Extreme Sailing
Neuseeländer holen ersten Sieg

Ausgerechnet am Nationalfeiertag jagen die Kiwis US-Skipper Terry Hutchinson in letzter Minute den Sieg ab. Gäbler wird letzter

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 05.07.2011

Extreme Sailing Series Insgesamt rund 50.000 Zuschauer verfolgten die Wettfahrten vor der Fan Pier von Boston

In einem dramatischen Finale gewann Dean Barkers Emirates Team New Zealand Act 4 der Extreme Sailing Series in Boston. Die meisten Tage hatte der Amerikaner Terry Hutchinson auf Artemis geführt und ging mit acht Punkten Vorsprung in das Finale. Und doch: Als das ganze Land den Unabhängigkeits-Tag feierte, verlor er auf dem letzen Bein der letzen Wettfahrt des letzten Renn-Tages den Sieg.

Emirates Team New Zealand erwischte in diesem Finalrennen einen glänzenden Start und ging vor Groupe Edmonde de Rothschild in Führung. Das Boot blieb bis zur letzten Wende an der Spitze, als diese misslang und der Kat stehen blieb.

Extreme Sailing Series, Boston

9 Bilder

Action vor tausenden Zuschauern an der Fan Pier

Obwohl er am Start hinter den meisten Booten abtauchen musste, war es bis kurz vor Schluss auch Terry Hutchinson gelungen, nicht mehr als vier Plätze hinter Barker zu liegen – das hätte für den Gesamtsieg gereicht. Eine falsche taktische Entscheidung auf dem letzen Bein kostete dann jedoch den Sieg. Die von Hutchinson gewählte rechte Seite des Rennkurses erwies sich als die schlechtere. Vier Boote zogen am Amerikaner vorbei, als er sich der letzten Wendemarke näherte. Das bedeutete den 8. Platz. Ein ärgerlicher Patzer, der Terry Hutchinsons Traum vom Heimsieg zerstörte. Den Gesamtsieg sicherte sich schließlich Team Emirates New Zealand, mit 293 Punkten nach 37 Rennen.

Ein aufgewühlter und enttäuschter Hutchinson stellte sich auf dem Podium den Fans: „Ich habe gestern gesagt, dass es eigentlich nur in einem Rennen darauf an kommt vorne zu sein, im wichtigsten“, sagte Hutchinson, „wir befanden uns auf der rechten Seite eigentlich auf der Siegerspur. Doch dann drehte der Wind scharf nach links und wir verloren auf der letzen Kreuz vier Plätze. Uns bleibt nur, Emirates Team New Zealand zu gratulieren. Sie haben es verdient. Für unsere Bostoner Fans war es natürlich schade. Ein Sieg wäre eine tolle Abrundung des Unabhängigkeits-Tages gewesen.“

Team Emirates New Zealand feierte seinen ersten Sieg bei einem Extreme-Sailing-Series-Event begeistert. „Das Segeln hier war eine große Herausforderung“, sagte Dean Barker, „Artemis Racing hat uns die ganze Woche gezeigt, wo es lang geht. Aber die Rennen waren so eng, dass noch vier Boote hätten gewinnen können. Es ist einfach nicht vorbei, bevor es vorbei ist. Wir hatten schon in Istanbul ein ganz enges Duell mit Artemis und es ist schön, diesmal die Nase vorn zu haben.“ Ein besonderer Bonus für Emirates Team New Zealand war es, dass sie von Groupe Edmond de Rothschild auch noch die Gesamtführung der 2011er-Serie übernehmen konnten.

Leigh McMillan und seine Crew von The Wave, Muscat, schafften es als Dritte ebenfalls auf das Podium und übertrafen damit ihre eigenen Erwartungen. „Ich sprang in die Luft und brüllte vor Freude als wir die Ziellinie überquerten“, jubilierte McMillan, „der Erfolg war sehr wichtig für das Team und wir haben ihn anschließend ausgiebig gefeiert. Es gab unterwegs ein paar Stolpersteine, aber wir haben sehr hart gearbeitet und die Jungs haben mir in jeder Situation den Rücken frei gehalten.“

Luna Rossa, Sieger von Act 2 im chinesischen Qingdao, kam an den letzten zwei der fünf Renntage wieder in Form und hatte einen Podiumsplatz im Visier. Es reichte dann aber doch nicht für die Italiener, die schließlich Vierte wurden, mit zwei Punkten Vorsprung vor dem französischen Team Groupe Edmond de Rothschild. Auch Alinghi steigerte sich im Verlauf von Act 4 stark und schaffte es von Platz 9 am Eröffnungstag noch auf den 6. Gesamtrang, nur drei Punkte vor Red Bull Extreme Sailing. Es war eine der engsten Entscheidungen in der Geschichte der Rennserie. Sieben Teams hatten am letzen Tag noch die Chance auf einen Platz auf dem Siegertreppchen.

Davon war jedoch roland Gäbler mit seinem Team Extreme weit entfernt. Nach einem Crash mit Alinghi in Istanbul war Gäblers Kat so stark beschädigt, dass der Veranstalter für Boston ein Ersatzboot stellen musste. Das jedoch bekam Deutschlands bester Katamaransegler nicht richtig in Fahrt. Daraus ergaben sich dann auch taktische Fehler.

Nächster von insgesamt neun Austragungsorten ist in nur vier Wochen die Cowes Week.

Extreme Sailing Series Act 4, Fan Pier in Boston, USA
Gesamtwertung nach 37 Rennen

1. Emirates Team New Zealand (NZL), 293 Punkte
2. Artemis Racing (SWE),289 Punkte
3. The Wave, Muscat (OMA), 269 Punkte
4. Luna Rossa (ITA), 262 Punkte
5. Groupe Edmond de Rothschild (Frau), 260 Punkte
6. Alinghi (SUI), 251 Punkte
7. Red Bull Extreme Sailing (AUT), 248 Punkte
8. Oman Air (OMA), 198 Punkte
9. Niceforyou (ITA), 172 Punkte
10. Team GAC Pindar (GBR), 137 Punkte
11. Team Extreme (EUR), 126 Punkte

Veranstalterseite...


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: BostonExtreme Sailing SeriesGäbler

Anzeige