Regatta-News
Saisonhöhepunkt ausgefallen

Roland Gäblers Saisonbilanz und Pläne als Strandsegler und Bundestrainer

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 07.10.2002

Kite-Buggy in der Sahara

Die Enttäuschung war groß für Roland Gäbler. Nachdem es zu einem tragischen Unglück am Strand von Lytham St. Annes in England gekommen war, mussten die Europameisterschaft im Strandsegeln und die Weltmeisterschaft im Kite-Buggy für dieses Jahr abgesagt werden.

Beides waren die persönlichen Saisonhöhepunkte für Roland Gäbler (37), den Bronzegewinner im Tornado.
Ein schlimmer Unfall, bei dem ein Kind von einem Strandsegler angefahren worden war und starb, hatte zu einer Sperrung der englischen Strände geführt — die geplanten Veranstaltungen konnten nicht verlegt werden und mussten ausfallen.

"Natürlich verstehe ich die Vorsicht der Behörden, aber für mich war das besonders dumm, da ich wirklich sehr gut vorbereitet war und mir gute Ergebnisse erhofft hatte“, so Roland Gäbler. „Strandsegeln ist nicht grundsätzlich gefährlich für Zuschauer, aber die Rennstrecken müssen in Zukunft besser abgesperrt werden“, so der ehemalige Katamaran-Spezialist.

Langeweile kommt bei dem vielfachen Welt- und Europameister in der Katamaranklasse Tornado trotzdem nicht auf. Nachdem sich Gäbler im Anschluss an den Bronzesieg in Sydney aus der olympischen Tornadoklasse zurückgezogen hatte, übernahm er den Posten des Bundestrainers für die Klassen 49er und Tornado beim Deutschen Segler-Verband. "Diese Aufgabe braucht sehr viel Zeit, weit mehr als ich gedacht habe“, so Gäbler, der sich derzeit für den Aufbau eines Leistungszentrums in Kiel engagiert. "Noch ist das Leistungsniveau in beiden Klassen nicht olympiaverdächtig — da wartet noch viel Arbeit“, so Gäbler. Er betreut nicht nur die Athen-Aspiranten, sondern baut auch den olympischen Nachwuchs auf. Im 49er teilt er sich die Arbeit mit dem Olympiateilnehmer von Sydney im 49er; Phillip Barth. „Wir ergänzen uns hervorragend und bilden ein gutes Trainer-Duo“, sagt Gäbler.

Derzeit ist Gäbler auf dem Weg in den Senegal, wo er für den Club Aldiana exklusive Katamaran-Schulungen durchführt. Der gebürtige Bremer ist für spannende Projekte bekannt. Zum Ende des Jahres plant er eine große Sahara-Expedition mit dem Kite-Buggy. 1000 Kilometer führt die Strecke quer durch die Sandwüste. „Das heißt navigieren nach anderen Regeln“, so Gäbler über sein Abenteuer.

Der Zeitplan ist eng gesteckt, denn im Oktober, nach der Rückkehr aus dem Senegal, steht noch ein Start beim Strandsegelrennen von Terschelling (Holland) an.
Auch von der Formel 1 des Segelsports, den Open-60-Trimaranen, hat sich Roland Gäbler noch nicht verabschiedet. In der kommenden Saison könnte es sehr gut sein, dass man das Torndao-Ass wieder auf dem großen Dreirumpfer von Phillip Monnet findet.


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Themen: Gäbler

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