Regatta-News
Lasersegler besiegt Alinghi im Segelduell

Beim St. Moritz Match Race lässt der Amerikaner Mark Mendelblatt den Stars wie Holmberg, Schümann und Co keine Chance

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 19.07.2004

Segelclub St.Moritz Team Mendelblatt (re.)

Eigentlich war Mark Mendelblatt nur in die Schweiz zu kommen, weil er eine Abwechslung zur Schufterei im Laser brauchte. Für den amerikanischen Vize-Weltmeister im Laser und Olympiastarter hat Athen absolute Priorität. Aber die Stipvisite zum Match Race nach St. Moritz zahlte sich für den 317. der Weltrangliste aus. Er gewann den Siegerscheck über rund 10.000 Euro.

Mendelblatt siegte überraschend im Finale mit 3:1 gegen die Crew des neuen Alinghi Mitarbeiters Peter Holmberg, beim vergangenen Cup Steuermann von Oracle BMW. Zu den Geschlagenen gehörte außerdem die America's Cup Skipper Jesper Bank (3.) und Luc Pillot (4.), sowie Jochen Schümann, der Rang 8 belegte.

Ein Segelwunder? Wie kann ein 31-jähriger Lasersegler die Weltelite im Match Race düpieren? "Der Dank gebührt meiner Crew", sagte Mendelblatt nach seinem Sieg bescheiden. Und was nach gepflegtem Understatement klingt ist tatsächlich eine der Erklärungen für den Triumpf. Mendelblatt hatte neben 49er-Weltklasse-Segler Ed Smyth den aktuellen Weltranglisten Vierten in dieser Klasse Pete Spaulding engagiert. Sicher kein Nachteil auf den Streamline-Booten, bei denen zwei Segler im Trapez stehen.

Aber auch Mendelblatt ist kein Dummer im Match Race. Er war drei Jahre lang beim US-Team One World angestellt und wurde von Peter Gilmour in die Feinheiten des Segelduells eingeweiht.

Segelclub St.Moritz

Den Zuschauern am St. Moritz See gefiel das junge Siegerteam, obwohl sie die favorisierten Alinghi Mannschaften in Schach hielten. Sie konnten die dramatischen Vorstart-Szenen bei bis zu fünf Windstärken von Tribünen aus hautnah verfolgen. Event- und Regattaleiter Christian Sherrer, America's Cup Gewinner mit Alinghi, legte die Kurse eng unter Land , so dass Kommentator Olivier Lüthold, der in Athen das Schweizer Segelteam betreuen wird, keine Schwierigkeiten hatte, das Geschehen den Gästen nahe zu bringen.

Besonders die Schweizer Bank UBS nutzte die Regatta als Incentive für ihre Kunden. Ihr Einstieg als Hauptsponsor und die Beherbergung der Teilnehmer beim des Badrutts Palace Hotel machte es möglich, die dritte Auflage des Match Races, auf ein Grade 2 Niveau zu heben. Ronald Pieper vom Segel Club St. Moritz kündigte an, das hochklassigste Match Race in der Schweiz 2005 noch mehr aufwerten zu wollen.

Mark Mendelblatt wird sicher wieder dabei sein. Auch wenn er diesmal wenig Zeit zum Feiern hatte. Noch am Abend des Triumpfes flog er nach Hamburg um per Mietwagen nach Warnemünde durchzustarten. Dort startete heute der erste Lauf der Laser Europameisterschaft.

Ergebnisse:
1. Mark Mendelblatt, Ed Smyth, Pete Spaulding
2. Peter Holmberg, Pieter von Nieuwenhuyzen, Mike Drummond
3. Jesper Bank, Henrik Blakskjaer, Thomas Jacobsen
4. Luc Pillot, Erik Ferran, Romain Trouble
5. Sebastian Col, Teva Plichart, Thomas Deplanque
6. Eric Monnin, Jean-Claude Monnin, Marc Monnin
7. Matthias Rahm, Pontus Meijer, Niklas Carlzon
8. Jochen Schuemann, Nils Frei, Yves Detrew
9. Simon Shaw, Duncan McDonald, G. Salter
10. Simon Minoprio, Mathew Stuart, Haydon Goodrick
11. Carsten Kemmling, Andreas John, Peter Stein
12. Michel Vaucher, Francois Blondel, Loic Führer

www.stmoritz-matchrace.ch


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Themen: ErgebnisseMark MendelblattSt. Moritz Match Race

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