Jules Verne Trophy
Ruderschaden: Sodebo muss Jules-Verne-Rekordversuch aufgeben

Kein Weihnachtsmärchen für Thomas Covilles "Sodebo Ultim 3"-Team: Die achtköpfige Crew musste im Indischen Ozean mit Schäden am Steuerbordruder aufgeben

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 12.12.2020
"Sodebo Ultim 3" "Sodebo Ultim 3" "Sodebo Ultim 3"

Vincent Curuchet / Sodebo "Sodebo Ultim 3"

Sie wollten den Rekord für die schnellste Nonstop-Weltumseglung einer Mannschaft unter 40 Tage drücken. Nun müssen sie ihren ehrgeizigen Versuch nach 16 Tagen auf See abbrechen und einen Reparaturhafen anlaufen. Der Trimaran "Sodebo Ultim 3" hat die rasend schnelle Fahrt über den von Boris Herrmann als "Buckelpiste" beschriebenen Indischen Ozean nicht heil überstanden. Am Freitagabend musste die achtköpige Crew um Skipper Thomas Coville die Aufgabe ihres ambitionierten Vorhabens vermelden. Ein Schaden am Steuerbordruder, der auch nach Rücksprache mit der Landmannschaft und trotz der geballten Expertise an Bord auf See nicht zu beheben war, sorgte für das jähe Aus am 11. Dezember – 13 Tage vor dem Weihnachtsfest.

Vincent Curuchet / Sodebo Aktuell sind die Aussichten für "Sodebo Ultim 3" eher grau, doch das Comeback soll nach dem Aus schnell folgen

Vier Tage vor der Aufgabe im Indischen Ozean hatte die Mannschaft diesen Clip veröffentlicht. Das Tempo des Trimarans wirkt schon beim Ansehen schwindelerregend…

Den Schaden entdeckte die Crew beim schnellen 30-Knoten-Ritt zwischen den Kerguelen und Kap Leeuwin. Trotz intensiver Versuche, das Problem zu beheben, sah das Team am Abend keine Chance mehr, seiner 32 Meter langen Rekordjägerin wieder die hundertprozentige Leistungsfähigkeit zurückzugeben und mit voller Kraft um die Jules-Verne-Trophäe zu kämpfen. Das Rennen gegen die Uhr hatte für Thomas Coville, François Duguet, Sam Goodchild, Corentin Horeau, Anbord-Reporter Martin Keruzoré, François Morvan, Thomas Rouxel und Matthieu Vandame am 25. November um 2.55 Uhr am frühen Morgen begonnen.

Kurz vor der Aufgabe war noch dieses Video zu sehen. Nicht nur die Geräuschkulisse an Bord von "Sodebo Ultim 3" wirkt beängstigend

Mit schnellen Etmalen und vor allem den 889,9 Seemeilen in 24 Stunden am 5. Dezember hatte das Sodebo-Segel-Team sein Potenzial inn den vergangenen Tagen eindrücklich nachgewiesen. Doch der Indische Ozean, der aktuell gar nicht weit entfernt auch den Vendée-Globe-Solisten das Leben so schwer macht wie selten zuvor, hat die französische Sodebo-Equipe nicht passieren lassen. Der bestehende, 2017 aufgestellte Rekord von "Idec Sport" und ihrer Crew um Skipper Francis Joyon bleibt mit 40 Tagen, 23 Stunden und 30 Minuten vorerst das Maß der Dinge, bevor die Teams von "Sodebo Ultim 3" und der nach einer Kollision mit einem "Ufo" ebenfalls nach Lorient zurückgekehrten "Maxi Edmond de Rothschild" erneut durchstarten.

Martin Keruzoré / Sodebo Die harte Arbeit der Crew hat sich bei diesem Jules-Verne-Rekordversuch nicht ausgezahlt, doch es werden weitere Anläufe folgen

Vincent Curuchet / Sodebo Das Vorschiff als Arbeitsplatz an Bord von "Sodebo Ultim 3"

Mit beschädigtem Ruder wollen Covilles Männer zunächst die rund 2300 Seemeilen entfernte Insel La Réunion ansteuern. Dort soll das Boot für die Rückfahrt nach Lorient soweit wie möglich repariert und sicher gemacht werden. Von Sodebos Co-Präsidentin Patricia Brochard gab es aufmunternde Worte für die Rekordjäger, die bei diesem Versuch ohne Fortune waren: "Die Teilnahme an der Jules Verne Trophy erfordert menschlich und technisch ein hohes Maß an Vorbereitung. Thomas, François, Sam, Corentin, Martin, François, Thomas und Matthieu haben sich dieser Herausforderung mit totalem geistigen und körperlichen Engagement gestellt. An Land waren bei diesem Versuch auch die  Wettergruppe und das gesamte Lorient-Team bewundernswert. Ich möchte ihnen allen für die geleistete Arbeit danken. Es ist uns gelungen, unser Publikum durch dieses außergewöhnliche Abenteuer zum Träumen zu bringen. Natürlich ist diese Aufgabe eine Enttäuschung für alle. Sie wird aber auch lehrreich sein und die Erfahrung bringen, um unsere nächsten Herausforderungen zu meistern."

Sodebo Voile Kleiner Trost: Der seit mehr als 20 Jahrenn in Sodebo-Diensten stehende Skipper Thomas Coville (Mitte vorne) gehört zu den Nominierten für die Wahl von Frankreichs Skipper des Jahrzehnts. Viele weitere Stars des französischen Segelsports sind ebenfalls mit von der Partie


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Themen: Indischer OzeanJules Verne TrophySodeboThomas Coville

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