Regatta-News
Peyron schlägt zurück

Schwere Anschuldigungen des The-Race-Organisators gegen Tracy Edwards

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 20.10.2003

G. Martin-Raget Bruno Peyrons

Es ist ein Konflikt mit Ansage gewesen: Als Tracy Edwards Ende letzter Woche ihr Konzept für zwei Regatten um die Welt für die Maxi-Mehrrumpfer ankündigte , verlor sie kein Wort über The Race und die The-Race-Tour, für die ihre Events eine Kampfansage sind.

Bruno Peyrons Antwort auf ihre Ankündigung ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Per Pressemitteilung machte der Franzose keinen Hehl aus seiner Wut und Empörung über den Coup von Edwards: "Ich bin erstaunt über die Verachtung, die Heuchelei und die Unehrlichkeit, die die Initiatoren dieses Projektes an den Tag legen. Tracy Edwards' Team war mit der in Aussicht gestellten Teilnahme zwei Jahre lang regelmäßig bei den Challenger-Sitzungen für The Race und die The-Race-Tour in Paris zugegen. Ich muss jetzt zur Kenntnis nehmen, dass diese Leute, die unser volles Vertrauen hatten, denen wir unser Know-how, unsere Daten und unsere Hilfe gewährt haben, um bei The Race an den Start zu gehen, all dieses benutzen, um eine Fälschung unseres Events auf den Markt zu bringen. Ich finde diese Einstellung schockierend und unwürdig für die Ideale von The Race, die stets für Offenheit, Toleranz, Respekt und Austausch standen."

Klare Worte, denen der Franzose auch Taten folgen lassen will. Zunächst einmal will er prüfen, ob er juristisch gegen Tracy Edwards' Veranstaltungen vorgehen kann. Und Peyron, der im Gründerkommittee der Jules Verne Trophy sitzt, will versuchen, der Britin verbieten zu lassen, die Trophy in ihren Oryx Cup (Anfang 2005 nonstop um die Welt auf der Strecke der Jules Verne Trophy) zu integrieren. Er betont, dass die Jules Verne Trophy alle Vermarktungsrechte geschützt habe und Edwards sie deshalb nicht als Bestandteil ihres Cup ausschreiben könne. Das würde bedeuten, dass der Gewinner des Rennens sich nicht mit dem Titel der Jules Verne Trophy schmücken könnte, auch wenn er den bestehenden Rekord brechen würde.
Edwards hatte angekündigt, das Boot, das während des Cup die bestehende Bestzeit der Jules Verne Trophy schlägt, bekäme 1 Million Dollar Preisgeld.

Damit scheint das Schlimmste einzutreten, was der Maxi-Katamaran-Szene passieren konnte: eine Spaltung der ohnehin kleinen Schiffsflotte - in Hinblick auf die Sponsorensuche der Teams eine Art Super GAU. Doch das scheint nun durchaus realistisch, denn zum einen besitzt Bruno Peyron mit seinem fast fertig gestellten neuen Maxi-Kat das zweifellos spektakulärste Boot der Maxi-Kat-Szene. Damit fällt schon einmal ein Teilnehmer für Edwards Rennen aus. Darüber hinaus steht zu befürchten, dass der Franzose Peyron seinen Freund und Landsmann Olivier de Kersauson, der mit dem weltgrößten Trimaran "Geronimo" das zweite spektakuläre Boot besitzt, zu einem Boykott von Edwards' Veranstaltung zu bewegen versucht. Damit wäre die Spaltung der Klasse praktisch vollzogen, wenn beide Veranstalter ihr Event tatsächlich durchziehen.

Letztlich könnte Edwards den Fans der schnellsten Offshore-Mehrrumpfer der Welt damit einen Bärendienst erwiesen haben.


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Themen: Bruno PeyronsThe-RaceTracy Edwards

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