Segeln olympisch
Neue deutsche Welle: schnell und gut

Die Kieler-Woche-Sieger Paul Kohlhoff und Carolina Werner fordern das Establishment bei der Nacra-17-WM. Deutsche 49er-Segler machen Druck

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 08.07.2015

KiWo/www.segel-bilder.de Auf dem Weg in die Weltspitze: Paul Kohlhoff und Carolina Werner – hier im Bild auf dem Weg zum Kieler-Woche-Sieg vor zwei Wochen

Mit ihrem Kieler-Woche-Sieg im Rücken sind Paul Kohlhoff und Carolina Werner selbstbewusst und erfolgreich in die Nacra-17-Weltmeisterschaft gestartet. Nach solidem Auftakt legten die beiden erst 20 Jahre alten Segler am zweiten Tag mit den Rängen 2, 4 und 2 in der Qualifikationsrunde eindrucksvoll nach und katapultierten sich zehn Plätze vorwärts an Position sieben – mitten in die Gruppe der Weltklasse-Crews. Die Aussicht, einen der drei Nationenstartplätze zu sichern, die bei diesen Welttitelkämpfen nach zehn bereits vergebenen Plätzen verteilt werden, motiviert die beiden jungen Kieler zu Höchstleistungen. "Wir haben gestern bei viel Wind Risikominimierung betrieben", sagte Vorschoterin Werner über den verhaltenen Auftakt, "aber wir sind gut drauf, schnell unterwegs und optimistisch, was den Kampf um den Nationenstartplatz angeht. Den zu sichern, das ist hier unser wichtigstes Ziel." In Führung liegen bei der WM der neuen olympischen Katamaran-Mixed-Klasse die Titelverteidiger und Top-Favoriten Billy Besson und Marie Riou aus Frankreich.

Gleichzeitig sind am Dienstag in portugiesischen Gewässern vor Porto die 49er-Männer der Segelnationalmannschaft in ihre Europameisterschaft gestartet. Für sie markieren die kontinentalen Titelkämpfe wie für die 49erFX-Seglerinnen auch den Auftakt zur dreiteiligen nationalen Olympiaqualifikation. Auch bei den 49er-Seglern konnten sich Kieler-Woche-Sieger gut in Szene setzen: Justus Schmidt und Max Boehme sind stark in die EM eingestiegen, liegen nach den ersten vier Wettfahrten im Feld der 79 Starter auf Platz vier und beeindruckten dabei mit zwei Tagessiegen. Weniger glücklich verlief der Auftakt für die Berliner Titelverteidiger Erik Heil und Thomas Plößel, die sich am Abend des ersten EM-Tages auf Platz 35 wiederfanden.

Pedro Martinez In perfekter Haltung unterwegs: Justus Schmidt und Max Boehme

Die 49erFX-Seglerinnen des Deutschen Segler-Verbandes waren bereits einen Tag vor den Männern in ihre EM durchgestartet. Nach zwei Wettfahrttagen und schon sieben Rennen in leichten bis mittleren Winden liegen die Berlinerinnen Victoria Jurczok und Anika Lorenz punktgleich mit den holländischen Spitzenreiterinnen Annemiek Bekkering und Annette Duetz auf Platz zwei. Damit ist der Crew vom Verein Seglerhaus am Wannsee auch ein fast idealer Start in die dreiteilige nationale Olympiaqualifikation gelungen. "Wir haben guten Speed und sind schnell unterwegs – auch, weil wir leicht sind", erklärte VSaW-Steuerfrau Victoria Jurczok. "Ich denke aber auch, dass wir sehr hart im Boot arbeiten und einfach mental gut drauf sind." Wie schon bei der Weltmeisterschaft vor Santander 2014 scheinen Jurczok/Lorenz nach einigen Rückschlägen in dieser Saison auf den Punkt fit zu sein.

Als Elfte platzierten sich auch Leonie Meyer und Elena Stoffers solide im Feld und könnten am Mittwoch als Starkwindspezialistinnen in den vorhergesagten frischeren WInden weiter vorrücken. Ann-Kristin und Pia-Sophie Wedemey segelten auf Platz 17. Tina Lutz und Susann Beucke fanden sich nach den ersten beiden Dritteln der Qualifikationsrunde auf Platz 25 wieder. Und die Strander Zwillinge Jule und Lotta Görge müssen ihre Aufholjagd im Feld der 39 Teams am Mittwoch von Platz 36 aus starten.

tati Bei leichten bis mittleren Winden bestens in Fahrt: Victoria Jurczok und Anika Lorenz


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Themen: 49er49erFXEuropameisterschaftHeil PlößelJurczok/LorenzKohlhoff/WernerMeyer/StoffersNacra 17. WeltmeisterschaftSchmidt/Boehme

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