Olympisches Segeln
Mixed-Offshore-Ausscheidung: 30 Stunden doublehand auf J/70

Der Andrang auf die neue olympische Disziplin ist groß. Der DSV wird eine Ausscheidung segeln. Außerdem: Der Welt-Seglerverband stellt zwölf Bootskandidaten vor

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 19.02.2020
Das sportliche, offene Kielboot wird den Crews einiges abverlangen Das sportliche, offene Kielboot wird den Crews einiges abverlangen Das sportliche, offene Kielboot wird den Crews einiges abverlangen

YACHT/N. Krauss Das sportliche, offene Kielboot wird den Crews einiges abverlangen

Ende Oktober dieses Jahres wird vor Malta im Rahmen des Rolex Middle Sea Race die Weltmeisterschaft der neuen olympischen Disziplin Mixed Offshore auf Booten vom Typ L30 gesegelt. 20 Nationen sind startberechtigt.

Der neue DSV-Trainer für diese Disziplin, der zweimalige Volvo-Ocean-Race- und America’s-Cup-Teilnehmer Tim Kröger hatte interessierte Mannschaften aufgerufen, sich für den deutschen Startplatz zu bewerben; der Andrang ist größer als erwartet. Zehn Teams, jeweils ein Segler und eine Seglerin, haben sich gemeldet, laut Kröger "aus allen Bereich, vom olympischen bis zum Seesegeln". Es sei aber noch zu früh, konkrete Namen zu nennen.

Um Chancengleichheit zu wahren, wird vom 23. bis 24. April auf der Ostsee eine Art nationale Ausscheidung ausgetragen. Dazu hat der DSV zehn J/70 von der Bundesliga gechartert. Auf diesen müssen die zehn Aspiranten-Duos von Kiel aus rund 30 Stunden nonstop segeln.

Da die J/70 nur für CE-Kategorie "C", küstennahe Gewässer, zugelassen sind, wird der Kurs auch in Küstennähe gelegt. Die Boote sollen mit zusätzlicher Sicherheitsausrüstung wie Strecktauen und Positionslichtern ausgestattet werden, zusätzlich wird die Flotte bei diesem Rennen von einem Sicherungsboot begleiten. Das Windlimit beträgt 6 Beaufort.

Die J/70 ist zwar deutlich kleiner als die bei der WM eingesetzte L30 und bietet außer einer kleinen Schlupfkajüte auch keinerlei Komfort, etwa um sich während der 30-Stunden-Langstrecke auszuruhen. Das jedoch findet Kröger nicht maßgeblich, denn es waren verschiedene praktische Gründe, die zur Wahl der J/70 geführt haben.

YACHT Bundestrainer Tim Kröger

"Das Boot hat prinzipiell keine Relevanz. Für mich ist wichtig einschätzen zu können, über welche Qualitäten und Kompetenzen die Crews auf so einer herausfordernden Strecke verfügen – und ob sie sich durchbeißen können und wollen."

Die nötigen Hilfsmittel, wie Navigationsgeräte und Wetterrouting, können die Crews selbst wählen, externe Hilfe ist aber außer frei zugänglichen Quellen untersagt.

Wer die Wettfahrt gewinnt, ist für die WM aus deutscher Sicht qualifiziert. Da jedoch bisher 22 Nationen für die 20 Startplätze gemeldet haben, könnte es noch eine vorgelagerte europäische Ausscheidung geben. Entschieden wird das in den nächsten Wochen.

Auch ob das Boot der Weltmeisterschaft, die L30, das Boot für die Olympischen Spiele 2024 sein wird, ist offen. Der Welt-Seglerverband Worldsailing hat gerade den Fahrplan sowie die Kandidatenliste für die Auswahl der neuen olympischen Hochsee-Einheitsklasse veröffentlicht. So werden die Kriterien, welche das Boot erfüllen muss, bis spätestens 31. Dezember 2020 festgelegt und bis zu diesem Zeitpunkt auch bestimmt, welche der Bootskandidaten diese Kriterien erfüllen. Die finale Auswahl des Olympiabootes erfolgt dann bis zum 31. Dezember 2023.

Zwölf Hersteller haben bisher eine Bewerbung für die Disziplin Mixed Offshore abgegeben, darunter Dehler mit der Dehler 30 one design. Weitere Kandidaten sind die Figaro 3, drei J-Boats (88, 99 und 105), Sunfast 3300 und auch ein neuer Mini, der Vector 6.5.

Die komplette Liste der Kandidaten mit den Bewerbungsunterlagen finden Sie hier.


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Themen: AusscheidungMixed OffshoreTim Kröger

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