AC-Weltserie
Ritter Ainslie erobert Neapel

Er hat nicht lange gebraucht, um auch dieses Spiel perfekt zu beherrschen: Olympia-Star Ben Ainslie lehrt das Cup-Establishment das Fürchten

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 19.04.2013

Giles Martin-Raget/ACEA Ben Ainslies Team J. P. Morgan BAR im Duell mit der italienischen "Luna Rossa"

Mit erst wenigen Monaten Segelerfahrung auf den rasanten Katamaranen vom Typ AC45 zählt der britische Überflieger Ben Ainslie eigentlich zu den Azubis in der America's-Cup-Weltserie (ACWS). Doch der erfolgreichste Olympiasegler der Sportgeschichte und sein Team J. P. Morgan BAR zeigen dem America's-Cup-Establishment jetzt schon ihr Heck. Wie gut für die amerikanischen Cup-Verteidiger, dass sie sich Ainslies Dienste für den 34. America's Cup längst gesichert haben und der von der Queen unlängst zum Ritter geschlagene Superstar dann nicht mehr – wie jetzt gerade – zu den Gegnern zählt.

Giles Martin-Raget ACWS Neapel: "Luna Rossa" vor begeistertem Publikum

Giles Martin-Raget/ACEA Ben Ainslies Team J.P. Morgan BAR hatte als Gast den britischen Botschafter in Italien an Bord

Nach dem ersten Tag und zwei Wettfahrten der ACWS in Neapel sind die Briten Spitzenreiter des Klassements, gefolgt vom Emirates Team New Zealand mit Skipper Dean Barker und der italienischen "Luna Rossa" mit Chris Draper am Steuer. Vorläufig nur auf Platz neun und damit Letzte: die österreichischen Youth-America's-Cup-Sportdirektoren und Tornado-Doppelolympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher mit ihrem Team HS Racing.

Guilain Grenier/Oracle Team USA Graue Eminenzen: Roman Hagara (l.) und Hans Peter Steinacher starteten schwach in die Weltserie und wollen heute aufholen

Neun Teams kämpfen bei der Regatta vor allem um Prestige, Publikumsgunst und weitere Sponsoren. Ainslie selbst blieb angesichts seiner Auftakterfolge aber bescheiden: "Es war einer der Tage, an denen man nur irgendwie durchkommen wollte, denn bei diesen Bedingungen kann man sich ganz schnell ein schlechtes Resultat einfangen. Der über die Landzunge einfallende Wind hat dermaßen gedreht, dass es eine Riesenherausforderung war." Tatsächlich schwankte der Wind in der Bucht von Neapel zwischen einer Stärke von acht bis zwölf Knoten und um bis zu 35 Grad. Gast an Bord des prominenten britischen Sportstars war am ersten Regattatag mit Christopher Prentice der britische Botschafter in Italien.

Besonders beeindruckt waren alle Teams vom hohen Zuschaueraufkommen – die Italiener machten ihrem Ruf als begeisterte Segelfans wieder einmal alle Ehre. "Es ist wirklich schön, in Neapel zu segeln", sagte Roman Hagara, "das ist großer Sport, besonders für die Zuschauer. Es ist unglaublich, wie viele Fans heute vor Ort waren. Ich habe noch nie so viele Menschen bei einer Regatta erlebt."

Heute stehen vor Neapel ab 14 Uhr bereits die Viertelfinal-Begegnungen an. Sie werden weltweit via YouTube übertragen, unterliegen nur in einigen Ländern Rechte-Beschränkungen. Das Finale der AC-Weltserie vor Neapel endet sportlich am kommenden Sonntagnachmittag mit dem Matchrace-Finale (14.40 Uhr) und dem siebten und letzten Fleetrace (15.15 Uhr). Der Preisverleihung um 16 Uhr folgt ein großes Feuerwerk um 23 Uhr.

http://www.americascup.com


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Themen: ACWSAmerica's CupBen AinslieNeapelRoman Hagara

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