Regatta-News
Ruhiger Start bei der Kieler Woche

Viele Wettfahrten fallen der Flaute zum Opfer

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 20.06.2005

segel-bilder.de

Obwohl die Flaute die Kieler Woche auch am zweiten Tag, dem gestrigen Sonntag, noch fest im Griff hatte, ist die Stimmung bei den Seglern weiterhin ungetrübt. Kein Wunder – zum einen bedeutete das Hoch zwar extrem wenig Wind, aber auf der anderen Seite auch strahlenden Sonnenschein über der Förde.

So wurde die meiste Zeit auf dem Wasser mit Sonnen- und anderen Bädern verkürzt. Nur zwei von 45 geplanten Wettfahrten konnten auf den Dreiecksbahnen der Kieler Woche am Sonntag gesegelt werden. Ein ausgedehntes Hochdruckgebiet sorgte für eine Flaute, die alle weiteren Rennen verhinderte. Lediglich im Folkeboot und in der J24, zwei nichtolympische Kielbootklassen, wurden die Rennen absolviert.

Bei den Folkebooten siegte die dänische Crew um Hans Henriksen, beste deutsche Mannschaft wurde das Team des Hamburgers Jürgen Breitenbach. In der J24-Klasse siegte die schwedische Crew von Peter Rosenqvist vor der Mannschaft des Hamburgers Peer Kock. Nach den Rennen am Sonnabend im 29er und im 420er sind nach zwei Wettfahrttagen gerade einmal vier von 16 internationalen Klassen gestartet. Für den neuen Organisations-Chef Jobst Richter dennoch kein Problem: „Am Montag kommt der Wind, wir werden gleich morgens lossegeln und wollen in allen Klassen vier Wettfahrten absolvieren.“ Auch am letzten Wettfahrttag für die internationalen Klassen, dem Dienstag, wird Wind vorhergesagt: „Niemand muss sich Sorgen machen, wir werden in allen Klassen Kieler-Woche-Sieger küren.“

Zu denen, die nicht ganz vorn auf das Siegertreppchen wollen, gehört einer der prominentesten Teilnehmer der diesjährigen Kieler Woche: Hasso Plattner, Gründer und Miteigentümer der Software-Schmiede SAP, ist im 505er am Start. Extra für die Kieler Woche hat er ein Trainingslager bei Wolfgang Hunger und Holger Jeß absolviert — allerdings nicht auf der kalten Ostsee, sondern auf den Bermudas. Für Plattner, zu dessen Lebensmaximen es gehört, immer ein Optimum zu erreichen, soll die Kieler Woche aber nicht die Endstation sein: Auch die Weltmeisterschaft in Warnemünde hat er noch auf dem Regatta-Kalender.

Am Samstag schoben sich bei strahlendem Sonnenschein und leichten Winden um 2 Beaufort rund 220 Yachten bei der Aalregatta, traditionsgemäß die erste Wettfahrt beim Weltfest der Segler, vor einigen tausend Zuschauern am Hindenburgufer über die Startlinie und machten sich auf den Weg nach Eckernförde.

Als erstes Schiff kam der Open 60 „Hugo Boss“ des Briten Alex Thomson ins Ziel — und hatte dort rund eine Stunde Vorsprung vor den nächsten Booten. Aber der schnelle Racer, der bei der diesjährigen Vendée-Globe-Regatta gewesen war, aber vor Kapstadt hatte aufgeben müssen, hatte der Konkurrenz einiges zu vergüten und musste sich am Ende mit einem dritten Rang in der Klasse ORC 1 zufrieden geben — geschlagen von den Yachten „Dawn“ und „Meltemi“.


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Themen: EventsKieler WocheRegatta

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