Regatta-News
Nonstopweltumseglung: Van den Heede auf Kreuzfahrtroute im Südatlantik

Alukutter "Adrien" segelt zwischen Namibia und der Insel Sankt Helena

  • Matthias Beilken
 • Publiziert am 11.02.2004

Am vergangenen Wochenende haben der französische Einhandsegler Jean-Luc Van den Heede und seine "Adrien" das Kap der guten Hoffnung von Ost nach West gerundet - raumschots - und befindet sich somit auf der Zielgeraden den Atlantik hinauf.

Fährt Van den Heede mit dem Finger auf der Seekarte herum, dürfte der recht bald auf die Küstenlinie Namibias stoßen. Dort fällt die Wüste Namib (die dem ehemaligen Südwestafrika seinen heuteigen Namen gab) quasi in den Ozean-geografisch ist das selten. Verschärft wird die Besonderheit des Namib-Klimas durch die Tatsache, dass der kalte Benguelastrom norwärts den Kontinent hinaauf setzt. Eine weitere Meeresströmung, die der Skipper im Auge haben muss. Sucht Van den Heede mit dem Finger die Vorausrichtung von "Adrien" ab, trifft er bald auf die ehemals britische Insel Sankt Helena. Wie dicht er unter dem Sockel der Insel, auf die Napoleon vor rund 200 Jahren verbannt wurde, entlangsegeln wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Noch etwas über 5100 Seemeilen bleiben Van den Heede noch bis zum Ziel vor der Bretagne. Meilen, auf denen ihm und seiner Yacht nur noch wenig passieren kann. Zumindest verglichen zu dem, was bereits hinter ihm liegt. Von den Eisbergzonen vor Neufundland im Nordatlantik kommt Van den Heede natürlich klar. Allerdings weiß jeder, dass es damit nicht getan ist. Zunehnehmender Schiffsverkehr und treibendes Gut stellen hohe Anforderungen an den Solosegler. Zeit zum Wache gehen und zum gemächlichen Segeln hätte der beliebte Segler aus Amiens in Frankreich: Derzeit liegt Van den Heede nämlich über 25 Tage vor der virtuellen Position seines Landsmanns Philippe Monnet ("Rambo der Meere"). Mit einem Open 60 benötigte Monnet 1999 nur 151 Tage.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Kurse der Rekordfahrer "Adrien", "Geronimo" und "Cheyenne" (beides Megamultis) auch nur ansatzweise kreuzen. Dass sie alle innerhalb weniger Wochen wieder in Frankreich auftauchen, dafür umso mehr. Immerhin theoretisch ist das möglich. Da ist jede Menge los auf den Rekordrouten: Der Südsommer ist eben mittlerweile eine geschäftige Zeit im Southern Ocean.


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Themen: Van den HeedeWeltumsegelung

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