YACHT Meisterschaft der Meister
Ring frei für Runde 29

Die Kultregatta entwickelt sich. 2008 neu: Sportboote und Party

  • Matthias Beilken
 • Publiziert am 23.10.2008

Klaus Andrews Neu im Spiel: Sportboot Laser SB 3

Sie gehört für Segler längst zum Jahr – wie das Herbstlaub. Pünktlich zum Eröffnungswochenende der hanseboot 2008 am 25. und 26. Oktober treffen sich die besten 30 deutschen Segelmannschaften zum Saisonfinale auf der Hamburger Außenalster. Olympische Medaillengewinner, Welt-, Europa- und Deutsche Meister treten auf baugleichen Booten vom Typ Laser SB3 gegeneinander an, um untereinander die Beste oder den Besten auszusegeln.

Jährlich bäumt sich die nationale Regattasaison Ende Oktober ein letztes Mal auf. Dann sind die letzten Meisterschaften der Saison gelaufen — die Laser bildeten 2008 wohl den Saisonabschluss, mit ihrer Meisterschaft auf der herbstlichen Elbe. Obwohl das bereits seit Jahrzehnten so läuft, hat die YACHT Meistersschaft der Meister jedoch nichts mit Gewohnheit zu tun.

So wird dieses Jahr auf neuartigen, gestellten Sportbooten gesegelt. Halb Dickschiff, halb Jolle, verschieben sie einmal mehr den von den Crews geforderten seglerischen Schwerpunkt. Hat die Meisterschaft der Meister 1980 mit geliehenen Piraten begonnen — die Kleinbootcrews klar favorisierten — sind mittlerweile, vier Boots-Runden später, große Laser-Flitzer vom Typ SB3 im Spiel. In diesem Jahr lösen sie erstmals die Dreimann-Kielboote vom Typ Streamline ab — die aufgrund ihres Doppeltrapezes wiederum Gleitjollensegler bevorzuten. Ab diesem Jahr sind Gennakertechniken und Gewohnheit im Umgang mit großen Halsenwinkeln gefragt.

YACHT-Chefredakteur Jochen Rieker, dessen Team die Regatta wie ein Kleinod hütet und jedes Jahr mit viel Engagement weiter entwickelt, sagt: „Die Yacht Meisterschaft der Meister ist ein kleiner Diamant. Es gibt in keiner anderen Sportart in Deutschland einen vergleichbaren Wettbewerb, in dem sich Sportlerinnen und Sportler interdisziplinär messen können. Diese Einzigartigkeit macht den Charme und die Faszination der Regatta aus, die unser Team — und dazu zähle ich auch die hanseboot — jedes Jahr mit viel Einsatz organisiert.“

Die hanseboot ist nicht nur der treueste und längste Partner des Klassikers. Auch der hanseboot-Pokal für die Sieger wird traditionell von der Internationalen Bootsausstellung Hamburg gestiftet und am Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr auf dem Messegelände übergeben. Im Herzen der hanseboot, der neuen „hanseboot arena“ in Halle B5, werden die neuen Meister und die besten Teams der heißen Herbstserie geehrt. „Die YACHT Meisterschaft der Meister wirkt seit Jahrzehnten wie ein Magnet auf Deutschlands erfolgreichste Seglerinnen und Segler. Sie ist eine Hommage an Spaß am Leistungssport und klassenübergreifende Freundschaft unter den deutschen Seglern. Die Serie demonstriert genau den guten Sportsgeist, der ab Samstag auch wieder in unseren Hallen herrschen wird“, freut sich hanseboot Projektleiter Martin Muth.

