Fastnet Race
Regatta gestartet - Herrmann auf 3. Platz

Über 300 Yachten nehmen an dem Rennen zum Fastnet Rock teil - darunter auch 16 deutsche Yachten

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 10.08.2009

Beluga Racer Boris Herrmann und Crew auf der neuen "Beluga Racer"

Alle zwei Jahre findet das 1925 erstmalig ausgetragene und 608 Seemeilen lange "Fastnet Race" statt, das im Jahr 1979 durch einen schweren Sturm, der 15 Teilnehmer und 4 Retter das Leben kostete, in die Geschichte einging.

Damals, vor genau 30 Jahren, waren 303 Yachten bei moderaten, nordnordwestlichen Sommerwinden gestartet und hatten Kurs auf die irische See genommen. Erst als das Rennen mitten im Verlauf war, erreichten die Teilnehmer Warnungen über einen Sturm, der über den Nordatlantik auf sie zu zog. Um auszuweichen war es jedoch zu spät: Über 70 Yachten kenterten durch, 24 Yachten wurden - vielfach aus reiner Panik und viel zu früh - aufgegeben. 6 Menschen ertranken in ihrer Rettungsinsel, während ihre Yacht später fast unversehrt gefunden wurde. Eine grausame Tragödie, an die selbst heute noch immer wieder in Gedenken erinnert wird.

Das diesjährige Rennen führt auf demselben Kurs vom Starthafen Cowes auf der Isle of Wight in England quer durch die irische See zum vor der Südwestküste Irlands gelegenen "Fastnet Rock". Von dort verläuft der Kurs südlich der Scilly-Inseln zurück nach England zum Zielhafen Plymouth. Den Rekord für diese Strecke stellte 2007 Mike Slades mit seiner "Icap Leopard 3" auf: Er benötigte für die Strecke nur 44 Stunden und 18 Minuten.

Der Start zum diesjährigen Rennen fand gestern Mittag statt. Trotz magerer Wettervorhersage herrschten Idealbedingungen, die dem Feld bei Ostwind mit 10 Knoten einen Spinnakerstart ermöglichten.

Erstmalig sind enorm viele deutsche Yachten am Start. Ganz vorne der Gewinner des Portimão Global Ocean Race, Boris Herrmann , der mit seiner eigens für das Fastnet gecharterten, brandneuen Akilaria 40 RC2 "Beluga Racer" und einer Crew aus französischen Hochseesegelprofis (Yvon Bereharr, Gerald Bibot und Didier le Vourch) an den Start ging. Wie schon während des Portimão Races liefert er sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem alten chilenischen Rivalen "Desafio Cabo de Hornos", der nur 0,2 Meilen vor "Beluga Racer" an zweiter Stelle liegt. Führend im Feld der Class-40 ist derzeit mit einem Vorsprung von 4,4 Meilen die französische "Conquerants de Normandie" mit Andrea Ruckstuhl.

Racetraker Fastnet Race 300 Boote starteten zum diesjährigen Fastnet Race. Nicht nur auf dem Racetracker ein Gewusel.

Neben Herrmann, der aufgrund des gecharterten Bootes unter der belgischen Segelnummer 4444 segelt, sind 15 weitere Boote unter deutscher Flagge auf dem legendären Kurs zum Felsen in der irischen See unterwegs. Unter anderem drei weitere Class-40, dann die beiden Rivalen "Bank von Bremen" und "Norddeutsche Vermögen", die sich gerade erst vor wenigen Wochen ein spannendes Duell in der "Round-Iceland-Regatta" lieferten und die German Frers 80 "Hexe", auf der sich neben der Crew von Regattaprofis auch Extremsegler Wilfried Erdmann befindet, der - wie er auf seiner Website berichtet - seine erste Hochseeregatta segelt.
Derzeit herrscht Südwestwind mit 10 Knoten, der die Yachten zur ersten Wegmarke an der Südwestspitze Englands trägt.

Der Rennverlauf kann auf dem offiziellen Racetracker verfolgt werden.


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Themen: 2009Boris HerrmannErdmannFastnet

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