Transat JV
Riechers: "Kein Schlaf, immer an Deck"

Die 11. Auflage des Transat Jacques Vabre hat begonnen: 26 Class-40-Yachten, 6 Multi-50-Yachten, 10 IMOCAs und 2 MOD70er sind gestartet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 07.11.2013

Jean-Marie Liot/DPPI Grau in Grau: der Transat-Start vor Le Havre

Die elfte Auflage des Transatlantik-Klassikers hat bei ruppiger Welle, aber zunächst nur acht Knoten Wind aus West vor Le Havres Strand Saint Adresse begonnen. 44 Boote kämpfen in vier Klassen um Sieg und Ruhm, darunter mit dem Hamburger Jörg Riechers, seinem Co-Skipper Pierre Brasseur und der Class 40 "Mare" auch ein Team unter deutscher Flagge.

Für die kleinsten Boote der Transat-Flotte wird es auf dem Kurs über den Atlantik mit Zielhafen Itajaí in Brasilien 190 Seemeilen entfernt vom Starthafen Le Havre noch einen Zwangsstopp bei Roscoff geben, denn für das Wochenende erwarten die Veranstalter ein weiteres schweres Tiefdruckgebiet, dem sie die Class-40-Flotte in der Biskaya nicht aussetzen wollen. Die 40er werden am Freitagnachmittag in Roscoff erwartet. Alle anderen Klassen dürfen die Regatta ohne Stop fortsetzen.

Jean-Marie Liot/DPPI Transat JV 2013: Der Startschuss fiel bei diesigem Wetter

Nach den ersten drei Seemeilen führte am Donnerstagnachmittag die französische MOD 70 "Edmond de Rothschild" vor "Oman Air – Musandam". Bei den IMOCAs lag erwartungsgemäß die Vendée-Siegerin "Macif" mit François Gabard vor "Maitre Coq" und "Safran". Die Multi-50-Führung hatte "Actuel" vor "Arkema" erobert. Jörg Riechers "Mare" hatte sich zum Auftakt als siebte im Feld der Class 40 im ersten Drittel platziert.

mare/Nikolaus Gelpke Jörg Riechers will Gas geben: Ein guter Platz im ersten Teilabschnitt bis Roscoff sei der Schlüssel in diesem Transatlantikrennen

"Es ist, was es ist", hatte Riechers kurz vor dem Start mit Blick auf den befohlenen Sicherheitsstopp gesagt. "Es ist eine gute Entscheidung, Roscoff anzulaufen. Ich denke, dass wir auf diese Weise mehr Boote nach Itajaí bekommen. Ich sehe ja vielleicht entspannt aus, aber in mir herrscht reichlich Anspannung. Wir müssen auf dieser ersten Etappe angreifen wie im Figaro: Schlafen ist nicht. Wir sind immer an Deck, um das Boot voranzupeitschen. Das kann sehr entscheidend für den Neustart sein, der am Sonntag möglicherweise bei sehr wenig Wind, aber starker Tide stattfinden wird. Es ist also wichtig. Ein guter Start und eine gute erste Etappe sind der Schlüssel."

YACHT online hatte Jörg Riechers am Vortag bereits gesagt, dass er die Verschiebung der Veranstalter respektiere: "Aus Sicht der Solidarität mit allen Teilnehmern war die Absage am vergangenen Wochenende okay." Riechers Wetterprognose klang aber wenig verlockend: "Am Wochenende erwarten wir acht Windstärken in der Biskaya. Die Wellen werden sehr hoch sein. Wir werden vor allem auf uns selbst aufpassen müssen. Für die Boote ist es okay und machbar, aber die Segler müssen achtgeben. Im Kontrast dazu könnte es am Sonntag bei Cap Finistere Flaute geben."

Der Italiener Alessandro di Benedetto, Skipper auf "Team Plastique", sagte in Le Havre: "Die schnellsten Boote werden Vorteile haben. Also werden wir versuchen, so schnell wie irgend möglich zu segeln. Wir wollen an der Spitzengruppe dranbleiben und werden das Boot hart antreiben. Ich freue mich schon auf den tropischen Sonnenschein." Der britische Class-40-Skipper Sam Goodchild sagte: "Wir sind nervös, aber bereit."


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Themen: François GabartJörg RiechersLe HavreMacifSam GoodchildSturmTransat Jacques Vabre

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