Regatta-News
"Skandia" gewinnt Sydney-Hobart.

Bis zum Schluss packender Zweikampf der 98-Fuß-Rakete mit "Zana" - Nach berechneter Zeit aber siegt eine Beneteau First 40.7

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 30.12.2003

Rolex/C. Borlenghi Sieg nach gesegelter Zeit: Der 98-Fuß-Racer "Skandia" holte die Line Honors im legendären Sydney-Hobart-Race

Exakt 2 Tage, 15 Stunden, 14 Minuten und 6 Sekunden war die "Skandia" bei dem 59. Rolex Sydney to Hobart Yacht Race unterwegs. Am Ende der 628 Seemeilen lag die australische Yacht nur 14 Minuten vor dem Maxi "Zana" .

Der fast 30 Meter (98 Fuß) lange Super-Maxi "Skandia" aus Melbourne hatte die meiste Zeit des Rennens in Führung gelegen, die "Zana" jedoch nie aus den Augen verloren. Aufgrund harter und ungünstiger Bedingungen auf der Kreuz hoch am Wind konnten beide Hightechracer den Streckenrekord trotz ihres enormen Geschwindigkeitspotentials nie gefährden. Sie verpassten ihn letztlich um rund 20 Stunden.

Nach dem eindruckvollen Start am Zweiten Weihnachtstag, als der Cruising Yacht Club of Australia (CYCA) vor vielen tausend Zuschauern 56 Yachten auf die Regattareise schickte, entwickelte sich sofort ein Zweikampf der beiden größten und schnellsten Boote. Dabei verloren die Taktiker an Bord jedoch zuweilen den Blick für die Gesamtsituation und ermöglichten es kleineren Booten frühzeitig, die Gesamtführung im Zwischenklassement nach berechneter Zeit zu übernehmen.

In der Nacht zu Montag focht das Führungs-Duo in leichten Winden ein Wendeduell aus, bei dem sich die Kontrahenten bis auf vier Bootslängen näherten. Die Entscheidung in der Storm Bay brachte jedoch ein Ausbruch der "Skandia" mit einem sogenannten Code Zero-Segel, ein übergroßes, bis zur Mastspitze reichendes, überlappendes Vorsegel.

Obwohl es vier Uhr morgens Ortszeit war, wurden die ersten Yachten auf dem Fluss Derwent bereits zehn Seemeilen vor dem Ziel von etlichen
Zuschauerbooten in Empfang genommen. Auch im Hafen der tasmanischen
Hauptstadt Hobart feierten Freunde, Familien und Fans die humorvollen Sieger nach gesegelter Zeit schon im Morgengrauen mehr als eine Stunde lang.

Eigner Wharington dankte seiner Mannschaft am Dock: "628 Seemeilen sind ein langer Weg, um das härteste Teilstück am Ende zu erleben. Ich weiß nicht, wie oft wir zum Schluss in der schwachen Brise gewendet haben. Die 'Zana' haben wir die ganze Zeit über die Schultern beobachtet."

"Der Sieg war uns erst sicher, als die Zielkanone abgefeuert wurde. Beide hätten ihn verdient gehabt, und es hätte auch genauso gut anders herum ausgehen können. Meine Crew hat ein famose Leistung gezeigt, für die ich ihr nicht genug danken kann."

Nach berechneter Zeit lagen allerdings nicht die hypermodernen Mega-Racer in Front, sondern kleinere Yachten, die erst später ins Ziel kamen.

Den Sieg nach IMS und IRC holte die "First National Real Estate", eine eher gewöhnliche Bénéteau First 40.7. Die Eigner des mehrere Hundert Mal verkauften Cruiser/Racers mit Alumast., die Australier Michael Spies und Peter Johnson, lagen im IMS-Klassement am Ende 90 Minuten vor der etwa gleichgroßen Holzyacht "Tilting at Windmills" vom Typ Dory 41.Kaum fünf Minuten zurück wurde die IMX 40 "Nips-N-Tux" Dritte.

Michael Spies krönte mit dem Sieg seine illustre Rolex
Sydney-Hobart-Karriere. Das gerade zuende gegangene Rennen war bereits seine 27. Teilnahme, obwohl er erst 44 Jahre alt ist. Spies war 1999 Co-Skipper auf dem Volvo Ocean 60 "Nokia", als der den weiter bestehenden Streckenrekord von einem Tag, 19 Stunden, 48 Minuten und zwei Sekunden aufstellte.

Deutsche Crews nahmen dieses Jahr nicht an dem legendären Hochsee-Klassiker teil.

Weitere Infos und alle Ergebnisse: www.rolexsydneyhobart.com


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Themen: HobartRolexSkandiaSydney

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