Route du Rhum
Rekordflotte zur 10. Route du Rhum

Der Hafen von Saint-Malo ist so voll, dass er trockenen Fußes zu durchqueren ist: 91 Boote starten am Wochenende in die Transatlantik-Hatz

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 30.10.2014

Alexis Courcoux Der Starthafen Saint-Malo füllt sich täglich mehr: Hier warten Boote und Segler wie Rennpferde in der Box auf die Startschüsse am 1. und 2. November

Es ist angerichtet für das Jubiläumsspektakel der Route du Rhum, die alles, nur keinen deutschen Teilnehmer hat: Der Starthafen Saint-Malo platzt aus allen Nähten. Eine Rekordflotte von 91 Booten hat sich im legendären französischen Küstenort versammelt. Zehntausende Zuschauer strömen in die kleine Ortschaft, um einen Blick auf die Helden und ihre Yachten zu erhaschen. Am Wochenende startet die zehnte Auflage des Transatlantik-Klassikers, der seine Teilnehmer über rund 3.540 Seemeilen nach Point-à-Pitre auf Guadeloupe führt. Gemeldet sind namhafte Riesen wie "Spindrift" und "Banque Populaire", aber auch kleinere Boote mit Seglern und Seglerinnen, die sich auf diesem Kurs einen Namen in der Einhandszene machen wollen und zum ersten Mal dabei sind.

T. Martinez/Spindrift Wird Guadeloupe möglicherweise als Erste erreichen: "Spindrift"

Zugelassen sind Boote in sechs Klassen: Bei den "Ultimate Multihulls" starten Yachten mit Längen von über 60 Fuß ohne Größenbeschränkungen. Hinzu kommen mit den "Multi 50" Mehrrumpfer entsprechend der Klassenregeln und die Open-60-Geschosse der Imoca-Klasse. Außerdem sind als größte Flotte Class-40-Yachten am Start. Daneben mit den "Rhum Multihulls" Mehrrumpfer mit einer Größe von 39 bis 60 Fuß, die in keine der anderen Kategorien passen, und Einrumpfer ab 39 Fuß, die ebenso wenig in die obengenannten Kategorien fallen.

Alexis Courcoux Conrad Humphreys will mit seiner "Catphones" angreifen

Die Solosegler kommen naturgemäß mehrheitlich aus dem Mutterland des Einhandsegelns Frankreich, repräsentieren aber mit Italien, Großbritannien, Südafrika, Spanien, Portugal, der Schweiz, Belgien und Finnland noch acht weitere Nationen. Einziger nicht-französischer Teilnehmer in der Imoca-Klasse ist der Italiener Alessandro di Benedetto, der bei der letzten Vendée Globe Platz elf belegte. Di Benedetto sagte: "Es ist meine erste Route du Rhum, und deswegen ist sie für mich magisch. Mein Ziel ist es, 100 Prozent aus dem Boot herauszuholen. Ich weiß, dass die neuen Boote zwischen 35 und 40 Prozent schneller sind als ich."

Die internationalste Flotte stellt die Class 40: Der Brite Conrad Humphreys, Siebter bei der Vendée Globe 2004/2005, hat seine "Catphones" eigens für diese Jubiläumsauflage des Rennens bauen lassen. Seine Landsfrau Miranda Merron segelt die "Pogo S2 Campagne de France". Beide schielen auf den Rekord von Phil Sharp, der das Rennen in der Class 40 bei der achten Auflage 2006 gewinnen konnte. Zum ersten Mal dabei ist die Südafrikanerin Philippa Hutton-Squire mit einer Rogers Class 40. Sie sagte: "Ich werde mein Bestes geben, dieses Rennen zu beenden. Das ist mir sehr wichtig, denn es ist das erste Mal, dass ein Südafrikaner in ein Rennen wie dieses startet." Für Belgien hält Michel Kleinjans zum zweiten Mal die Flagge hoch. Er hatte 2006 die Rhum-Klasse mit einem 45-Fuß-Boot gewonnen und ist dieses Mal mit einer Farr Kiwi 40 FC am Start.

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Mit 75 Jahren ist Sir Robin Knox-Johnston bei seiner zweiten Route-du-Rhum-Teilnahme nicht nur der älteste Skipper, sondern auch eines der prominentesten Aushängeschilder der faszinierenden Hatz über den Atlantik. Der legendäre Solosegler hatte zwischen 1968 und 1969 als erste Segler der Sportgeschichte die Welt allein und nonstop umrundet. Sein letzter Route-du-Rhum-Start liegt lange zurück: Robin Knox-Johnston belegte mit seiner Sea Falcon "Olympus III" Platz 16 bei der zweiten Auflage und war damit damals drei Plätze besser als der junge Loïck Peyron. Knox-Johnston sagte vor dem Rennstart: "Im Kopf bin ich 45 Jahre alt. Die Atmosphäre hier ist großartig. Mein Boot ist fast fertig. Ich habe nur noch ein paar Riggarbeiten zu verrichten, dann kann es losgehen." Seine Taktik für das anspruchsvolle Rennen verriet Knox-Johnston auch: "Bis zum Südwestzipfel Großbritanniens werde ich vorsichtig agieren. Es ist der schwierige Teil mit viel Verkehr. Danach werde ich wohl ein wenig angreifen!"

Ein Interview mit einem der prominentesten Starter im Feld, dem französischen Altmeister Loick Peyron, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der YACHT. Das Heft ist ab dem 5. Novmeber im Handel.

On Edition Mit 75 Jahren zu alt für ein Solorennen? Nicht Sir Robin Knox-Johnston!


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Themen: Conrad HumphreysGuadeloupePoint-à-PitresRobin Knox-JohnstonRoute du RhumSaint-MaloSpindrift

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