World Sailing
Mit Kim Andersen auf Kurs Zukunft

Carlo Croce hatte eine zweite Amtszeit im Visier, muss das Verbands-Steuer aber an Kim Andersen abgeben. Stegenwalner ist Vize-Präsidentin

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 13.11.2016

World Sailing Das neu gewählte Präsidium des Welt-Seglerverbandes auf der Bühne bei der Jahrestagung in Barcelona

Ein Däne folgt dem Italiener: Carlo Croce hat seinen Kampf um eine zweite Amtszeit als Präsident von World Sailing verloren. Künftig steht Kim Andersen am Steuer des Welt-Seglerverbandes. Er hat Transparenz, Offenheit und Einigkeit zu dessen wichtigsten Zeilen erklärt, will "den Segelsport stärker machen". Neben Croce unterlag auch der ehemalige Verbandspräsident Paul Henderson aus Kanada dem Dänen, schied bereits im ersten Wahlgang am Sonntag aus. In diesem hatten Andersen 44, Croce 43 und Henderson 11 Stimmen der 99 registrierten wahlberechtigten Delegierten erhalten. Im zweiten Wahlgang war es zum Duell zwischen Croce und Andersen gekommen, das Andersen mit 52:46 Stimmen für sich entscheiden konnte.

World Sailing Der neue Präsident von World Sailing: Kim Andersen

Der selbstbewusste 59-jährige Skandinavier segelt seit seiner Kindheit, war Team-Manager der dänischen Segler bei den Olympischen Spielen 2000 und gewann 2011 die Europameisterschaft im Drachen. Als international erfahrener CEO, Vizepräsident und Manager einer Reihe von Unternehmen hatte sich Andersen im Vorwege der Wahl vor allem für einen neuen Kurs des Welt-Seglerverbandes eingesetzt. Nach seiner Wahl sagte der fließend Deutsch sprechende Däne: "Es ist ein aufregender Tag für World Sailing. Heute ist ein Wendepunkt in der Geschichte unseres Sports. Wir haben viel Arbeit zu erledigen, und ich bin darauf fokussiert, unseren Sport zu vereinen, damit jedes einzelne Land fortlaufend die richtigen Instrumente und Informationen erhält, um unseren Sport weltweit zu entwickeln."

Andersen hatte mit einem Memorandum vor der Wahl für die Abwendung vom "Althergebrachten" geworben, das Segel-Establishment angegriffen und gesagt: "Der Von-oben-nach-unten-Ansatz elitärer Gruppen von Entscheidungsträgern, die kurzfristig rettende, aber keine dauerhaften Lösungen diktieren, die nur so lange halten wie die Entscheider im Amt sind, könnten diese Vision verpfuschen." Mit "dieser Vision" meinte Andersen seine Vorstellung von einer geeinten, starken und transparent geführten Segelwelt. Mindestens vier Jahre hat der Däne, um zu zeigen, wie die Führung des Welt-Seglerverbands nach seiner Vorstellung Erfolg haben wird.

Stegenwalner zur Vize-Präsidentin gewählt

World Sailing Bekanntester und erfolgreichster Sportler unter den neuen Vize-Präsidenten: Torben Grael aus Brasilien

Dabei wird Andersen von sieben Vize-Präsidenten unterstützt, die ebenfalls am Sonntag gewählt wurden. Zur Wahl standen 15 Kandidaten – durchgesetzt haben sich drei Frauen und vier Männer: die Neuseeländerin Jan Dawson, der fünfmalige olympische Medaillengewinner Torben Grael (Brasilien), der amerikanische TV-Journalist und America's-Cup-Experte Gary Jobson, Quanhai Li (China), W. Scott Perry (Uruguay) und die Spanierin Ana Sanchez. Dazu mit DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner erstmals eine DSV-Repräsentantin. Die sieben Vize-Präsidenten unterstützen Kim Andersen im sogenannten "Board of Directors".

World Sailing DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner ist eine von sieben Vize-Präsidenten, die mit Kim Andersen auf Kurs Zukunft gehen


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