hätte zum Triumph gereicht. Doch der wollte den Azzurri einfach nicht gelingen. Den ersten Finallauf gewann die Crew vom Segel- und Motorboot Club Überlingen, den zweiten das russische Akhmat National Sailing Team, den dritten die Schweizer Seglervereinigung Kreuzlingen. Damit ging erstmals ein Finale der seit 2014 ausgetragenen Audi Sailing Champions League über die maximale Distanz. Vor dem vierten und letzten Finallauf war klar: Wer das Rennen gewinnt, der gewinnt auch die Audi Sailing Champions League 2020. Nach packenden Szenen und unzähligen Führungswechseln preschten schließlich die Überlinger in den gltizernden Fluten der Costa Smaralda mit Sekunden-Vorsprung über die Ziellinie. Entsprechend laut war der Jubel an Bord bei Steuermann Michael Zittlau, Frederik Schaal, Sven Heßberger und Dominic Fritze zu hören.

Sailing Champions League / Sailing Energy Ein Bild für die Galerie mit ungewöhnlich düsterem Himmel über dem bekannten Bilderbuchrevier von Porto Cervo. Für Erleuchtung sorgt der Regenbogen…

Sailing Champions League / Sailing Energy Immer auf der Jagd: Es ging spannend zu beim Finale vor der berühmten Costa Smeralda

Im Sieger-Interview nach dem nervanaufreibenden Schlussspurt sagte Michael Zittlau: "Das ist unglaublich. Ich kann das noch gar nicht fassen. Und dabei hätten wir aufgrund der vielen Herausforderungen fast nicht kommen können. Ich bin so stolz auf meine Jungs." Das deutsche Quartett löst damit die letztjährigen Gewinner von der Royal Sydney Yacht Squadron ab, die den Titel in diesem von der Corona-Pandemie überschatteten Jahr nicht verteidigen konnten. Für die Australier war 2019 noch David Chapman im Einsatz, der in diesem Jahr mit Steuermann Florian Haufe, Klaas Höpke und Florian Thoelen vom Norddeutschen Regatta Verein im Finale in italienischen Gewässern als zweitbeste deutsche Vereins-Crew Platz sieben sichern konnte. Aufs Champions-League-Podium segelten vor Porto Cervo die Mannschaften von Aeronautica Militare und die Seglervereinigung Kreuzlingen.

Sailing Champions League / Sailing Energy Kraftvolle Impression des Teams vom Münchner Yacht-Club, das in Italien auf Platz 14 segelte

Sailing Champions League / Sailing Energy J/70-Parade vor Porto Cervo

Hier geht es zu den Ergebnissen für das Finale der Champions League vor Porto Cervo.

Sollte sich der vom Erfolg auch in diesem Jahr verwöhnte Norddeutsche Regatta Verein für den Einsatz in Italien als Champions-League-Zweiter von 2019 und frisch gebackener Deutscher Vereinsmeister etwas mehr erhofft haben als diesen siebten Platz, so wurden die Hamburger Fans parallel zum internationalen Kräftemessen auf der heimischen Alster mehr als entschädigt: Dort führte Steuermann Tobi Schadewaldt das zweite NRV-Team des an diesem Wochenende vielbeschäftigten Nord-Clubs souverän zum Pokalsieg.

Lars Wehrmann/DSBL Das siegreiche NRV-Quartett mit dem Liga-Pokal (v. l.): Steuermann Tobias Schadewaldt, Niklas von Meyerinck, Luisa Krüger und Johann Kohlhoff. Ob sich wohl noch genügend Platz in den Vitrinen des Clubs an der Alster für den jüngsten Pokal-Zuwachs findet?

Mit imposanten 21 Zählern vor dem zweitplatzierten Württembergischen Yacht-Club demonstrierten der erfolgreichste Liga-Steuermann dieser außergewöhnlichen und in vielen Bereichen stark verkürzten Segelsaison und sein Team nur eine Woche nach der Meisterfeier noch einmal ihr Können. Für die Mannschaft von der Alster war es der dritte Pokal-Erfolg in Serie und das zweite Double nach 2018. "Wir freuen uns total! Es könnte kaum schöner sein", sagte Tobi Schadewaldt. Das Erfolgsrezept seines Teams beschrieb der multitalentierte Lasersegler, Skiff- und Liga-Steuermann so: "Wir konzentrieren uns auf die positiven Dinge und auf die Parameter, die wir beeinflussen können. Diese konstruktive Einstellung, die wir alle an Bord teilen, hat uns heute zum Sieg getragen." Platz drei im Kampf um den Deutsche-Segel-Liga-Pokal holte in Hamburg der Flensburger Segel-Club.

Lars Wehrmann/DSBL Der Crew vom Segel-Club Ville gelang der Klassenerhalt

Lars Wehrmann/DSBL Die NRV-Crew um Tobi Schadewaldt beim erneuten Heimspiel auf der Hamburger Außenalster

Während im Oberhaus gejubelt wurde, ging es in tieferen Gefilden um den Klassenerhalt oder den angepeilten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Der Westfälische Yachtclub Delecke und der Segel-Club Ville sicherten sich als abstiegsgefährdete Zweitligisten mit den Plätzen sechs und neun den Verbleib im Spielbetrieb für die kommende Sasion. Der Segelclub Salzgitter und die Regatta-Segler Neuruppin steigen mit den Plätzen sieben und acht erstmals in die 2. Bundesliga ein.

Hier geht es zu den Ergebnissen des Deutsche-Segel-Liga-Pokals.

Lars Wehrmann/DSBL Erfolgreich für die 2. Bundesliga qualifiziert: die Regatta-Segler Neuruppin


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