America's Cup
Matchpoint für den roten Mond

Keine Überraschung im Louis Vuitton Cup: Luna Rossa erhöht auf 3:0. Artemis Racing droht das teure Ende einer emotionalen Achterbahnfahrt

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 10.08.2013

ACEA/Abner Kingman Besser in Fahrt, aber nicht gut genug: Artemis Racing verlor im LVC-Halbfinale gegen Luna Rossa auch das dritte Duell

Das italienische Team Luna Rossa steht vor dem Einzug in das Herausfordererfinale, für das sich Top-Favorit Team New Zealand bereits kampflos qualifiziert hat. Im dritten Halbfinalduell gegen Artemis Racing erhöhten die Azzurri auf 3:0. Mit dem vierten Sieg heute Nacht wäre das Aus der Skandinavier besiegelt. Das Finale um den Louis Vuitton Cup beginnt am 17. September.

ACEA/Abner Kingman Noch hat Luna Rossas Boss Patrizio Bertelli Grund zur Freude: Sein Team dominiert das Halbfinale gegen Artemis Racing. Im Finale aber wartet mit Team New Zealand ein Gegner anderen Kalibers

"Wir haben unser Spiel heute deutlich verbessern können", sagte Artemis-Skipper Iain Percy nach der erneuten Niederlage tapfer, "aber die schlechte Nachricht ist: Luna Rossa hat das auch getan! Sie haben vom Start bis ins Ziel ein exzellentes Rennen hingelegt. Morgen steht uns also eine Sudden-Death-Begegnung bevor. Wir mögen das und freuen uns darauf!" Percys schwarzer britischer Humor bringt es auf den Punkt: Die emotionale und sportliche Achterbahnfahrt des skandinavischen "Challenger of Record", der einst mit so hohen Erwartungen in den 34. America's-Cup-Zyklus durchgestartet war, kann in der Nacht zum Sonntag ihr Ende finden.

ACEA/Abner Kingman Sie kämpfen, aber haben kaum eine Chance: Artemis Racing vor dem Aus im Louis Vuitton Cup

Nach dem tragischen Trainingsunfall im Mai, bei dem der britische Olympiasieger Andrew Simpson sein Leben verlor, und darüber hinaus gehandicapt von technischen Problemen, blickt das Törnqvist-Team nun auch einer verheerenden finanziellen Bilanz entgegen: Die rund 50 Millionen Euro teure schwedische Kampagne von Torbjörn Törnqvist hätte nicht mehr als vier Rennen absolviert. Teilt man allein die etwa 15 Millionen Euro Kosten für die beiden AC72-Katamarane der Schweden durch die vier Rennen, hätte jedes der knapp eine Stunde währenden Duelle 3,75 Millionen Euro gekostet.

Da helfen auch die Komplimente nicht mehr, die Luna Rossas Steuermann Chris Draper dem unterlegenen Gegner nach der dritten Begegnung machte: "Ich bin wirklich stolz auf unsere seglerische Leistung von heute. So wollen wir es machen! Ich denke aber, dass sich Artemis Racing deutlich verbessert hat. Wir wissen, dass Artemis nun immer besser werden wird. Sie haben so viel Talent in ihrem Camp beisammen …"

Luna Rossas Vorsprung im Ziel betrug eine Minute und 18 Sekunden. Angesichts der hohen Geschwindigkeiten der AC72-Katamarane ist das immer noch eine kleine Ewigkeit. Die beiden Teams segeln nicht auf gleichem Niveau und werden es auch über Nacht nicht mehr tun, obwohl die Daten beider Katamarane dichter aneinanderrücken. Die durchschnittliche Geschwindigkeit von Luna Rossa betrug im dritten Duell 24,7 Knoten, die von Artemis Racing 24 Knoten. Luna Rossa erreichte Spitzengeschwindigkeiten von 39,71 Knoten, Artemis Racing aber nur 37,25 Knoten bei einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 15,2 Knoten in der Bucht von San Francisco.

ACEA/Abner Kingman Auf dem Weg ins Louis-Vuitton-Cup-Finale: Matchpoint für Luna Rossa


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Themen: America's CupArtemis RacingIain PercyLuna RossaSan Francisco

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