Olympiaklassen
Nacra 17, Kitesurfer bei Olympia 2016

Ein Kat mit gekrümmten Schwertern ist der Mixed Multihull, während sich die Brettsegler in Zukunft von einem Lenkdrachen ziehen lassen

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 06.05.2012

Martina Barnetova Wenn schon nicht Tornado, dann halt Nacra 17. Roland und Nahid Gäbler freuen sich auf dieses Boot

Nach dem Damenskiff Mackay FX, das auch 49er FX genannt wird, wurden gestern beim Isaf-Meeting in Sestra auch die beiden letzten noch offenen Fahrzeuge für die olympischen Spiele 2016 in Rio bestimmt. Im Mixed Multihull ging der Nacra 17 als Sieger hervor, der spezielll für diesen Weetbewerb entworfen worden war, während sowohl bei Männern als auch Frauen Kiteboards den RS:X-Windsurfer ersetzen werden. Das kam überraschend, denn ursprünglich war nur daran gedacht, die Kitesurfer beim Isaf-Weltcup und bei der Isaf-WM starten zu lassen. Das Wind- und Kitesurfingkomitee wird im November bei der Isaf-Jahresversammlung weitere Empfehlungen zur olympischen Integration dieses Events machen.

Martina Barnetova Nacra 17, die neue Olympiaklasse für den Mixed Multihull

Der Nacra 17 war bei den Tests in Santander im März bei den Seglern der klar favorisierte Kat. Im Eventkomitee, wo weniger nach seglerischen, sondern mehr nach politischen Kriterien abgestimmt wird, gewann der Nacra jedoch am Schluss nur durch die Stimme des Vorsitzenden Chris Atkins. Dies war wohl die schwierigste Hürde, denn das bedeutete die Nominierung für die entscheidende Abstimmung im Gremium, die bei 20:15 Stimmen relativ klar für das Boot ausfiel.

Martina Barnetova Nacra 17, die neue Olympiaklasse für den Mixed Multihull

Der Evaluierungsausschuss hielt den Nacra 17 für die beste Option, weil er länger und breiter ist als die 16-Fußer, die ebenfalls zur Auswahl standen. Damit könne das Boot ein größeres Spektrum an Mannschaftsgewicht tolerieren. Andere Kriterien, die zu seinen Gunsten den Ausschlag gaben, waren ein um fast 50 Kilogramm geringeres Gesamtgewicht im Vergleich zum F18 Hobie Tiger und die gekrümmten Schwerter, die für mehr Auftrieb sorgen. Die einzelnen Boote im detaillierten Vergleich .

Martina Barnetova Nacra 17, die neue Olympiaklasse für den Mixed Multihull

„Diese Entscheidungen bedeuten den Beginn einer neuen Ära im Segelsport”, verlautete Isaf-Präsident Göran Petersson. „Die Selektionen haben die Kriterien des Evaluierungsausschusses erfüllt, und wir freuen uns auf diese Boote nicht nur in Rio 2016, sondern auch beim Isaf-Weltcup und bei den Isaf-Weltmeisrterschaften.”

Deutschlands Parade-Katsegler, Roland Gäbler, lange schon ein Befürworter des Mixed Multihulls, musste zwar einsehen, dass die olympischen Tage seines geliebten Tornados endgültig Geschichte sind, freute sich aber dennoch über die Entscheidung für den Nacra 17. „Endlich hat die Isaf auf die Segler gehört. Vielen Dank!”

Nacra-17-Spezifikationen

Lüa 5,25 m

Breite 2,59 m

Gewicht 138/132* kg

Segelfl. Groß: 14,65 qm

Segelfl. Fock 4 qm

Segelfl. Gennaker 19,5 qm

Preis 14.500/16,750* Euro

*mit Kohlefasermast

Mehr auf der Isaf-Seite


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Themen: IsafMackay FXMixed MultihullNacra 17Olympische SpieleRio de Janeiro 2016Roland GäblerSantander

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