Olympische Bootsklassen
Silke Hahlbrock muss EM-Titel abgeben

Hamburgerin segelt bei Europameisterschaft nur auf Platz 7– In anderen Klassen mehr Fortune für deutsche Crews

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 17.05.2010

Daniel Forster/go4image Schluss im Viertelfinale: Silke Hahlbrock und ihr Match Race Team Hamburg (r.) unterlagen bei der Matchrace-EM gegen die späteren Siegerinnen aus Russland um Ekaterina Skudina

Ihre Mission Titelverteidigung ist nicht geglückt. Bei der Matchrace Europameisterschaft im österreichischen Hard am Bodensee verpassten Steuerfrau Silke Hahlbrock und ihr Team den Einzug ins Finale.

Titel verspielt, Erfahrung gewonnen — so lautet das Fazit des Matchrace Team Hamburg nach der EM. Das Trio vom Hamburger Segel-Club (HSC) lieferte sich einen großen Viertelfinalkampf gegen Ekaterina Skudina und ihre Mannschaft aus Russland. Die späteren Siegerinnen gewannen in der Runde der besten acht Teams nur knapp mit 3:2 gegen die deutschen Damen.

„Wir haben schon 2:0 geführt, aber die Russinnen waren einfach schneller als wir", sagte Hahlbrock enttäuscht. "Uns ist die Umstellung von den olympischen Elliotts auf die in Österreich eingesetzten Boote vom Typ Scholz 22 zu schwer gefallen."

Am Start waren die Hamburgerinnen fast durchweg stark. Aber, so Hahlbrock selbstkritisch: "wir waren die langsamsten an der Kreuz." Als schwere Niederlage empfand sie Platz sieben gleichwohl nicht. Sie konzentriere sich in der Olympia-Vorbereitung voll und ganz auf den dafür festgelegten Bootstyp, so die ehrgeizige Steuerfrau.

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner sah es ähnlich. Nach dem Finale am Samstag erklärte sie, mit der Festlegung auf die Boote vom Typ Elliott 6m für das olympische Frauen-Matchracing durch den Weltseglerverband sei einer der Grundgedanken in dieser speziellen Disziplin weggefallen: die Notwendigkeit, verschiedene Boote gleich gut zu beherrschen. "Vor diesem Hintergrund hat Silke Recht, sich vor allem auf die Elliotts zu konzentrieren. Da ist der siebte Platz auf einem ihr fremden Boot leicht wegzustecken," bilanzierte die DSV Sportchefin.

Ergebnisse
1. Ekaterina Skudina (RUS)
2. Lucy MacGregor (DEN)
3. Lotte Meldgaard (DEN)
...
7. Silke Hahlbrock (Hamburg)

Junioren überraschen bei Finn-EM
Für Jan Kurfeld lief es bei der Finn-Dinghy-Europameisterschaft nicht wie erhofft. Nach zuletzt guten Leistungen kann er mit dem 28. Platz im kroatischen Split nicht zufrieden sein.

Dagegen machten mit Christoph Froh (Schwerin) und Julian Massler (Radolfzell) zwei junge Nachwuchstalente auf sich aufmerksam. Sie erreichten in der gesonderten Nachwuchswertung die Plätze fünf und neun. DSV-Sportdirektorin Stegenwalner lobte die Ergebnisse als „erfreulich und motivierend“.

Ergebnisse
1. Ivan Kljakovic Gaspic (CRO), 35 Punkte
2. Edward Wright (GBR), 35 Punkte
3. Daniel Bigmark (SWE), 41 Punkte
...
28. Jan Kurfeld (Wismar), 145 Punkte
41. Andre Budzien (Schwerin), 219 Punkte
46. Christoph Froh (Schwerin), 238 Punkte
47. Ulli Kurfeld (Wismar), 257 Punkte
52. Julian Massler (Radolfzell), 293 Punkte

Fraglia Vela Riva Gut in Form am Gardasee: Die deutsche Starboot-Flotte überzeugte einmal mehr bei den Eurolymp-Regatten vor Torbole

Positive Bilanz am Gardasee
Gute Leistungen zeigten die deutschen Teilnehmer am gleichen Wochenende bei der Eurolymp-Regatta vor Torbole am Gardasee. Herausragend einmal mehr die Ergebnisse der Starboot-Crews: Die Berliner Matthias Miller und Benedikt Wenk segelten auf Platz drei, Johannes Barbendererde/Timo Jacobs (Lübeck) wurden fünfte und Alexander Schlonski/Frithjof Kleen (Berlin) erreichten Platz sieben.

Im Männerfeld der 470er beendeten Ferdinand Gerz und Tobias Bolduan aus München Platz fünf, Morten Bogacki und Jens Steinborn aus Berlin schlossen die anspruchsvolle Serie mit Platz acht ebenfalls in den Top Ten ab.

Ergebnisse
Starboot
1. Marin Lovrovic/Sinisa Mikulicic (CRO), 30 Punkte
2. George Szabo/Mark Strube (USA), 39 Punkte
3. Matthias Miller/Benedikt Wenk (Berlin), 42 Punkte
...
5. Johannes Barbendererde/Timo Jacobs (Lübeck/Kiel), 47 Punkte
7. Alexander Schlonski/Frithjof Kleen (Rostock/Berlin), 73 Punkte

470er Männer
1. Luca Calabrese/Juan de la Fuente (ARG), 27 Punkte
2. Luca Dubbini/Roberto Dubbini (ITA), 48 Punkte
3. Gabrio Zandona/Pietro Zucchetti (ITA), 50 Punkte
...
5. Ferdinand Gerz/Tobias Bolduan (München), 75 Punkte
8. Morten Bogacki/Jens Steinborn (Berlin), 84 Punkte


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Themen: DSVHahlbrockMatchraceolympisch

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