The Transat Bakerly
Renken als einzige Frau im Ziel

Als sechste von sieben Class 40s erreichte die Deutsche Anna-Maria Renken am frühen Morgen New York. Es war ihre erste Einhandregatta

  • Ricarda Richter
 • Publiziert am 24.05.2016

Oman Sail/Sander van der Borch

Sie hat es geschafft! Nach 21 Tagen, 13 Stunden, 19 Minuten und 25 Sekunden hat Anna-Maria Renken auf ihrer Class 40 "Nivea" die Ziellinie vor der Einfahrt New Yorks gequert und das Transat-Rennen beendet. Nachdem ihre Mitstreiterin Isabelle Joschke in Führung liegend schon vor über einer Woche aufgrund eines Wassereinbruchs hatte aufgeben müssen, ist Renken nun die einzige Frau, die die diesjährige Austragung der ältesten Einhandregatta der Welt erfolgreich beenden konnte.

Bereits gestern meldete sich Renken von Bord: "Ich habe heute Morgen geweint, als ich darüber nachgedacht habe, was ich erreicht habe. Es ist einfach überwältigend und etwas, wovon ich meinen Freundinnen berichten werde. Es ist großartig und ich bin sehr stolz."


Renken erreichte am frühen Morgen um 5.49 Uhr deutscher Zeit das Ziel. Sie brauchte rund vier Tage länger als Thibaut Vauchel Camus, der Sieger unter den Class 40s. Wegen ihres südlichen Kurses segelte sie fast 4000 Seemeilen; im Durchschnitt loggte sie 5,9 Knoten – für eine Class 40 kein guter Wert. Er ist ein Indiz für die Härten der Regatta, für Bruch und die im letzten Drittel sehr defensive Taktik Renkens. Ihr letzter Verfolger, der Japaner Hiroshi Kitada an Bord der "Kiho", war bei ihrer Ankunft noch 160 Seemeilen von New York entfernt.

Die Transatlantikregatta war das Einhand-Debüt der Deutschen und hat ihren Mut und ihre Ausdauer unter Beweis gestellt. Für sie ist es ein großes Schritt hin zur Teilnahme an der Route du Rhum 2018.

Am letzten Tag vor Zieleinlauf kam Renken noch einmal in den Genuss besten Segelwetters. Es war warm und sonnig, bei ruhiger See und einer leichten Brise. "Ich fahre mit der richtigen Geschwindigkeit in die richtige Richtung und beobachte, wie viele Seemeilen ich zurücklege. Mit meinem letzten Wasser habe ich mir einen schwarzen Tee gekocht und trinke ihn auf Miranda Merron. Den hat sie immer getrunken, als ich noch ihre Bootsfrau war – er ist meine Widmung an sie", erzählte sie der Wettfahrtleitung. Merron, die ursprünglich ebenfalls am Transat teilnehmen wollte, musste ihre Meldung zurückziehen, als klar war, dass ihre neu gebaute Class 40 nicht rechtzeitig fertig werden würde.

Sie habe den Tee mit nur wenig Wasser zubereitet, erklärte Renken. "Ich habe nicht geplant, 21 Tage auf See zu sein. Jetzt habe ich nur noch einen Liter und zehn Dosen Red Bull über." Außerdem habe sie immer noch Probleme mit ihrem Bein und fühle sich recht schwach. "Wenn ich ankomme, werde ich vermutlich ein bisschen durchgedreht sein. Aber ich freue mich darauf, mein Team wiederzusehen und in die Zivilisation zurückzukehren."


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