Extreme Sailing
Sir Ben Ainslie "not amused"

Mit Platz sieben war der viermalige Olympiasieger in Istanbul unzufrieden. An der Spitze der Profiserie tobt der Kampf der Giganten

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 15.09.2014

Lloyd Images Spannende Segelschau von schöner Kulisse

So hatte sich Sir Ben Ainslie nach seinen jüngsten Achtungserfolgen in der Extreme Sailing Series den Auftritt seines Teams J.P. Morgan BAR in Istanbul nicht vorgestellt. Nachdem die Mannschaft gut in die Serie gestartet war, ließ ein in jeder Hinsicht missratener Finaltag die Briten zum Abschluss auf Platz sieben abrutschen. Materialprobleme, eine verpasste Wettfahrt, eine Kollision, ein Loch im Heck, Wasser im Boot und jede Menge Frust markierten den aus Ainslis Sicht lausigen Sonntag. Sein Fazit: "Es war ein echt frustrierender Tag." Normalerweise sind es seine Gegner, die nach Rennen gegen den Briten in dieser Laune vom Wasser zurückkehren. Doch in der Extreme Sailing Series ist Ainslie selbst noch Schüler.

Lloyd Images Es lief nicht ganz nach Plan in Istanbul: Ainslies Team beendet die viertägige Regatta mit Platz sieben

Gilles Martin-Raget/ACEA Der Sieg in Istanbul schmeckte Dean Barker nach der Schlappe von Cardiff besonders süß

Meister waren bei der Regatta vor Istanbul die Kiwis um Skipper Dean Barker. Endlich ist es ihnen gelungen, die Dominanz von Alinghi und The Wave, Muscat zu brechen und sich in einem kriminal spannenden Finale durchzusetzen. Dabei hatten die Kiwis erst vor kurzem in Cardiff den letzten Platz belegt. Vor Istanbul aber setzten sie sich gegen alle Top-Teams durch. "Manchmal ist es wohl ganz gut, einen Tritt in den Hintern zu bekommen", sagte Barker lächelnd, "wir haben uns hier jeden Tag verbessert. Am Ende war es echt eng, eine harte Regatta. Ich bin sehr froh über die Art und Weise, wie das Team auf die schwere Niederlage in Cardiff reagiert hat." Der Sieg der Kiwis ist der erste Sieg bei einem Act der Extreme Sailing Series seit 2012, der nicht an Alinghi oder The Wave, Muscat geht.

Zwischen Alinghi und The Wave, Muscat ging es schon in Istanbul wieder in einem spannenden taktischen Schlagabtausch um den Saisonsieg. Alinghis Skipper Morgan Larsson erklärte nach den Rennen: "Wir hatten eine Außenseiterchance, das letzte Rennen noch zu gewinnen. Das haben wir eine Runde lang probiert. Wir wussten ja nicht, was alles passieren würde. Als wir dann aber in die letzte Runde gingen, wurde klar, dass im Falle unseres Sieges mit dem Emirates Team New Zealand auf Platz zwei The Wave, Muscat den Act gewinnen würde. Wir haben an die Gesamtwertung gedacht und mussten die Kiwis einfach fahren lassen und selbst auf The Wave, Muscat achten, die immer stärker aufkamen. Wir mussten sie zurückhalten. Sie sind ein so gutes Team, schnappten sich Boot für Boot. Also mussten wir sie einfach blockieren und zurückhalten."

Doch auch Skipper Leigh McMillan war mit Platz zwei in Istanbul und dem Blick auf die Gesamtsituation nicht unzufrieden. "Es war knapp zwischen dem Emirates Team New Zealand und uns. Unglücklicherweise hatte Alinghi etwas dagegen, dass wir hier gewinnen. Also haben sie sich uns in den Weg gestellt und uns das Leben ziemlich schwer gemacht. Darüber sind wir frustriert, denn wir haben in den letzten beiden Tagen gut gesegelt. Jetzt stehen aber noch zwei Acts aus. Wir haben Morgan Larson in den letzten beiden Acts schlagen können. Und das ist es, was wir auch weiterhin tun müssen. Für uns macht es also keinen riesigen Unterschied, ob wir hier Erster oder Zweiter geworden sind, weil die Entscheidung vielleicht erst in Sydney fällt. Darauf konzentrieren wir uns." Der vorletzte Act wird Anfang Oktober vor Nizza ausgetragen, bevor in Sydney die Entscheidung fällt. In der Gesamtwertung führt Alinghi mit 55 Punkten vor The Wave, Muscat mit 54 Punkten. Auf Platz drei liegt das Emirates Team New Zealand mit 43 Punkten. Sir Ben Ainslies Team J.P. Morgan BAR liegt im ersten vollen Teilnahmejahr mit 29 Punkten auf Platz fünf.


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Themen: AlinghiDean BarkerEmirates Team New ZealandExtreme Sailing SeriesIstanbulLeigh McMillanMorgan LarsonMuscatSir Ben AinslieThe Wave, Muscat

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