Regatta-News
Simone Bianchetti bei zweiter Etappe von Around Alone endlich im Ziel

In drei Tagen starten die Yachten zur dritten Etappe der Einhand-Regatta

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 12.12.2002

J. Taylor Simone Bianchetti

Endlich, 57 Tage nach seinem Start in Torbay/England, hat Simone Bianchetti als letzter Teilnehmer der Around-Alone-Regatta mit Kapstadt den Zielhafen der zweiten Etappe erreicht.

Dabei wurde Bianchetti mit seinem Open 60 "Tiscali" ein grandioser Empfang bereitet. Alle anderen Teilnehmer des Spektakels (der Schweizer Etappensieger Bernard Stamm erreichte mit seinem Open 60 "Bobst Group-Amor Lux" schon nach 29 Tagen und 21 Stunden Kapstadt) kamen in den Hafen, um den verlorenen Sohn Bianchetti zu begrüßen.

Obwohl der Italiener vor Beginn der Etappe ganz bestimmt nicht mit dem letzten Rang bei den Open 60s geliebäugelt hatte, zeigte er sich nach seiner Ankunft zufrieden, ja fast bereit, einen solchen Misserfolg zu wiederholen: "Wenn es für den Letzten immer so einen Empfang gibt - das ist ja fantastisch."

Grund für die Verspätung Bianchettis waren in erster Linie technische Probleme. Schon in Brest musste er kurz nach dem Etappenstart einen Zwischenstopp einlegen, weil sein Autopilot streikte. Noch schlimmer erwischte es den Einhandsegler dann in der Biskaya. Während die Teilnehmer der Klasse II (Open 50 und Open 40) aufgrund eines schweren Sturms geschlossen in Schutzhäfen einliefen (ein Novum in der Geschichte der Einhand-Regatta), verlor Bianchetti im Unwetter seinen 30 Meter hohen Carbon-Mast. Nur mit Mühe erreichte er den kleinen spanischen Hafen Carino, etwa 40 Seemeilen von La Coruña entfernt.

Fast schien es, die Weltumsegelung sei für ihn gelaufen. Denn eine Regel bei Around Alone besagt, dass die Teilnehmer auf eigenem Kiel die Etappenhäfen erreichen müssen. Aber Fairplay scheint bei den Einhandseglern groß geschrieben zu werden. Telefonisch ordnete der führende Bernard Stamm seine Shore-Crew an, dem havarierten Italiener den Ersatzmast der "Bobst Group-Amor Lux" zur Verfügung zu stellen.

Kulant zeigte sich auch das Team der Mitkonkurrentin Emma Richards, das sich bereiterklärte, Stamms Mast auf einem teameigenen Service-Boot in Carino abzuliefern. Nur mithilfe seiner Gegner konnte Simone Bianchetti also das Rennen wieder aufnehmen und noch rechtzeitig Kapstadt erreichen.

Allerdings bleiben ihm nur noch zwei Tage, um sich zu regenerieren und das Boot für die nächste lange Etappe von Kapstadt nach Tauranga/Neuseeland in Schuss zu bringen. Der Start erfolgt am Samstag, den 14. Dezember um 12 Uhr mittags.


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Themen: 2. EtappeAround-AloneRegattaSimone BianchettiZiel

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