Minitransat
Mini-Krimi in der Karibik

Julien Pulvé hat seine "Novintiss" als erstes Serienboot ins Ziel gebracht. Doch gewonnen hat mit Ian Lipinski ein Mini-Senkrechtstarter

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 15.11.2015

Jacques Vapillon / Minitransat Iles de Gouadeloupe Riesentalent, weiß aber nach seinem Sieg im Minitransat 2015 in der Serienboot-Wertung noch nicht, wie es für ihn weitergeht: Ian Lipinski

Jacques Vapillon / Minitransat Iles de Gouadeloupe Ian Lipinski

Im Mini-Transat gilt seit heute: 1 plus 2 ist 1. Ian Lipinski und seine "Entreprise(s) Innovante(s)" haben das Ziel der zweiten Etappe zwar erst als Zweite erreicht, doch der auf Etappe 1 von Douarnenez nach Lanzarote ersegelte Vorsprung reichte für den Bretonen, um Julien Pulvé und "Novintiss" auf Etappe zwei nach Guadeloupe in der Karibik den Vortritt zu lassen und die Gesamtwertung dennoch zu gewinnen. Auch Tanguy Le Turquais auf "Terreal" konnte sich noch vor den Etappensieger schieben und Pulvé in der Endabrechnung auf Platz drei verweisen.

Jacques Vapillon/Minitransat Julien Pulvé erreichte die Ziellinie als Erster. Das reichte aber nicht, um Ian Lipinski nach dessen Sieg auf Etappe 1 noch vom Thron zu stoßen

Der in Lorient lebende Lipinski hatte sich in der Addition beider Etappen bei der 20. Auflage des Minitrasat einen Vorsprung von insgesamt 7 Stunden, 34 Minuten und 7 Sekunden vor dem zweitplatzierten Tanguy Le Turquais erkämpft. Lipinski erreichte das Ziel am Sonntagvormittag. Für diese zweite Etappe über gesegelte 3285 Seemeilen hatte Lipinski bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9,25 Knoten 14 Tage, 19 Stunden, 5 Minuten und 6 Sekunden benötigt. Im Ziel konnte Lipinski sein Glück kaum fassen und war gleichzeitig heftigen Gefühlsschwankungen ausgesetzt: "Als ich ankam und die vielen Leute sah, realisierte ich, dass etwas in Gange war. Aber ich konnte das einfach nicht glauben. Ich war nicht in der Verfassung, mich über gute Nachrichten zu freuen. Ich wollte nur, dass es aufhört. Das Ergebnis? Ich verkaufe mein Boot, ich möchte einfach davonlaufen. Ich liebe es, aber ich habe immer noch kein Projekt. Wir müssen einen Weg finden, um unseren Lebensunterhalt damit zu verdienen."

Sein Bertrand-Prep-Nautik-Serienboot mit der Nummer 866 war 2014 getauft worden. Der 34-jährige Lipinski hatte sich bei seinen ersten Mini-Regatten 2012 sofort mit guten Ergebnissen einen Namen gemacht. So hatte er sich beispielsweise beim Rennen von Les Sables zu den Azoren und zurück mit einem Satz alter Segel einen Podiumsplatz erkämpft. Im Minitransat 2013 hatte der Senkrechtstarter schon zu den Favoriten gezählt, musste jedoch sein Boot vor Portugal aufgeben, nachdem er von einer riesigen Welle getroffen worden war. Bei seinem zweiten Versuch ließ sich Lipinski von nichts mehr aufhalten.

Jacques Vapillon / Minitransat Iles de Gouadeloupe Segelt Guadeloupe entgegen: Jan Heinze

Während die Sieger auf Guadeloupe feierten, hat sich der Münchner Chris Lükermann am Wochenende auf Platz 31 der Serienboot-Wertung vorgearbeitet. Am Sonntagmittag hatte er noch rund 590 Seemeilen bis in den Zielhafen Pointe-à-Pitre zu absolvieren. Der Hamburger Unternehmer Jan Heinze segelte Guadeloupe als 40. entgegen.

Als 14. und letztes Boot der Flotte der Prototypen standen dem Hamburger Dominik Lenk am Sonntag noch etwa 800 Seemeilen bis ins Ziel bevor. Nach zwei Reparaturstopps kämpft Lenk beharrlich darum, seine Minitransat-Premiere zu Ende zu bringen.

Hier geht es zu den Ergebnissen und Platzierungen im weiter laufenden Rennen


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Themen: Chris LükermannDominik LenkGuadeloupeIan LipinskiJan HeinzeJulien PulvéMinitransat

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