Rolex-Weltsegler des Jahres
Der talentierte Mr. Slingsby

An seiner Wahl gab es schon vor der Ehrung kaum Zweifel: Tom Slingsby ist Weltsegler des Jahres. Hannah Mills und Eilidh McIntyre gewannen bei den Frauen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 03.12.2021
Motten-Weltmeister, SailGP-Dominator, Middle-Sea-Race-Gewinner mit "Comanche" und so vieles mehr: Der Australier Tom Slingsby wurde zum zweiten Mal nach 2010 zum Rolex-Segler des Jahres gewählt Motten-Weltmeister, SailGP-Dominator, Middle-Sea-Race-Gewinner mit "Comanche" und so vieles mehr: Der Australier Tom Slingsby wurde zum zweiten Mal nach 2010 zum Rolex-Segler des Jahres gewählt Motten-Weltmeister, SailGP-Dominator, Middle-Sea-Race-Gewinner mit "Comanche" und so vieles mehr: Der Australier Tom Slingsby wurde zum zweiten Mal nach 2010 zum Rolex-Segler des Jahres gewählt

Matt Knighton/SailGP Motten-Weltmeister, SailGP-Dominator, Middle-Sea-Race-Gewinner mit "Comanche" und so vieles mehr: Der Australier Tom Slingsby wurde zum zweiten Mal nach 2010 zum Rolex-Segler des Jahres gewählt

Historischer Rahmen, stolze Gewinner: Der Weltseglerverband hat am Donnerstagabend die Besten des Sports geehrt. In der ehrwürdigen Royal Yacht Squadron in Cowes auf der Isle of Wight, Herzschlaghafen so vieler geschichtsträchtiger Segelereignisse und Regatten, führten die Moderatoren Alec Wilkinson und Hannah White durch den Abend, zu dem die Nominierten und Sieger zugeschaltet wurden. Nach der im vergangenen Jahr in der Corona-Pandemie ausgefallenen Ehrung war der Zeitraum für die zu bewertetenden Leistungen der Kandidaten weit gefasst worden, reichte von September 2019 bis August 2021. Die Sieger allerdings beeindruckten vor allem in diesem Jahr.

Martina Orsini Tom Slingsby als Motten-König in einer seiner so eindrucksvoll vielen Paradedisziplinen

Sailing Energy/World Sailing Wie bei den Olympischen Spielen im 49er mussten sie sich auch bei der Wahl der Weltsegler des Jahres dieses Mal knapp geschlagen: Neuseelands zweimalige America's-Cup-Gewinner Peter Burling und Blair Tuke

Allen voran der multitalentierte und über eine imposante Disziplinen-Breite überaus erfolgreiche Tom Slingsby. Die Motten-Weltmeisterschaft gewann er mit 13 von 14 möglichen Rennsiegen in einem Feld, das keinen America's-Cup-Vergleich zu scheuen brauchte. Auch im SailGP setzt er mit seinem Team Australia den Standard, führt das umkämpfte Klassement der Profi-Liga auf ihren foilenden Katamaran-Geschossen auf der Saison-Zielgeraden an. Den Titel der Premierensaison hat Slingsby schon in der Tasche, den zweiten will er sich in den ausstehenden beiden Regatten gerne sichern. Einen weiteren Sieg feierte Slingsby bei seinem ersten Einsatz auf "Comanche" im Rolex Middle Sea Race.

Für die Ehrung bedankte sich der bodenständig gebliebene und in Segelkreisen als offen und hilfsbereit geltende Supersegler aus Down Under fröhlich: "Ich fühle mich sehr geehrt, die Wahl zum Rolex-Weltsegler des Jahres gewonnen zu haben. Ich habe das Glück einer unglaublichen Karriere, in der ich die Möglichkeit habe, wunderschöne Boote mit so talentierten Seglern zu segeln. Ich genieße es wirklich, eine so große Bandbreite an Booten segeln zu können und immer etwas Neues dazuzulernen. Ich bin 37 Jahre alt und fühle mich wie dieser alte Hund, der immer noch neue Tricks lernt. Danke an alle, die gewählt haben. Wir sehen uns bald auf dem Wasser."

