Regatta-News
Materialschlacht auf dem Atlantik

Acht Aufgaben und fünf Schiffe zum Reparatur-Stopp

  • Kathrin Kadelbach
 • Publiziert am 10.11.2003

Das Transatlantikrennen Jacques Vabre fordert seinen Tribut: Die Atlantikinsel Madeira wird entgegen der Kursplanung zum Etappenhafen für viele Boote.

Die Havarieserie während des Transats Jacques Vabres geht weiter. Nachdem der Tri „TIM“ bereits am Freitag als siebtes Boot das Rennen aufgeben musste, folgten weitere Materialprobleme bei den 60-Fuß-Multihulls am Wochenende. Die „Foncia“ mit Alain Gautier, Ex-Vendée-Globe-Sieger, und der Gewinnerin der Route du Rhum Ellen McArthur läuft wegen eines zerrissenen Vorsegels und Defekten am Großfall Madeira an.
Ebenfalls auf den Weg dorthin sind die französischen Konkurrenten Jean-Louis Roucayrol und Pascal Bidégorry auf der „Banque Populaire“. Die Versuche, den Schaden an ihrer Ruderhalterung selbst zu reparieren, scheiterten. Auch sie müssen nun Hilfe von außen in Anspruch nehmen. Zwar ist dies nach dem Jacques-Vabre-Reglement erlaubt, je nach Länge des Notstopps jedoch kostet die Reparatur um die 50 bis 60 Seemeilen gegenüber der Konkurrenz.
Wertvolle Zeit ging somit auch der „Gitana“ verloren. Lionel Lemonchois und sein Co-Skipper Marc Guessard mussten wegen eines gebrochenen Backstages ebenfalls zur Reparatur nach Madeira. Dort werden sie in bester Gesellschaft sein, denn auch „Bonduelle“ steuerten die Insel an. Ein treibender Baumstamm riss das Mittelrumpfruder der Franzosen Jean Le Cam und Christophe de Pavant ab. Während dieser Regatta hatte bereits ein schwimmendes Hindernis „Sodebo“ gerammt und zum Stopp gezwungen.
Die zunächst nur von Kommunikationsproblemen geplagte „Bayer Crop Science“ muss sich ihren Konkurrenten nun anschließen und ebenfalls nach Madeira. Die Franzosen Le Peutrec und Cressant stellten einen ein Meter langen Riss am Beam fest. Die Reparatur wird wohl einen ganzen Tag dauern.
An der Spitze des Feldes geht dagegen alles glatt: „Wir hatten diese Nacht keinerlei Probleme“, äußerte sich Franck Cammas von der „Groupama“ zu ihrer Führung. Ähnlich scheint es Karine Fauconnier und Damien Foxall auf der „Sergio Tacchini“ zu gehen. Sie liegen auf Rang zwei.
Die Crews auf den Einrumpfbooten kommen ebenfalls nicht ungeschoren davon. Die Skipper der führenden „Ecover“ hatten zunächst mit Schäden an ihrem Steuerrad zu kämpfen, dann brach das Spifall, und die Engländer fuhren über den Spinnaker. Das Tuch verfing sich im Ruder, und kostbare Meilen gingen verloren. Doch damit sollte die Pechsträhne nicht beendet sein. Auch das Ersatzfall mit neuem Spi brach. Um ein externes Fall zu installieren, kletterte der Zweitplatzierte der Route du Rhum Mike Golding schließlich in den Mast. Die Führung mussten sie währenddessen der französischen „Virbac“ überlassen. Nun liegen Golding und Thompson hinter „Sill“ auf Platz drei, wollen jedoch wieder angreifen.
Schlechter erging es dem Schweizer Bernard Stamm. Mit gebrochener Rippe und geprellter Brust musste er unter starken Schmerzen das Rennen aufgeben und läuft nun Madeira an. Die „Cheminées Poujoulat“ ist das achte Schiff, das das Rennen vorzeitig beendet.


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Themen: JacquesRegattaVabre

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