Trennung nach Sturm, Strandung und Rettung
"Use it again!"-Co-Skipper Alex Pella geht von Bord

Skipper Romain Pilliard muss in Ushuaia allein mit demoliertem Trimaran um die Fortsetzung der Weltumsegelung kämpfen. Sein Co-Skipper ist abgereist

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 16.02.2022
Die Folgen der felsigen Strandung sind deutlich sichtbar: die "Use it again!" hier nach der Rettung durch die chilenische Marine bei ihrem langen Weg nach Puerto Williams Die Folgen der felsigen Strandung sind deutlich sichtbar: die "Use it again!" hier nach der Rettung durch die chilenische Marine bei ihrem langen Weg nach Puerto Williams Die Folgen der felsigen Strandung sind deutlich sichtbar: die "Use it again!" hier nach der Rettung durch die chilenische Marine bei ihrem langen Weg nach Puerto Williams

Osvaldo E. Escobar Torres Die Folgen der felsigen Strandung sind deutlich sichtbar: die "Use it again!" hier nach der Rettung durch die chilenische Marine bei ihrem langen Weg nach Puerto Williams

Vor einer Woche war der Trimaran "Use it again!" am 9. Februar in der Cook Bay im Sturm gestrandet. Auf ihrer Weltumsegelung von Ost nach West hatten Skipper Romain Pilliard und Co-Skipper Alex Pella dort Schutz vor einem schweren Sturm gesucht, konnten aber nicht ankern. Nach Angaben vom Skipper war Alex Pella während seiner Wache unter Deck eingeschlafen, bevor der Tri auf die Felsen trieb. Mit den Worten "Wir stecken in einem Mauseloch mit Felsen um uns herum" hatte Pilliard später die dramatischen Stunden beschrieben. Nach der Rettung durch die chilenische Marine und dem 110 Seemeilen langen Weg nach Puerto Williams sowie der Weiterfahrt in den größeren Hafen von Ushuaia hat das Team in den vergangenen Tagen die Schäden am Boot untersucht. Fazit: Die "Use it again!"-Weltumsegelung von Ost nach West soll weitergehen. Allerdings ohne Co-Skipper Alex Pella, der am Sonntag abgereist ist.

Team Use it again! Der Trimaran "Use it again!" im argentinischen Hafen von Ushuaia

"Ich werde das Boot nicht im Stich lassen!"

Das Team "Use it again!" veröffentlichte zu den jüngsten Entwicklungen dieses Statement von Skipper Romain Pilliard: "Hallo an alle, wir möchten heute zwei wichtige Inforrmtionen mit euch teilen, die ihr uns seit einigen Wochen begleitet. Zuerst zum Boot: Die beim Crash auf den Felsen verursachten Schäden der "Use it again!" sind schwerwiegender als gedacht. Das gilt besonders für den Mittelrumpf. Nach Rücksprache mit dem Konstrukteur und Technik-Experten müssen wir den Trimaran in Ushuaia aus dem Wasser nehmen und schnell mit dem Reparaturprojekt für den Mittelrumpf durchstarten. Auch Bug und Schwert sind beschädigt, ihre Struktur aber scheint davon nicht betroffen zu sein. Der Wellenbock ist gebrochen und könnte den Mittelrumpf weiter schädigen. Wir haben keine Wahl und müssen das Boot aus dem Wasser holen. Da wartet Arbeit auf uns!

Die zweite Information betrifft meinen Teamkameraden: Alex hat entschieden, den Westwärts-Weltrekordversuch nicht fortzusetzen. Er ist am Sonntagabend nach Spanien abgereist. Ich habe das zur Kenntnis genommen. Ich hätte euch gern bessere Nachrichten übermittelt, aber ich werde nicht aufgeben und bin entschlossen, alles in meiner Macht Stehende zu tun, um dieses Abenteuer fortzusetzen. Beginnen wir damit, das Boot ein zweites Mal zu retten! Das erste Mal war 2016: Dieser wunderschöne und legendäre Trimaran lag verlassen an einem Kai in Brest und befand sich in einem erbarmungswürdigen Zustand. Seitdem haben wir ihm – dank Use it again! und unseren Partnern – ein zweites Leben gegeben. Er hat die Route du Rhum absolviert und Hunderte Seemeilen im Mittelmeer. Vor ein paar Tagen hat er Kap Hoorn wiedergesehen. Ich werde nicht aufgeben. Ich werde ihn nicht im Stich lassen. Wir hören uns bald wieder, damit ich den Rest des Abenteuers von "Use it Again!" am Ende der Welt mit euch teilen kann. Vom Ponton: Romain."

Von Alex Pella gab es noch kein Statement zu seiner Entscheidung. Offen blieb zunächst auch, wie lange die Reparaturarbeiten dauern werden und ob und wann es Ersatz für Alex Pella geben wird. Hier geht es zur Teamseite (bitte anklicken!).

Jean-Marie Liot/Use It Again! So hoffnungsfroh waren Romain Pilliard und Alex Pella (l.) in die Weltumsegelung von Ost nach West durchgestartet. Der dramatischen Kenterung hat der Teamgeist offenbar nicht standgehalten: Der Spanier Alex Pella ist abgereist


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Themen: Weltumseglung

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