Jules Verne Trophy
Peyron skippert "Banque Populaire"

Mit der blauen Rakete um den blauen Kürbis: Loïck Peyron plant einen Seitensprung vom America's Cup für die Jules Verne Trophy

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 10.06.2011

B. Stichelbaut/BPCE "Banque Populaire V" geht mit neuem Skipper wieder auf Rekordjagd

Nächsten Winter will sich Loïck Peyron, der beim französischen Energy Team für den America’s Cup 2013 unter Vertrag steht, mit dem 143-Fuß-Supertrimaran „Banque Populaire V" die Jules Verne Trophy für die schnellste Nonstop-Weltumsegelung holen. Dazu muss er die bestehende Marke von 48 Tagen unterbieten, die von Franck Cammas mit der wesentlich kleineren „Groupama 3" 2010 aufgestellt worden war. Und dabei gibt es spannende Parallelen:

B. Stichelbaut/BPCE Loïck Peyron, Erwan Tabarly und Fred Le Peutrec (v. l.) im Cockpit von BPV

Wie Cammas kommt Peyron aus der Orma-Serie, die er fünfmal gewinnen konnte. Wie Cammas war Peyron beim letzten Cup involviert. Während Cammas Berater und Skippertrainer beim Sieger BMW Oracle Racing war, segelte Peyron beim Verlierer Alinghi mit. Doch mit „Banque Populaire V” hat Peyron ein Boot, dem ein neuer Jules-Verne-Rekord bei guten Bedingungen ohne weiteres zuzutrauen ist. „BPV" hält den 24-Stunden-Distanzrekord mit 907 Seemeilen und hat den Atlantik in sagenhaften 3 Tagen und 15 Stunden überquert. Vergangenen Winter, mit dem ursprünglichen Skipper Pascal Bidégorry, musste ein Jules-Verne-Versuch wegen eines beschädigten Schwertes abgebrochen werden. Zum Zeitpunkt der Aufgabe lag „BPV” bereits mehr als 400 Meilen in Führung.

Dass Loïck Peyron, so wie sein älterer Bruder Bruno, ein dreimaliger Sieger der Jules Verne Trophy, auch beim französischen Energy Team auf der Gehaltsliste steht, sei kein Problem. „Was soll ich meinem Bruder sagen?", fragte Bruno Peyron rein rhetorisch. „Dass Loïck ‚Banque Populaire V’ steuert, behindert seine Verpflichtungen gegenüber Energy Team während der Vorbereitung für den Cup in keiner Weise." Dabei verweist Bruno auf die Neuseeländer, die unter Peter Blake 1994 mit „Enza" die Jules Verne Trophy gewannen, bevor sie 1995 den Cup holen konnten.

B. Stichelbaut/BPCE Loïck Peyron

Loïck wird bei seinem Abenteuer zumindest zwei Regatten der America's Cup World Series mit dem AC-45-Katamaran schwänzen müssen, doch dies dies hätte durchaus positive Effekte, sagt Bruno, denn es böte Gelegenheit, andere Steuerleute und Crews zu testen. Die Problematik, dass der America’s Cup in Frankreich gegenüber der Jules Verne Trophy vergleichsweise wenig Interesse generiert und dass die Franzosen bisher keine solide Finanzierung angekündigt haben, ließ Peyron unerwähnt.


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