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Quick thinking stops sinking

"Movistar" rettet sich vor dem fast sicheren Untergang. "ABN Amro One" führt die Flotte nach Rundung Kap Hoorns an

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 03.03.2006

Sebastien Josse pirscht sich von hinten-unten an die führenden ran

"Wenn wir Ratten an Bord gehabt hätten, wären sie ins Wasser gesprungen", beschreibt "Movistar"-Skipper Bouwe Bekking die Situation, in der sich seine Crew, sein Schiff und er selbst vorletzte Nacht befunden haben. Derweil segelt der Volvo 70 jedoch mit rund 8 Knoten Geschwindigkeit zum rettenden Hafen Ushuaia.

Seine ganze Crew, so Bekking, habe extrem schnell reagiert, jeder einzelne seine Aufgaben mehr als gut erfüllt. Besonders aber war es der Leistung von Chris Nicholson zu verdanken, dass die "Movistar" immer noch an der Wasseroberfläche zu sehen ist. Er tauchte im Wasser, welches schon hüfthoch im Rumpf des Schiffes stand, und schaffte es, die zwei Hochleistungspumpen direkt an die Batterie zu schalten. Diese Pumpen verrichteten ihre Arbeit so gut, dass Bekking seinen Notruf an die Renn-Organisatoren und die mitsegelnden Yachten aufheben konnte.

Wie war es zu dem Wassereinbruch gekommen? Aufgrund der extrem hohen Geschwindigkeiten ("Movistar" hatte in den 24 Stunden zuvor über 540 Seemeilen zurückgelegt) standen die Dichtungsschilder, die den Neigekiel am Rumpf einschließen, unter extremem (Wasser-) Druck, dem sie letztlich zum Opfer fielen. "Movistar" segelt nun nach Ushuaia, der "südlichsten Stadt der Welt"; dort soll versucht werden, den Schaden zu beheben.

Positionen der Volvo-Ocean-Flotte

Derweil hat die "ABN Amro One" Kap Hoorn gestern um die Mittagszeit als erstes Schiff der Volvo-Ocean-Flotte gerundet. Zwei Stunden später folgte die "Pirates of the Caribbean", vor "Brasil" (6 Stunden zurück), "ABN Amro Two" (9 Stunden zurück) und dem "Ericsson Racing Team" (10 Stunden zurück). Die "One" kassierte für das Erreichen der Wegmarke 3,5 Wertungspunkte, die Konkurrenten jeweils absteigend einen halben Punkt weniger.

Derzeit schrumpft der Vorsprung der "One" jedoch. Denn in der Le-Maire-Straße segelt sie mit Windgeschwindigkeiten von nur 4 Knoten. So sind die Piraten von Skipper Paul Cayard nun bis auf 13 Seemeilen an Mike Sandersons Team herangesegelt. Über die Flaute, welche diese Teams nach Passieren Kap Hoorns empfangen hat, freuen sich derweil die zurückliegenden Crews. Allen voran die "ABN Amro Two", sie segelt weit südlich der anderen Schiffe und versucht so die Flaute zu umgehen. Es kann also auf dieser längsten und schwersten Etappe des Rennens durchaus ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben. Als erwartete Ankunftszeit in Rio de Janeiro ist momentan der Donnerstag im Gespräch bei der Renn-Organisation.


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Themen: 2006Volvo

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