Mini-Transat 2021
Lennart Burke und Lina Rixgens im Ziel der ersten Etappe

Der 23-jährige Stralsunder erreicht mit Platz zehn bei den Serienbooten sein selbstgestecktes Ziel +++ Rixgens schafft es mit Ruderbruch nach La Palma

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 11.10.2021
Strahlende Gesichter im Hafen von Santa Cruz de La Palma Strahlende Gesichter im Hafen von Santa Cruz de La Palma Strahlende Gesichter im Hafen von Santa Cruz de La Palma

Mini Transat 2021 - Vincent Olivaud / Montage: YACHT Strahlende Gesichter im Hafen von Santa Cruz de La Palma

Lennart Burke und Lina Rixgens haben das Ziel der ersten Etappe des Mini-Transat vor Santa Cruz de La Palma erreicht. Damit sind nach Melwin Fink zwei weitere der insgesamt vier deutschen Skipper im Rennen angekommen. Marc Siewert kann es am Dienstag schaffen.

Lennart Burke segelte am Samstagmorgen als Zehnter der Serienboot-Wertung ins Ziel vor der Kanareninsel. Der 23-Jährige benötigte 11 Tage, 17 Stunden, 7 Minuten und 53 Sekunden für die rund 1350 Seemeilen von Les Sables-d’Olonne.

Mini Transat Eurochef 2021 – Vincent Olivaud Lennart Burke nach der Ankunft

Wie das Rennen für ihn verlief und welchen Schaden sein Boot erlitt, während eine erste schwere Front noch auf der Biskaya über das Feld hinwegzog, erklärte Burke kurz nach seiner Ankunft in einer Videobotschaft auf Facebook.

„Immer dranbleiben“

Burke berichtet, dass sein Bugkorb brach und dadurch auch die Befestigung der Fock sowie die Sicherung für den Bugspriet. Bei 35 bis 45 Knoten Wind und „Riesen-See“ sei es unmöglich gewesen, den Schaden zu reparieren, sodass er eine Nacht lang nur unter Groß weitersegeln konnte. Dadurch fiel er im Feld weit zurück.

Der Zwischenstopp zum Abwettern der zweiten Front im Hafen bedeutete damit eine Art Neustart für Burke – zu einem anspruchsvollen, top gesegelten Rennen auf die Kanaren. „Das war super, super anstrengend“, so Burke. Zu Beginn habe er eine taktisch kluge Entscheidung getroffen und sich gut positioniert. Danach galt es, den Platz zu verteidigen. Möglichst wenige Fehler machen und immer dranbleiben war sein Ziel – oder auf Fehler der anderen warten. Doch auch die Konkurrenz um ihn herum segelte auf höchstem Niveau. „Ich habe mindestens acht Halsen pro Tag gemacht“, erzählt Burke vor Atlantikkulisse auf La Palma.

Mini Transat Eurochef 2021 – Vincent Olivaud Erfolgreiches Trio in der Serienbootwertung aus Deutschland und Österreich (v. l.): Christian Kargl (Platz 2), Melwin Fink (Platz 1) und Lennart Burke (Platz 10)

Mit seinem Ergebnis – Platz zehn von 65 gestarteten Serienbooten – zeigte sich der Skipper der Pogo 3 „Vorpommern“ sehr zufrieden. Auch im Gesamtergebnis unter die Top Ten zu kommen ist das selbstgesteckte Ziel des ambitionierten Nachwuchsseglers.

Trotz doppeltem Ruderbruch angekommen

Hinter der einzigen deutschen Seglerin im Feld, Lina Rixgens auf der Wevo 6.5 „Avanade“, liegt ein Rennen mit besonderen Herausforderungen und weiteren Rückschlägen. Die erfahrene Mini-Skipperin meisterte es dennoch souverän und querte am Sonntagabend die Ziellinie – nach 13 Tagen, 5 Stunden, 41 Minuten und 40 Sekunden im Rennen.

Mini Transat Eurochef 2021 – Vincent Olivaud Platz 21 in der Serienbootwertung für Lina Rixgens. Sie schaffte es trotz kapitaler Schäden an der Ruderanlage

Auf ihrer Facebook-Seite berichtet die Solo-Seglerin in einem kurzen Statement, warum die letzten Stunden der Regatta noch einmal zur besonderen Härteprüfung wurden.

Demzufolge brach am Donnerstag der Beschlag an einem der beiden Ruderblätter. Es gelang Rixgens, es zu sichern, weitere Schäden am Boot zu vermeiden und mit nur einem Ruder weiterzusegeln. In der Nacht von Freitag auf Samstag brach jedoch bei über 20 Knoten auch der Beschlag des zweiten Ruders – Rixgens war manövrierunfähig. Sie konnte auch das zweite Ruder sichern und die letzten rund 200 Seemeilen bis ins Ziel aus eigener Kraft zurücklegen.

Aufholjagd auf Fink und Kargl

Nachdem die Plätze eins und zwei in der Serienbootwertung vom jungen deutschen Skipper Melwin Fink und dem Österreicher Christian Kargl belegt wurden, segelte mit Hugo Dhallenne schließlich einer der französischen Top-Favoriten auf Platz drei der Serienbootwertung.

Mini Transat Eurochef 2021 – Vincent Olivaud Hugo Dhallenne nach seinem Sprint auf die Kanaren

Nach seinem Neustart aus dem Schutzhafen von Baiona startete der Skipper der Maxi 6.50 „YC Saint Lunaire“ eine beeindruckende Aufholjagd auf das Ausreißerduo Fink und Kargl. Deren Vorsprung war jedoch zu groß, um von Dhallenne noch aufgeholt werden zu können, auch wenn es ihm gelang, täglich etwa 30 Seemeilen auf die Spitze gutzumachen. Er erreichte das Ziel am Freitag nach 11 Tagen, 2 Stunden, 28 Minuten und 25 Sekunden und hat seinen Favoritenstatus – trotz Platz drei in dieser ersten Etappe – damit manifestiert.


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Themen: Lennart BurkeLina RixgensMelwin FinkMini-Transat 2021

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