52 Super Series
Mit türkischem Honig zum Sieg: Durchbruch für "Provezza"

Ergin Imres "Provezza" hat erstmals in fünf Jahren eine Regatta der 52 Super Series gewonnen. Harm Müller-Spreers "Platoon" verpasste das Podium knapp

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 28.07.2017
5. Regatta der 52 Super Series vor Puerto Portals 5. Regatta der 52 Super Series vor Puerto Portals 5. Regatta der 52 Super Series vor Puerto Portals

Nico Martinez/Martinez Studio 5. Regatta der 52 Super Series vor Puerto Portals

Die Freude an Bord der türkischen "Provezza" war riesig: Erstmals seit dem TP-52-Durchstart der Mannschaft von Ergin Imre vor fünf Jahren konnte sie eine Regatta der 52 Super Series gewinnen und das amerikanische Team Quantum Racing von Doug de Vos und die italienische "Azzurra" der Roemmers-Familie auf die Plätze zwei und drei verweisen. Mehrmals schon war die Crew in dieser Saison einem Sieg ganz nah gekommen, doch dieses Mal klappte es. Steuermann und America's-Cup-Gewinner Peter Holmberg und Taktiker Tony Rey – in dieser Erfolgs-Kombination auch bei der kommenden J-Class-WM auf der J 8 "Topaz" im Einsatz – gelang der Durchbruch mit der "Provezza"-Crew, der außerdem Segelgrößen wie Nacho Postigo (Spitzname: "Zauberer der Bucht von Palma") angehörten.

Nico Martinez/Martinez Studio Nach dem Sieg ging "Provezza"-Eigner Ergin Imre baden...

Nico Martinez/Martinez Studio Hier jubelt das "Provezza"-Team von Ergin Imre

Der im TP-52-Circuit beliebte "Provezza"-Eigner Ergin Imre sagte: "Zu Anfang haben wir nie darauf gehofft, einmal eine Regatta zu gewinnen. Doch nachdem wir das neue Boot gebaut hatten, haben wir beschlossen, dass wir uns einen Sieg zum Ziel setzen sollten. Jetzt weiß ich nicht, was wir noch gewinnen können. Vielleicht ja noch eine Regatta. Es wäre natürlich großartig, die Serie zu gewinnen. Doch das ist hart."

Nico Martinez/Martinez Studio "Provezza" gewann die Serie vor Puerto Portals mit zwei Tagessiegen in neun Wettfahrten, guter Konstanz und zwei Punkten Vorsprung vor Quantum Racing

Taktiker Tony Rey sagte: "Es ist großartig, diesen Sieg zu genießen. Wir haben ihn uns alle verdient. Ich könnte nicht stolzer auf Ergin Imre sein. Es ist ein Privileg, machen zu dürfen, was wir hier tun. Und es ist eine Ehre, es mit ihm zu tun. Er ist ein absoluter Gentleman. Er gibt uns das Werkzeug, das hier zu tun. Die gute Nachricht ist, dass wir heute einige Boxen mit türkischem Honig an Bord hatten. Sie haben uns Glück gebracht. Also haben wir entschieden, dass wir sie ab jetzt bei jedem Rennen dabei haben werden." Rey benannte veränderte Prozesse an Bord, einen kleineren Durchbruch bei der Rigg-Konfiguration, Peter Holmberg als großartigen Steuermann und Trimmer Simon Fry, "der das Gewicht an Bord umhermanövriert, wie wir es noch niemals zuvor gemacht haben", als wichtige Faktoren für den Sieg und sagte: "Die kleinen Puzzlesteine sind zum richtigen Zeitpunkt zusammengekommen."

Nico Martinez/Martinez Studio Was das Zeug hält: Die spannende TP-52-Schau vor Mallorca war sehenswert

Mit der "Provezza" hat zum fünften Mal bei der fünften Regatta in diesem Jahr ein anderes Boot gewonnen. So spannend ist kaum eine Serie weltweit! Quantum Racing hatte vor Key West gesiegt, die italienische "Azzurra" in Miami, Harm Müller-Spreers "Platoon" bei der Weltmeisterschaft vor Scarlino und zuletzt das schwedische Team Rán Racing mit der Kielerin Carolina Werner an Bord. Die Gewinner von Porto Cervo hatten auch vor Puerto Portals zunächst die Bugspitze vorn, konnten die Führung aber am Ende nicht verteidigen und beendeten die heiß umkämpfte Regatta in Puerto Portals auf Platz fünf hinter "Platoon".

Nico Martinez/Martinez Studio Niklas Zennströms Team Rán Racing mit der Kieler Olympiateilnehmerin Carolina Werner (Mitte)

In der Gesamtwertung führt "Azzurra" (182 Punkte) knapp vor Weltmeisterin "Platoon" (185 Punkte) und Quantum Racing (188 Punkte). "Provezza" rückte mit 214 Zählern auf Rang vier vor Ràn Racing (228 Punkte) auf Platz fünf. Es folgen "Bronenosec" (246 Punkte), "Sled" (271 Punkte), "Gladiator" (280 Punkte) und "Alegre" (322.5 Punkte). Nach 44 Wettfahrten in fünf Regatten können die ersten drei Boote die Saisonwertung beim Finale vor Menorca gewinnen. Die "Platoon"-Crew wahrte damit nach dem WM-Triumph alle Chancen aufs Double.

Nico Martinez/Martinez Studio Der Showdown naht: Vor Menorca geht es für Harm Müller-Spreers "Platoon"-Crew ab 19. September ums Double. Kann das Team unter deutscher Flagge nach dem WM-Titel auch die Saisonwertung gewinnen?

Nico Martinez/Martinez Studio Die Afterguard der in der Gesamtwertung führenden italienischen "Azzurra". Taktiker Vasco Vascotto bestimmt den Kurs


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