SailGP
Sir Ben Ainslie: "Das beste Segeln, das ich je erlebt habe!"

Beim Auftakt zur zweiten SailGP-Saison in Sydney düpierte die britische America's-Cup-Crew die australischen Top-Favoriten um Tom Slingsby in deren Heimatrevier

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 29.02.2020
Auftakt-Regatta in Sydney Auftakt-Regatta in Sydney Auftakt-Regatta in Sydney

SailGP Auftakt-Regatta in Sydney

Im vergangenen Jahr haben die Olympiasieger und befreundeten Australier Tom Slingsby und Nathan Outteridge die Premieren-Saison des von Russell Coutts und Larry Ellison gegründeten SailGP dominiert. Im Kampf um eine Million US-Dollar Preisgeld hatten sich am Saisonende Tom Slingsby und sein Team Australia gegen die unter japanischer Flagge segelnde Outteridge-Crew durchgesetzt. Doch jetzt ist der erfolgreichste Olympiasegler der Sportgeschichte mit im Spiel: Der viermalige Olympiasieger Sir Ben Ainslie und sein Ineos Team UK mischen das SailGP-Feld auf und segelten an diesem Wochenende vor Sydneys Opernhaus bei ihrem ersten Einsatz auf Anhieb zum Sieg.

Mark Lloyd Sir Ainslies Team agierte in Down Under nahezu makellos

Schon am ersten der beiden Renntage schockte "Big Ben" Ainslie, der am 5. Februar seinen 43. Geburtstag gefeiert hatte, die Konkurrenz mit drei von drei möglichen Siegen in Folge. Euphorisch sagte der Steuermann, dessen Ineos Team UK Team sich als einer von nur zwei europäischen Herausforderern auf den 36. America's Cup vorbereitet: "Das war ein einmaliger Segeltag. Man kann sich keine besseren Segelbedingungen als die 15 bis 20 Knoten Wind im Sydney Harbour wünschen. Ich denke, unser Team hat einen guten Job gemacht, die Jungs auf dem Boot waren fantastisch. Das war eine großartige Eröffnung, doch nun ist es an der Zeit, sich neu auf den morgigen Tag zu fokussieren." Gesagt, getan.

Mark Lloyd Aus den America's-Cup-Vorbereitungen hinein in den SailGP: starker Auftakt für die Briten in Australien

SailGP Hatte mit seinem Team beim Neueinstieg in die Profiserie alles im Griff: Sir Ben Ainslie im Porträt

Für Billy Bessons hoffnungsfroh angetretenes Team dagegen gab es keine Notwendigkeit mehr für erneute Konzentration. Das Boot der Franzosen war am ersten von zwei Renntagen bei einem Crash mit dem spanischen Team um Steuermann und Matchrace-Weltmeister Phil Robertson nach verheißungsvollem Auftakt so beschädigt worden, dass es nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die Spanier wurden dafür mit einer harten Neun-Punkte-Strafe belegt, während sich Top-Favorit Slingsby zur Halbzeit nur auf Platz drei hinter den Briten und den Japanern wiederfand und sich die Wunden leckte: "Das war ein harter Tag im Büro. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Ich denke, dass wir so schnell sind wie alle anderen auch – aber das Team Great Britain macht nicht die Fehler, die wir gemacht haben. Es sieht eher so aus, als seien wir die Anfänger. Wir müssen morgen stärker zurückkommen."

SailGP Slingsbys Team Australia fand an diesem Wochenende keine Mittel gegen die überragend agierenden Briten

Was den Lokalmatadoren auch gelang. Doch die Briten blieben stärker und setzten sich in den Fleet Races mit einem vierten Rang und einem weiteren Sieg auch am zweiten Tag gegen die überwiegend bereits von der Premierensaison 2019 gestählte Konkurrenz durch. Wie es der TV-Kommentator formulierte: "Wir sind hier beim SailGP in Sydney, und das britische Team fliegt." Das Finalduell gegen Slingsbys Team eröffneten die Briten mit perfektem Timing und 32 Knoten Speed, ließen die Australier da bereits abgeschlagen aussehen. Der weitere Verlauf des Rennens glich eher einer Prozession denn einem packenden Matchrace. Daran änderte sich im Showdowns zwischen den beiden rasenden Katamaranen vom Typ F50 bis ins Ziel nichts mehr.

Mark Lloyd Fokussiert und reaktionsschnell: Sir Ben Ainslie beim Seitenwechsel

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Sir Ainslie sagte nach dem Zieldurchgang: "Das hier ist ein Teamsport. Den Sieg haben sich die phänomenalen Jungs verdient, mit denen ich hier gesegelt bin. Für mich ist es das beste Segeln, was ich je erlebt habe. Es ist ein großartiger Start für uns, und ich freue mich schon auf die weitere Saison." An Ainslies Seite trugen ganz erheblich der australische Flügeltrimmer Iain "Goobs" Jensen, dreimaliger 49er-Weltmeister und Olympiasieger von 2012 an der Seite von Nathan Outteridge, Flight Controller Luke Parkinson sowie die Grinder Matt Gotrel, Richard Mason und Neil Hunter zum fulminanten Erfolg bei. Jensens früherer Steuermann Nathan Outteridge und dessen Team Japan segelten beim SailGP vor Sydneys Opernhaus zum Auftakt auf Platz drei – ein Platz, den die auffällig gut segelnden und am Ende viertplatzierten neuen SailGP-Akteure aus Spanien mit Phil Robertson am Steuer hätten haben können, wären da nicht die neun Strafpunkte für das verpatzte Manöver und die Kollision im Duell mit den Franzosen gewesen. Das ebenfalls neue Team aus Dänemark sicherte sich hinter den USA und vor Frankreich Platz sechs.

Hier geht es zu den Ergebnissen und zur Saisonwertung.

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