Transatlantic Race
"Outsider" und "Stella Nova" im Ziel

Burkard Keeses Class 40 "Stella Nova" beendet das Transatlantic Race 2015 als Klassensiegerin, "Outsider" mit bemerkenswerter Leistung

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 12.07.2015

ELWJ Photography "Outsider" auf dem Weg ins Ziel

Nach gesegelter Zeit kamen die deutschen Boote im Transatlantic Race als vierte und fünfte ins Ziel. Tilmar Hansens "Outsider" hatte die Ziellinie vor Lizard Point am südlichsten Zipfel Cornwalls bereits am Samstagmittag gekreuzt und das anschließende Küstenrennen nach Cowes am frühen Sonntagmorgen mit Blick auf die legendäre Royal Yacht Squadron beendet.

"Für uns ist es ein sehr emotionaler Moment, hierher nach Cowes zurückzukehren", sagte Eigner Tilmar Hansen, "wir haben viele schöne Erinnerungen aus den Jahren 1983 und 1985 von unseren Admiral's-Cup-Kampagnen mit 'Outsider'." In beiden Jahren war Hansens "Outsider" Teil deS siegreichen deutschen Admiral's-Cup-Teams.

ELWJ Photography "Outsider"-Eigner Tilmar Hansen reißt jubelnd die Arme in die Höhe

Für die aktuelle "Outsider" war es das zweite Transatlantik-Rennen nach dem Einsatz im HSH Blue Race 2007. Damals hatte sich Hansens Team die "Line Honors" als erstes Boot im Ziel, den Sieg in der Klasse IRC 2 und den zweiten Platz in IRC gesamt gesichert. Letzteren Erfolg werden der Kieler und seine Crew nun voraussichtlich im für einige Teilnehmer noch laufenden Transatlantic wiederholen können. Das ist deshalb umso bemerkenswerter, als die Satellitenkommunikation an Bord der "Outsider" schon früh im Rennen ausfiel und das Team um Skipper Thomas Jungblut wichtige Wetterinformationen nicht empfangen konnte.

ELWJ Photography North-Sails-Geschäftsführer Stefan Matschuck segelte mit "Outsider" über den Atlantik

"Es gibt dieser Tage so viel Wetter-Routing und Technologie, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn du es auch ohne Hilfe von außen noch hinkriegst wie in der guten alten Zeit", sagte Hansen. "Wir mussten einfach klassisch mit Generalkurs über den Atlantik segeln und hoffen, dass wir nicht in irgendwelchen WIndlöchern steckenbleiben." Die in Neuseeland konstruierte und gebaute Elliot 52 ist in Kiel zu Hause. Hansen sagte über die Transatlantik-Hatz: "Es war eine konstante Feuerlöschübung. Wir waren das Feuer." Dennoch war er im Zielhafen begeistert: "Wir hatten keinen großen Bruch an Bord, nur Kleinigkeiten. Wir waren begeistert, wie großartig das Boot gesegelt ist und sich bei so einer Langstrecke verhalten hat. Ich bin überglücklich nach diesem großartigen Rennen."

Burkard Keeses "Stella Nova" kehrte als Klassensiegerin heim. Das explizit für Langstrecken gebaute Boot, auf dem auch Weltumsegler Jörg Riechers im Einsatz war, deklassierte die Konkurrenz mit 180 Seemeilen Vorsprung im Ziel vor Michel Kleinjans zweitplatzierter Class 40 "Visit Belgium". "Das war ein großer Sieg für uns", sagte Keese, "wir hatten mit dem Sieg gerechnet. Aber nicht mit so viel Vorsprung." Die Crew hatte unterwegs mit dem Code 0 ein Segel verloren und sich einmal in einer Schleppleine so sehr verfangen, dass sie den Spinnaker runternehmen und rückwärts fahren musste, um den Kiel wieder von der Leine zu befreien. "Ich habe noch nie so eine riesige Schleppleine gesehen", sagte Keese. "Es war der Fang des Tages."

Paul Wyeth Class 40 "Stella Nova" von Burkard Keese

Die Line Honors im Transatlantic Race 2015 von Newport nach Lizard Point hatte sich die amerikanische "Lucky" nach acht Tagen, 21 Stunden, 34 Minuten und drei Sekunden gesichert. Die "Outsider" war knapp einen Tag länger unterwegs. Als sechstes Boot kam der Open 60 "Grey Power" mit Skipper Robin Knox-Johnston ins Ziel. Der 76-Jährige, der 1969 als erster Mensch die Welt solo und nonstop umrundet hatte, sagte nach seiner 24. Transatlantik-Überquerung: "Ich bin froh, dass wir unter elf Tagen geblieben sind und 'Rambler' und 'Comanche' nach gesegelter Zeit geschlagen haben." Die großen Boote waren allerdings vor den kleineren gestartet und hatten zu Beginn des Rennens über den Atlantik mit sehr flauen Winden zu kämpfen.


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