Vegvisir Archipelago Race
Neues Langstreckenrennen vom Silverrudder-Erfinder

Morten Brandt-Rasmussen hat die größte Einhandregatta der Welt ins Leben gerufen – jetzt plant er ein neues Segel-Event, diesmal zweihand

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 27.02.2017
Bekommt Konkurrenz: Silverrudder Regatta rund Fünen Bekommt Konkurrenz: Silverrudder Regatta rund Fünen Bekommt Konkurrenz: Silverrudder Regatta rund Fünen

Bekommt Konkurrenz: Silverrudder Regatta rund Fünen

Der Name ist nicht gerade eingängig, aber das galt vor fünf Jahren auch für das Sølvror, heute besser bekannt als SIlverrudder und weltgrößtes Einhandrennen mit aktuell 447 gemeldeten Teilnehmern.

Ob das Vegvisir Archipelago Race jemals so groß werden wird, werden kann, lässt sich kaum vorhersagen. Die im Juni erstmals stattfindende Regatta für Zweier- und Dreier-Crews erfüllt aber ein nicht ganz unwesentliches Erfolgskriterium: Idee und Umsetzung stammen von Morten Brandt-Rasmussen, dem Mr. Silverrudder. Und er hat schon einmal geschafft, wovon keiner zu träumen gewagt hätte.

Nun versucht er es also ein weiteres Mal – an anderer Stelle, mit einem modifizierten Konzept.

Seit die Rechte am Silverrudder 2016 an die Gemeinde von Svenborg gingen, war der 50-jährige Journalist und Extremsportler auf der Suche nach neuen Partnern. Die hat er in der Gemeindeverwaltung des Guldborgsunds inzwischen gefunden, wo Start und Ziel des Vegvisir Rennens liegen werden.

Der Sund trennt Lolland und Falster, die beiden unweit Fehmarns liegenden Inseln im Süden Dänemarks. Er verbindet auch das Smålands-Fahrwasser mit der Ostsee. Daraus, man ahnt es schon, lassen sich navigatorisch anspruchsvolle Kurse plotten. Und genau das macht den Reiz des Rennens aus, das nicht umsonst Vegvisir heißt – zu Deutsch: Wegmarke, Orientierung.

Wie Morten Brandt-Rasmussen gegenüber YACHT online erläuterte, wird es zwei Kurse geben:

  • einen westlichen, der über 200 Seemeilen bis Langeland und dann südwärts nach Fehmarn führt, vorbei an Marstal mit seinen tückischen Flachs
  • und einen östlichen Kurs für die kleineren Boote, der mit 150 Seemeilen aber ebenfalls länger ist als die Silverrudder-Distanz.

Google Earth Zwei Kurse, der eine 150, der andere 200 Meilen lang: Vegvisir Archipelago Race

Besonders dabei: Die Routen sehen häufige Wechsel zwischen In- und Offshore-Passagen vor, zwischen extrem kleinräumigem Segeln und langen Schlägen. Zudem sind die Crews an mehreren Punkten frei in der Wahl, in welcher Richtung sie ein Teilstück angehen. Das stellt sie immer wieder vor schwierige taktische Entscheidungen und zwingt dazu, die Wetterentwicklung während des Rennens mitzuverfolgen. Eine neue Komplexität, die bei Rundkursen wie dem Silverrudder so nicht gegeben ist.

Die Voraussetzungen für die Teilnahme sind gleichwohl ähnlich. Es braucht keinen Messbrief, keine Isaf-Sicherheitstrainings oder Ähnliches. Die gemeldeten Yachten werden schlicht nach Rumpflänge klassifiziert und gewertet. "Es soll das Erlebnis im Vordergrund stehen", sagt Brandt-Rasmussen, "nicht das Ergebnis".

Um das abzurunden, verspricht der Organisator ein reichhaltiges Rahmenprogramm, weshalb das Meldegeld auch leicht über dem anderer Wettfahrten dieser Art liegen wird – im Gespräch sind zwischen 180 und 200 Euro pro Person.

Reizvoll dürfte das Datum sein. Das Vegvisir Archipelago Race startet kurz nach der Mittsommernacht am 24. Juni, wenn die Tage lang sind. Auch das eine bewusste Abkehr vom Silverrudder-Termin Ende September. Tatsächlich lassen sich auch beide Events in die Saisonplanung einspleißen, weil sie weit genug auseinander liegen.

Insgesamt verfügt Dänemark nun allein schon über vier Langstrecken-Wettfahrten für Soloskipper und kleine Crews. Neben Vegvisir und Silverrudder gibt es im Mai die ebenfalls neue One Star Challenge und das Etappen-Rennen Quantum Danmark Rundt, beide mit Start in der Nähe von Kopenhagen.

Wer Interesse an der Vegvisir-Regatta hat, findet weitere Informationen und Updates auf Morten Brandt-Rasmussens Homepage "Shorthand" und auf der Facebook-Seite des Rennens . Die Vegvisir-Website befindet sich zurzeit noch im Aufbau, soll aber in Kürze bereitstehen.


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