Segeln olympisch
Oster-Weltcup mit neuem XL-Format

Der Weltcup der Olympiasegler hat ein neues Format bekommen. Ab heute wird es bei der Trofeo Princesa Sofia vor Palma de Mallorca getestet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 01.04.2013

JRenedo Das neue Format bei der Regatta Troféo Princesa Sofía gilt auch für die Laserflotte, in der Europameister Philipp Buhl und Tobias Schadewaldt angreifen

Mehr Fainess, mehr Sport, mehr Spannung: Nach diesem Motto hat der Sailing World Cup ein neues Format erhalten. Getestet wird es ab heute beim europäischen Weltcup-Auftakt vor Palma de Mallorca, für den sich auch deutsche Crews Chancen auf Podiumsplätze erhoffen. Nach den Regatten vor Melbourne in Australien und Miami in den USA markiert die spanische Regatta den dritten Weltcup-Stopp für rund 900 Segler und Seglerinnen aus 50 Nationen. Anschließend stehen noch Weltcup-Regatten vor Hyères in Frankreich und im ehemaligen chinesischen Olympiarevier vor Qingdao auf dem Programm.

Und so funktioniert das neue System: Für die ersten drei Tage jeder Weltcup-Regatta stehen sechs Wettfahrten im Rahmen der sogenannten "Qualifying Series" auf dem Programm. Die Rennen werden in jeweils zwei Gruppen gesegelt, die – ein Novum – täglich wieder neu gemischt werden. Anschließend stehen nach der Aufteilung des Feldes in die obere (Gold Fleet) und untere Hälfte (Silver Fleet) fünf weitere Rennen auf dem Prgramm. Neu ist, dass die Ergebnisse aus der Qualifikation als ein Wettfahrtergebnis (Durchschnitt) als sogenanntes "Carry Forward"-Resultat mitgenommen werden. Nach Abschluss dieser Zwischenrunde erreichen die besten zehn Mannschaften das Finale, dem mit zwei doppelt gewerteten Wettfahrten noch mehr entscheidende Bedeutung zukommt als bisher. So soll erreicht werden, dass die Regatta nicht vorzeitig entschieden wird. Neu ist auch, dass die Sieger jeder Wettfahrt null Punkte, damit also nicht nur einen, sondern zwei Punkte weniger als der Nächstplatzierte erhalten. Die nachfolgenden Mannschaften bekommen die ihrem Platz entsprechende Punktzahl. Mit dieser Maßnahme soll der Wille zum Siegen beflügelt und die Gefahr taktischer Duelle im Mittelfeld gemindert werden.

Richard Langdon Ferdinand Gerz und Patrick Follmann starten vor Palma im 470er durch

"Wir sind sehr gespannt auf die Auswirkungen dieser Regeländerungen, die das Rennen um die Medaillen wohl bis zum Ende offen lassen werden. Wir freuen uns auf den Wettkampf", sagte 470er-Steuermann und Olympiateilnehmer Ferdinand Gerz. Statt Ostereier zu suchen, haben Gerz und sein Vorschoter Patrick Follmann wie ihre DSV- und STG-Teamkameraden in den vergangenen Wochen intensiv trainiert, ihr Material kontrolliert und optimiert sowie den 470er durch die Vermessung gebracht. Das Feld der 470er ist für ein Nach-Olympiajahr herausragend besetzt: Olympiasieger Mathew Belcher startet mit seinem neuen Vorschoter Will Ryan. Der Olympia-Zweite Luke Patience kommt mit seinem neuen Vorschoter Joe Glanfield. Auch die Bronzemedaillen-Gewinner von Weymouth, Lucas Calabrese und Juan de La Fuente aus Argentinien, sind im Einsatz. Bei den Frauen wollen Annika Bochmann und Lisa Panuschka die Weltspitze rocken.

privat Erik Heil und Thomas Plößel wollen im 49er die Weltspitze attackieren

Im 49er zählen Erik Heil und Thomas Plößel zu den deutschen Hoffnungsträgern. Die Berliner haben mit Top-Trainern wie Thomas Rein und Bronzemedaillengewinner Jan Peter Peckolt trainiert und fühlen sich für die Regatta gut gerüstet. "Besonders hat uns das Medal-Race-Training vorangebracht", sagt Erik Heil. Unter den neun deutschen 49er-Crews sind auch die Kieler Julian Ramm und Oliver Lewin sowie Justus Schmidt und Max Boehme.

JRenedo Comeback nach der Weltumsegelung: Olympiasieger Iker Martinez ist wieder am Start – dieses Mal mit Iago Lopez

Ihren Start kurzfristig absagen mussten Roland und Nahid Gäbler wegen eines Trauerfalls in der Familie. Das Ehepaar zählte zu den Co-Favoriten in der neuen olympischen Mixed-Disziplin Nacra 17, in der auch Ex-Matchracerin Silke Hahlbrock mit Vorschoter Christoph Bottoni Erfahrung sammeln will. Im ebenfalls olympischen neuen 49er FX greifen sechs deutsche Frauen-Teams an, darunter Tina Lutz und Susann Beucke sowie Victoria Jurczok/Anika Lorenz und die Zwillinge Jule und Lotta Görge. Der Olympia-Vierte Toni Wilhelm freut sich auf sein Comeback mit dem RS:X-Brett genauso wie die Olympia-Fünfte Moana Delle.

okPress Laser-Ass Philipp Buhl, hier bei seinem Kieler-Woche-Sieg 2012, will vor Palma aufs Treppchen segeln

Zum Auftakt des Klassikers Troféo Princesa Sofía – einer von nur noch zwei europäischen Weltcup-Stationen – werden stärkere Winde erwartet, die bis zum Ende der Regatta am 6. April abnehmen sollen. Aktuell sind auf der ersten Seite der Homepage der Veranstalter die deutschen Olympia-Elften Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann im 49er zu sehen. Ein etwas irreführendes Bild, denn Schadewaldt startet vor Palma de Mallorca ebenso im Laser wie der Weltranglisten-Zweite und Kieler-Woche-Sieger Philipp Buhl.


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