Barcelona World Race
"Neutrogena" baut Vorsprung aus

Der taktische Schachzug vor drei Tagen macht sich bezahlt – Herrmann und Breymaier konnten "Estrella Damm" im Kielwasser lassen

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 14.03.2011

barcelonaworldrace.org "Neutrogena" prescht mit rauschendem Kielwasser nach Norden

Seit ihrem Haken nach Westen ist das deutsch-amerikanische Team durchweg einige Knoten schneller als ihre Konkurrenz auf "Estrella Damm". Über Nacht gelang es ihnen, den Vorsprung um 36 auf 122 Seemeilen auszuweiten. Bei den Spaniern scheint es nun ebenfalls Bruch gegeben zu haben. Genauer ist die Laschung des Vorstags gebrochen. Deshalb haben sie momentan auch nur das dreifach gereffte Groß gesetzt. Reparaturen sind bei dem rauen Wetter schlecht möglich.

Boris schrieb heute morgen über die Situation an Bord: "Im Moment stecken wir im schlimmsten Teil des Sturms. Böen bis 50 Knoten, ständig 37-45 Knoten Wind. Wir segeln mit drei Reffs im Groß und der Trinquette und können den Kiel nur bis 15 Grad anwinkeln." Trotz der kräfteraubenden Verhältnisse und dem großen Nachteil durch die beschädigte Kielhydraulik klingt er aber zuversichtlich: "An Bord ist alles gut – wir hoffen nur, dass der Sturm bald vorbei geht. Dafür laufen wir gut, auf direktem Weg nach Hause. Bis zu 20 Knoten schnell."

Auch auf "Hugo Boss" gibt es Probleme. Schon auf dem Weg nach Neuseeland war die Schiene für die Großsegel-Rutscher beschädigt. Dennoch entschieden sich Meiklejohn und Verbraak gegen einen Stopp in Wellington. Nun ließen sich die Reparaturen jedoch nicht mehr weiter hinausschieben. Seit gestern Abend, 20.30 Uhr, ankert "Hugo Boss" vor einer östlichen Insel der Falklands. Es wird Zeit, dass sie wieder die Verfolgung aufnehmen – ansonsten stehen ihnen drei Tage Gegenwind bevor.

barcelonaworldrace.org "Estrella Damm" aus der Luft

Schnellstes Schiff der Flotte war in der letzten Nacht "Gaes". Sie befinden sich nun ganz in der Nähe von "Mirabaud", die den Durchzug des Tiefdruckgebiets abwarten, um bei ruhigerem Wetter ein Notrigg aus dem Großbaum und der Sturmfock zu bauen. Derzeit laufen sie mit 2,5 Knoten auf Südamerika zu.

Weiter vorn im Feld ist alles beim Alten. "Virbac Paprec 3" steuert einen nördlichen Kurs, sollte in 3,5 Tagen den Äquator passieren, während "Mapfre" 347 Meilen zurück liegt und einen nordwestlichen Kurs hält.

Boris Herrmann war heute früh für ein Interview ins ARD-Frühstücksfernsehen geschaltet. Hier der Mitschnitt:


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