SailGP: fulminanter Comeback-Sieg für Australien in Chicago
Tom Slingsby: "Wir sind nicht unschlagbar"

Wieder ein meisterlicher Sieg für Team Australia. Auf dem Michigansee leisteten sich die SailGP-Seriensieger zwar zwei Ausrutscher, gewannen am Ende aber doch

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 19.06.2022
Nach der ersten Regatta der Saison vor Bermuda gewannen Tom Slingsby und Team Australia auch die zweite in Chicago Nach der ersten Regatta der Saison vor Bermuda gewannen Tom Slingsby und Team Australia auch die zweite in Chicago Nach der ersten Regatta der Saison vor Bermuda gewannen Tom Slingsby und Team Australia auch die zweite in Chicago

Bob Martin for SailGP Nach der ersten Regatta der Saison vor Bermuda gewannen Tom Slingsby und Team Australia auch die zweite in Chicago

Wenn man im Triple-Finale die Startlinie bei null und zehn Stundenkilometer schneller als die beiden Rivalen kreuzt, dann hat man im SailGP schon die halbe Miete für den Regattasieg eingefahren. Passiert man dann die erste Marke mit Vorsprung, geht es bei einer Mannschaft wie Team Australia in aller Regel auch so ins Ziel. Das war bei der zweiten SailGP-Regatta der dritten Saison in Chicago wieder einmal genauso. Tom Slingsby, zweimaliger Weltsegler des Jahres, und seine Grün-Gelben geben weiterhin den Ton an in der Profiserie um eine Million US-Dollar Preisgeld, das am Saisonende an die Sieger geht. Dabei hatte die imposante Segelschau auf dem Michigansee für die Australier alles andere als vielversprechend begonnen. Im ersten der fünf Fleetraces bis zum Finale kam das Team aus Down Under in der Eliteflotte der neun Teams nicht über Rang sieben hinaus. Ein noch heftigerer Ausrutscher unterlief den Australiern zu Auftakt von Tag zwei im insgesamt vierten Lauf. Da kamen sie erst als Letzte ins Ziel. "Da sahen wir unsere Siegchancen schon schwinden", sagte Steuermann Slingsby später fast ein wenig staunend über das dann folgende Comeback.

Ricardo Pinto for SailGP Beim SailGP-Segeln ist Athletik gefordert, die hier von Flügeltrimmer Stuart Bithell im Schweizer Team demonstriert wird

Chloe Knott for SailGP Mussten beim T-Mobile United States Sail Grand Prix in Chicago mit hinteren Plätzen zufrieden sein: die Teams aus Dänemark (6.), Spanien (7.) und die amerikanischen Gastgeber (8.) mit dem etwas ernüchterten Steuermann Jimmy Spithill

Jon Buckle for SailGP Die SailGP-Flotte auf dem Michigansee vor Chicago

Die Fehltritte konnten den Abo-Siegern im SailGP nichts anhaben. "Das Team hat unter Druck super agiert", beschrieb Slingsby eine der vielen Siegqualitäten seiner Mannschaft. Den Weg ins Finale der besten drei Teams bahnte sich Team Australia nach dem Rückschlag in Rennen vier mit einem Sieg in Rennen fünf zum entscheidenden Zeitpunkt. Mit deutlich besserem Gesamtergebnis nach den fünf Fleetraces beeindruckte Kanada die Konkurrenz. Die Neuen im SailGP mit dem stark am Steuer agierenden Kiwi Phil Robertson glänzten in den Fleetraces mit den Rängen 4, 1, 2, 2 und 2 und segelten als Fleetrace-Sieger ins Triple-Finale, für das sich auch Sir Ben Ainslie und Team Great Britain mit der Serie 2, 3, 2, 3 und 5 qualifizierten. Im Dreikampf zeigten die Australier mit herausragender Positionierung, der Fähigkeit zum schnellen Umschalten und Top-Geschwindigkeiten, warum sie die SailGP-Meister sind, die es zu schlagen gilt. Slingsby erklärte, sein Team habe am Pinend starten wollen. Als das nicht möglich war, haben sie eben beschlossen, wenigstens mit der schnellsten Geschwindigkeit über die Linie zu gehen. Das Vorhaben gelang meisterlich. Die Slingsby-Crew gewann den USA SailGP auf dem Michigansee im Finale vor Kanada und Großbritannien.

Bob Martin for SailGP Nach Problemen im spanischen Team war der frühere Matchrace-Weltmeister Phil Robertson zum kanadischen Team gewechselt. Dort kann er sich beim Neustart der Mannschaft im Zusammenspiel offenbar besser entfalten

Der zweite Saisonsieg und der fünfte Regattasieg in Folge führt bei America's-Cup-Gewinner, Olympiasieger und Mottenweltmeister Tom Slingsby aber nicht zu Übermut. Auf die Frage, wer sein Team stoppen könne, sagte der bodenständig gebliebene 37-Jährige: "Ich sehe da einige. Wir sind nicht unschlagbar. Wir hatten auch ein bisschen Glück. Die Kanadier haben uns in den Fleetraces hier in Chicago ganz deutlich geschlagen. Auch die Briten segeln stark." Am größten dürfte die Freude bei den Kanadiern sein, die – als Team gerade erst in den SailGP eingestiegen – mit Antreiber Robertson schon am Thron der Australier rütteln und in den USA Sir Ainslies America's-Cup-Jäger auf Platz drei verweisen konnten. Hier geht es zu den Ergebnissen im SailGP (bitte anklicken!) . Wer die Ereignisse an Tag zwei inklusive Finale gern noch einmal sehen möchte, findet hier die Wiederholung .

SailGP Team Canada Dieses kreative Jubel-Bild der Kanadier mit dem Länderzeichen CAN kursierte nach Platz zwei in Chicago in den sozialen Netzwerken. Motto: "WeCANinspire"


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Themen: ChicagoSailGP

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