Sailing Energy/World Sailing War für seinen zweiten und letzten Olympiasieg im Finn nominiert: der Brite Giles Scott

Bernard Le Bars/Alea/VG2020 War für seinen Vendée-Globe-Sieg nominiert: der Franzose Yannick Bestaven

Sailing Energy/World Sailing War für seinen Olympiasieg bei der olympischen Abschiedsgala der RS:X-Surfer nominiert: der Niederländer Kiran Badloe

Auch bei den Frauen war die Wahl der Britinnen Hannah Mills und Eillidh McIntyre keine große Überraschung. 470er-Steuerfrau Hannah Mills segelte mit ihrer Vorschoterin Eilidh McIntyre in diesem Sommer in Enoshima zum Olympiasieg. Für die Steuerfrau war es bereits die dritte Goldmedaille. Sie stieg damit zur erfolgreichsten Olympseglerin der Sportgeschichte auf, verwies aber direkt auf zwei weitere Nominierte und sagte: "Am meisten freut es mich, wenn diese Ehrung und dieser Preis für uns weitere Frauen zu Ausnahmeleistungen inspiriert. Schaut euch Martine Grael und Kahena Kunze an. Sie könnten schon bei den nächsten Olympischen Spielen ihre dritte Goldmedaille gewinnen." Dass das möglich ist, bestätigten die angesprochenen Brasilianerinnen am Donnerstagabend bei der Live-Übertragung der Ehrung. Kahena Kunze sagte: "Wir haben entschieden, Paris 2024 anzugehen und freuen uns darauf."

Sailing Energy/World Sailing Die Weltseglerinnen über zwei Wahljahre: Hannah Mills und Eilidh McIntyre aus Großbritannien

Sailing EnergyWorld Sailing Martine Soffiatti Grael und Kahena Kunze hatten im Sommer ihr zweites Olympia-Gold gewonnen und gefeiert. Bei der Wahl der Weltsegler mussten sich die Brasilianerinnen der dreimaligen Olympiasiegerin Hannah Mills und ihrer Vorschoterin Eilidh McIntyre beugen

Die neuen Besten ihrer Zunft – Männer wie Frauen – haben sich ihren Platz auf der prominent besetzten historischen Liste der Weltsegler des Jahres verdient, die seit 1994 ausgezeichnet werden. Als Erste waren es damals die legendären Seesegler Sir Peter Blake und Sir Robin Knox-Johnston sowie die spanische Olympiasiegerin Theresa Zabell. Als einzigem Deutschen wurde Jochen Schümann die Ehre 1996 nach seinem dritten und letzten Olympiasieg zuteil. Keiner gewann den traditionell mit einer Rolex-Uhr verbundenen Preis so oft wie der Rekord-Olympiasieger Sir Ben Ainslie. Er wurde so oft zum Rolex-Weltsegler des Jahres ausgezeichnet, wie er Segel-Goldmedaillen gewann: viermal.

Vincent Curutchet/Alea/VG2020 Stand zur Wahl bei den Seglerinnen: Vendée-Globe-Solistin Clarisse Crémer aus Frankreich

Sailing Energy/World Sailing Zählte zu den Nominierten bei den Damen: die Laser-Radial-Olympiasiegerin Anne-Marie Rindom aus Dänemak

Insgesamt 146 nationale Mitgliedsverbände hatten 39 Athleten aus 19 Nationen zur Wahl vorgeschlagen. Ein Experten-Gremium mit fünf früheren Weltseglern des Jahres, darunter Nacra-17-Olympiasieger Santi Lange aus Argentinien und Doppel-Olympiasiegerin Shirley Robertson aus England, sowie vier weitere namhafte Segler, darunter Weltumseglerin Dee Caffari, wählten die jeweils fünf besten Kandidaten unter den vielen herausragenden Seglerinnen und Seglern aus, die online zur Publikumswahl standen. Außerdem gewann die Sail Africa Youth Development Foundation in Durban den mit 10.000 US-Dollar dotierten 11th-Hour-Racing-Nachhaltigkeitspreis. Die damit verbundene Trophäe war aus recycelter Kohlefaser aus dem America's Cup entstanden. Hier geht es zu allen nominierten Seglern und Organisationen (bitte anklicken!) .


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Themen: Rolex World sailor of the YearWeltseglerverband

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