Regatta-News
Schlonski holt den Laser-Titel im Finale

Außerdem: Die alten sind auch die neuen deutschen Meister im Seesegeln

  • YACHT Online
 • Publiziert am 28.07.2005

Nils Bergmann Alexander Schlonski (l.) gewann das Finale im Laser, ausgetragen direkt vor der Mole

Travemünder Woche: Der Rostocker Alexander Schlonski gewann gestern in den neuartigen Finalrennen die olympische Laser-Klasse. Bei der Contender-Weltmeisterschaft verlor der Kieler Jan von der Bank die Führung. Und: Titelvergabe bei der IDM-Seesegeln.

"Die kurzen Läufe so dicht am Ufer haben großen Spaß gemacht", waren sich die Laser-Segler einig, die an den Finalrennen teilgenommen hatten. Auch wenn es mal hart sein könnte, als Bester der Vorläufe nach diesem Modus gleich auszuscheiden, so wäre doch für Zuschauer und Aktive für Spannung gesorgt. Einige hundert Interessierte hatten sich denn auch an der Nordermole und am Strand eingefunden, um die Entscheidung in der kleinsten olympischen Klasse hautnah zu verfolgen.

Besonders spannend war die Vorschlussrunde, als noch vier Laser auf der Bahn waren. Als nacheinander Lokalmatador Simon Grotelüschen aus Lübeck und der Kieler Tobias Schadewaldt wegen Pumpens disqualifiziert wurden, wurde das geplante Dreierfinale zum reinen Matchrace. Alexander Schlonski siegte gegen Thomas Reger aus Breitbrunn und freute sich über seinen ersten Travemünder Woche-Sieg: "Im dritten Anlauf in Travemünde hat es endlich geklappt. Ich bin sehr glücklich, die Führung aus den vorhergehenden Läufen verteidigt zu haben, denn es ging ja wieder bei null los."

Seine "persönliche Auszeit" nahm Jan von der Bank im ersten WM-Rennen des Tages. "Ich war gut gestartet und zunächst auch auf der richtigen Seite, bin dann aber zu früh gewendet und erwischte einen Winddreher gegen mich", berichtete der 38-Jährige. Als er nur noch im Mittelfeld der 106 Contender lag, gab er die Wettfahrt vorzeitig auf. Der neue Spitzenreiter Marcus Hamilton kam als 15. noch mit einem blauen Auge davon und hatte im Anschluss richtig Glück, als er bei einem erneuten Dreher genau auf der richtigen Seite lag und einen ungefährdeten Tagessieg einfuhr. "Ich musste mich dagegen aus den Zwanzigern noch mühsam nach vorne kämpfen", so von der Bank. Als Zwölfter des Rennens stehen nun drei Zähler Rückstand auf den Australier zu Buche, aber der Italiener Giovanni Bonzio punktgleich im Rücken. "In der Liste wird es noch reichlich hoch und runter gehen", versprach der Deutsche, bei der WM sei immer mal ein deftiger Ausrutscher drin.

Einen versöhnlichen Abschluss fanden die Dickschiffe auf der Seebahn. Nach einigem Hickhack und vielen Protesten in den ersten Meisterschaftstagen, für die der oberste Wettfahrtleiter Walter Mielke bei der Siegerehrung ausdrücklich um Vergebung bat, gab es bei der letzten Wettfahrt keine Beschwerden. Bei sehr leichten Winden wollten die Verfolger in allen Klassen nochmals angreifen. In die Titelvergabe konnten sie aber nicht mehr eingreifen. "Es ist besser gelaufen als zuvor gedacht, denn wir sind hier praktisch ohne Training angetreten", meinte Sven Christensen, Steuermann der "No Limits". Er hielt die "Cala Ventinove" von Uwe Wenzel aus Bremen und die "Froschkönig " von Detlef Amlong aus Flensburg auf Distanz. Nur inoffizieller neuer Meister ist die "Lollipop", denn in der Klasse IMS II war nicht die Mindestzahl von zehn Teilnehmern zusammen gekommen. "Das ist zwar bedauerlich", meinte Jan Hinrichs, "aber wir konnten nur die schlagen die da sind." Zweiter wurde die "Vihuela" (Gerhard Schulz/Hamburg) vor Peter Süselbecks "Westwind" (Oberhausen).

Nils Bergmann Die "L+M Hispaniola" gewann in der IMS Klaase I die IDM-Seesegeln

Die besonders hart umkämpfte Krone in der IMS-I-Klasse durfte sich erneut Horst Mann mit seiner Mannschaft der "L+M Hispaniola" aufsetzen. "Wir sind natürlich sehr froh, denn bis kurz vor der Siegerehrung mussten wir bangen, weil es noch Proteste gab. Aber es hat gereicht", sagte ein sichtlich erleichterter Eigner. Mit 1,5 Punkten Vorsprung siegte die "L+M Hispaniola" vor der norwegischen "Al Cap One III" mit Steuermann Peer Moberg. Die Vorjahreszweite "Hanseatic Lloyd" von Christian Plump (Bremen) musste dieses Mal mit Bronze zufrieden sein.

Endstände nach dem fünften Tag der 116. Travemünder Woche

Olympische Laser (nach Finalrennen): 1. Alexander Schlonski (Rostock); 2. Thomas Reger (Breitbrunn); 3. Tobias Schadewaldt (Kiel); 3. Simon Grotelüschen (Lübeck); 5. Bastian Reichartz (Kiel); 6. Mathias Rieck (Rostock).