Ein Jahr vor dem 30. Jubiläum der YACHT Meisterschaft der Meister und der mit Spannung erwarteten 50. Internationalen Bootsausstellung Hamburg verspricht das Stelldichein der deutschen Segelelite wieder packende Segelszenen zum Greifen nah. Titelverteidigerin Ulrike Schümann, die mit ihrer Yngling-Mannschaft bei den Olympischen Spielen im August als Vierte nur denkbar knapp an der Medaille vorbei gesegelt war, will ihren Erfolg aus dem letzten Jahr verteidigen. Die Berliner Steuerfrau sagt: „Natürlich wollen wir den Männern wieder kräftig einheizen und am liebsten unser Vorjahresergebnis wiederholen. Bei dieser Regatta geht es aber um noch mehr als nur den Erfolg. Es macht Riesenspaß, Freunde aus anderen Klassen am Ende der Saison zum Gedankenaustausch zu treffen und gemeinsam die hanseboot zu besuchen. Das sind gleich drei gute Gründe, warum wir dieses letzte Oktoberwochenende so gerne in Hamburg verbringen!“

Doch Schümanns Gegner sind zahlreich und nicht weniger ehrgeizig: Erstmals am Start ist Paralympics-Goldmedaillengewinner Jens Kroker aus Münster. Der Sonar-Steuermann kommt nicht ohne Anspruch an die Alster: „Wir möchten schon gerne die Finalrunden am Sonntag erreichen und natürlich auch die Gelegenheit nutzen, unsere Medaille noch einmal im Kreise vieler Segelfreunde zu feiern.“ Zum engeren Favoritenkreis zählen in diesem Jahr die Starboot-Teams um Europameister Robert Stanjek (Rostock) und Altmeister Alexander Hagen (Hamburg). Dazu die Crews um den Deutschen Matchrace Meister Andreas Willim (Goltoft) und den Deutschen Finn Dinghy Meister Jan Kurfeld aus Wismar, der 2007 Junioren-Weltmeister wurde. Jochen Schümanns olympischer Gold-Vorschoter Thomas Flach aus Berlin und seine Mannschaft verleihen der Meisterserie zusätzlichen olympischen Glanz. Nicht zu unterschätzen ist ein weiteres Damentrio: Europa-Meisterin Svenja Puls und ihre Schwester Janika haben sich mit Silke Hahlbrock vom gastgebenden Hamburger Segel-Club nicht nur eine Alster-Kennerin, sondern auch die derzeit erfolgreichste deutsche Matchracerin zur Verstärkung an Bord geholt. Hahlbrock rangiert in der Weltrangliste der neuen olympischen Frauen-Disziplin auf Platz zwei.

Zum Feiern werden alle Genannten wohl kommen. Denn neu ist dieses Jahr ebenfalls die Samstagabendparty mit dem Ansage-Namen "Rock The Dock". Die Sause ersetzt die "Zwischenpreisverteilung" am Samstagabend mit Christoph Schumann. Der bekannte Moderator konnte in dne Jahren bis jetzt am Samstag lediglich Zwischenstände verkünden, denn: Die Finalrunden werden ja erst ab dem schlimmen Morgen nach der Megaparty ausgesegelt. Trost: Von Samstag auf Sonntag (zwischen zwei und drei Uhr morgens) werden die Uhren um eine Stunde zurück gestellt. Die Party durchläuft also auch eine Zeit, die es eigentlich nicht gibt.

Die YACHT Meisterschaft der Meister wird in Fleet- und so genannten Triple Races ausgetragen, in denen in den Finalrunden jeweils drei Mannschaften zeitgleich gegeneinander antreten. Damit wird die Serie ihrem Ruf gerecht, innovative Wettfahrtformate auf der Alster zu präsentieren. Die besondere Herausforderung in den Dreier-Rennen: Anders als im Matchrace-Duell gilt es, gleich zwei Gegner in Schach zu halten. Die YACHT-Meisterschaft der Meister 2008 beginnt am Samstag um 9 Uhr und endet am Sonntag mit der Siegerehrung gegen 16 Uhr in der „hanseboot arena“ auf dem Messegelände. Eine bessere Möglichkeit für Zuschauer, hochklassigen Segelsport hautnah zu erleben, gibt es in ganz Deutschland nicht. Das Innenstadtrevier Außenalster liegt direkt vor den Stegen des Hamburger Segel-Clubs (Gurlittinsel) und lädt — nur zehn Minuten vom Messegelände entfernt — zur actiongeladenen Pause vom Messetrubel ein.


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