Regatta-News
Oryx Quest: Warten auf den Wirbelsturm

"Doha 2006" steckt in Wetter-Zwickmühle

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 23.03.2005

Die Führung für das britische Team von Brian Thompson auf dem Maxikat "Doha 2006" ist zwar komfortabel, doch zurzeit ist die Lage an Bord angespannt.

Seit Tagen verfolgen Thompson und sein Wetter-Router Will Oxley die Entwicklung eines Tiefdruckgebiets östlich von Madagaskar. In den letzten 36 Stunden hat sich dieses nämlich von einer ungünstigen Strömung zum tropischen Wirbelsturm "Hennie" entwickelt, der droht, die Route des Maxikats mit mittleren (!) Windgeschwindigkeiten von 70 Knoten (12 Beaufort) zu kreuzen.

Seit Tagen starrt die Crew deshalb gebannt auf die Computermodelle, um einen Ausweg zu finden. Nach den letzten Vorhersagen scheint dieser jetzt gefunden: "Doha 2006" hat so viel Weg nach Osten gutgemacht wie möglich und hofft nun, dass der Wirbelsturm südwestlich über Madagaskar abzieht und ihnen nur für ein, zwei Tage starke Gegenwinde bescheren wird - Bedingungen, die für einen Maxikat nach einer fast kompletten Weltumrundung ziemlich materialmordend sind. Und wer will schon so kurz vor dem Ziel sicher in Führung liegend eine Million Dollar Preisgeld riskieren?

Ein anderes Problem ist mittlerweile die Verpflegung: Brian Thompson räumte ein, dass sie nicht damit gerechnet hatten, beim Hin- und Rückweg nach Doha im Indischen Ozean derart lange von Schwachwindgebieten aufgehalten zu werden. Dementsprechend wird das Essen knapp: "Wir haben mit der Rationierung begonnen, denn wir haben Vorräte bis zum 6. April kalkuliert, doch zurzeit ist ein ETA auch am 10. 4. denkbar."

Die zuletzt schwachen Winde und der Umweg, den "Doha 200" wegen des Wirbelsturms und der Bahnmarke Mauritius fahren muss (die Insel muss östlich passiert werden, ohne sie wäre das Team vor der Entstehung des Sturm nördlich gefahren), haben es dem Verfolger Tony Bullimore ermöglicht, 600 Meilen aufzuholen. Doch trotzdem segelt seine "Daedalus" 3000 Meilen hinter "Doha 2006" noch auf halben Weg zwischen Südamerika und dem Kap der Guten Hoffnung.

Die beiden anderen Teilnehmer "Geronimo" von Olivier de Kersauson und "Cheyenne" von David Scully waren wegen technischer Probleme bzw. Mastbruch schon vor Wochen ausgeschieden.


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Themen: Oryx QuestRegatta

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