Internationale Deutsche Meisterschaft im Seesegeln: IMS I (nach sieben Wettfahrten): 1. L+M HISPANIOLA (Horst Mann/Kiel) 12,5 Punkte; 2. AL CAP ONE III (Peer Moberg/Norwegen) 14; 3. HANSEATIC LLOYD (Christian Plump/Bremen) 18,5; 4. SIXTY4 (Alv Gundlach/Rendsburg) 30,5; 5. EXTASY (Thomas Brügge/Neumünster) 32,5; 6. VARUNA (Jens Kellinghusen/Hamburg) 35.

IMS II (nach sieben Wettfahrten): 1. LOLLIPOP (Jan Hinrichs/Berlin) 13 Punkte; 2. VIHUELA (Gerhard Schulz/Papenburg) 15; 3. WESTWIND (Peter Süselbeck/Oberhausen) 22; 4. PATENT3 (Jürgen Klinghardt/Bremen) 23,5; 5. PONTUS (Matthias Horstmann/Hamburg) 29,5; 6. VARUNA X PRESS (Kai Haupthoff/Fahrdorf) 34.

IMS III+IV (nach sechs Wettfahrten): 1. NO LIMITS (Lars und Sven Christensen/Harrislee) 7,5 Punkte; 2. CALA VENTINOVE (Uwe Wenzel/Bremen) 10,5; 3. FROSCHKÖNIG (Detlef Amlong/Schwedeneck) 17; 4. CHINOOK (Johann Friedrichsen/Flensburg) 21; 5. SISQUA (Armin Balser/Frankfurt) 25,5; 6. STALKER (Florian Jungblut/Hamburg) 32.

Zwischenstände:

Contender-Weltmeisterschaft (nach fünf Wettfahrten): 1. Marcus Hamilton (Australien) 19 Punkte; 2. Jan von der Bank (Kiel) 22; 3. Giovanni Bonzio (Italien) 22; 4. Andrea Bonezzi (Italien) 26; 5. Stuart Jones (Großbritannien) 26; 6. Graham Scott (Großbritannien) 27.

INT 14 Europameisterschaft (nach zwei Wettfahrten): 1. Richardson/Barker (Großbritannien) 3 Punkte; 2. Massey/Nurton (Großbritannien) 5; 3. Nurton/Ash (Großbritannien) 6; 4. Tavner/Clay (Großbritannien) 11; 5. Penman/Bastow (Großbritannien) 13; 6. Douglas/Reed (Großbritannien) 15.

Internationale Deutsche Juniorenmeisterschaft 470er (nach drei Wettfahrten): 1. Lorenz/Gebert (Berlin) 8 Punkte; 2. Pawlowski-Hegermann/Boeckler (Neuruppin) 17; 3. Blaschkiewitz/Genrich (Lübeck) 18; 4. Dzembritzki/Schmoldt (Berlin) 19; 5. Lehmann/Wandel (Schwerin) 19; 6. von Spee/Wegner (Göttingen) 21.

Javelin Eurocup (nach elf Wettfahrten): 1. Earl/Earl (Großbritannien) 15; 2. Schlittenhard/Schlittenhard (Braunschweig) 22; 3. Smith/Dyson (Großbritannien) 33; 4. Scheel/Prehn (Wachtendonk) 46; 5. Dixon/Partington-Smith (Großbritannien) 52; 6. Pickles/Fisher (Großbritannien) 53.

Sportsboats German Open (nach drei Wettfahrten): 1. TRADEWINDS (Artur Pomorski/Polen) 4 Punkte; 2. BERLINER SEGLER.DE (Jens Hartwig/Berlin) 7; 3. BRYZA 7000 (Tomasz Piasecki/Polen) 12; 4. PETO JR (Riku Ruokolahti/Finnland) 14; 5. PLAYMATZ (Hans-Hermann Rüggesiek/Berlin) 14; 6. HAIOPEI (Jörn Petry/Flensburg) 22.

Dyas (nach sechs Wettfahrten): 1. Sueße/Bender (Köln) 7 Punkte; 2. Seyfarth/ Schmidt (Höhr-Grenzhausen) 9; 3. Roland/Rocholl (Gelsenkirchen) 23; 4. Grotebrune/Stricker (Hamburg) 26; 5. Zinsli/Iten (Schweiz) 31; 6. Leicher/Bruchhof (Koblenz) 42.

Trias (nach sechs Wettfahrten): 1. Uerlichs/Stoffels/Uerlichs (Simmerath) 7; 2. Stamm/Reeh/ Glaeser (Berlin) 14; 3. Rosenberger/ Diehl/Kube (Berlin) 22; 4. Assheuer/Schaad/Zeller (Köln) 24; 5. Broy/Ulrich/Schmidt (Berlin) 27; 6. Bünten/Wipperfürht/Siemer (Stolberg) 28.

18 Footer (nach zwei Wettfahrten): 1. Clausen/Ebler/Friedrichsen (Dänemark) 2 Punkte; 2. Barton/Borrett/Turnbull (Großbritannien) 4; 3. Orion/Caiveau/Vallee (Frankreich) 6; 4. Gieser/Nocke/Schürich (Heidelberg) 9; 5. Keser/Meisner/Eggersdorfer (Berlin) 9; 6. Paterson/Peter/Müller (Australien) 14.


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