Regatta
Kurs Kap Hoorn

Am Samstag Start der dritten Etappe des Portimão Global Ocean Race. Deutsches Duo Herrmann/Oehme geht als Favorit ins Rennen

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 20.02.2009

Beluga Racer Deutsches Erfolgsduo: Felix Ohme (links) und Boris Herrmann (rechts)

Kurs Kap Hoorn

7 Bilder

Kurs Kap Hoorn

Für Boris Herrmann aus Kiel und den Hamburger Felix Oehme (beide 27) beginnt morgen in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington die dritte Etappe des Portimao Global Ocean Race. Auf sie und ihre Class 40-Yacht „Beluga Racer“ warten nicht nur 7200 Seemeilen. Auf der Route in den brasilianischen Zielhafen Ilhabela südlich von Rio de Janeiro umrundet die Crew auch das legendäre Kap Hoorn.

„Nach der langen Pause können wir es jetzt kaum noch erwarten, endlich wieder los zu segeln“, schilderte das Duo seine Vorfreude auf die bevorstehende Etappe. Die ersten beiden Teilstücke des Rennens um die Welt hatten sie gewinnen können.

Einfach wird es nicht. Bereits kurz nach dem Start geht es ins Südpolarmeer — mit seinen unwirtlichen Bedingungen eine enorme Herausforderung für die jungen Segler. „Wir haben uns bisher Eins-a ergänzt und gegenseitig motiviert“, sagt Skipper Herrmann zuversichtlich, „das werden wir schon packen.“

Ansporn genug dürften schon allein die chilenischen Verfolger Felipe Cubillos und José Muñoz auf der „Desafio Cabo de Hornos“ werden. Die kamen auf der zurückliegenden zweiten Etappe von Kapstadt nach Wellington nur wenige Stunden nach der „Beluga Racer“ ins Ziel. In der Gesamtwertung liegen sie nur 5,5 Punkte hinter den Deutschen, die sie als Gegner auf Augenhöhe einschätzen. „Die Entscheidung fällt voraussichtlich erst im letzten Drittel der Etappe, wenn hinter Kap Hoorn in deren Heimatgewässern bei leichterer Brise gegen den Wind gekreuzt werden muss und es taktisch immer schwieriger wird“, meint Herrmann. Es verspricht also wieder spannend zu werden.

Doch zuvor gilt es, den südlichen Pazifik zu meistern. Auf der Strecke hat die Regattaleitung aus Sicherheitsgründen eine Sperrzone bestimmt. Um der Gefahr durch Eisberge aus der Antarktis aus dem Weg zu gehen, dürfen die Teilnehmer ihren Kurs zwischen dem 160. und dem 100. Längengrad West nicht südlich des 45. Breitengrads legen. „Ein Schönwettertörn wird das deswegen aber bestimmt nicht“, sagt Felix Oehme, der „voller Respekt, aber ohne Angst“ an die Aufgabe herangeht.

In Höhe des 130. Längengrads West, etwa in der Mitte der Strecke zwischen Neu-seeland und Kap Hoorn, hat die Regattaleitung zwischen dem 35. und dem 45. Brei-tengrad Süd ein so genanntes Scoring Gate, eine Zwischenwertung, gelegt. Dort werden Bonuspunkte vergeben. Für den Ersten gibt es zwei Punkte, für den Zweiten 1,5 Punkte, und der Dritte am Tor erhält zusätzlich einen Zähler.

„Eine Vorentscheidung fällt am Gate aber sicher noch nicht“, ist sich Herrmann sicher, denn im letzten Teil rechne er auch mit dem derzeit drittplazierten britischen Team Mowgli von Jeremy Salvesen und David Thomson.

Die Südafrikaner Lenjohn und Peter van der Wel erlitten hingegen auf der zweiten Etappe mit ihrer „Kazimir Partners“ so schwere Schäden, dass sie aufgeben mussten und beim Re-Start nicht dabei sein werden.

Am gestrigen Donnerstagabend ließen es sich die Hochseeartisten noch einmal richtig gut gehen. Im Royal Port Nicholson Yacht Club stand die Preisverleihung der zweiten Etappe durch die Bürgermeisterin von Wellington auf dem Programm. Bis in die Nacht hinein wurde gefeiert sowie zurück- und vorausgeschaut.

Der Startschuss zur dritten Etappe durch Neuseelands Sportminister erfolgt um 14.15 Uhr Ortszeit, also um 2 Uhr 15 in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit. Das bis vor kurzem sommerliche Wetter war am Vortag des Starts Dauerregen gewichen, und auch die Vorhersagen für den Starttag versprechen eher einen Vorgeschmack auf den grauen, nasskalten Ozean, als einen sonnigen Abschied. Immerhin dürfte es gleich zu Beginn eine mäßige bis frische Westnordwestbrise geben.

Um den 26. März herum werden die Yachten im Ziel in Ilhabela erwartet.

Der momentane Zwischenstand nach zwei von fünf Etappen
des Portimao Global Ocean Race:

1. Beluga Racer, Boris Herrmann/Felix Oehme (Kiel/Hamburg) 24 Punkte
2. Desafio Cabo de Hornos, Felipe Cubillos/José Muñoz (Chile) 18,5
3. Team Mowgli, Jeremy Salvesen/David Thomson (Großbritannien) 14,5
4. Kazimir Partners, Lenjohn und Peter van der Wel (Südafrika) 6,5

Wer das Rennen im Internet verfolgen will, findet einen Race-Tracker unter www.globalracetracker.com verfolgen.

Außerdem: Einen exklusiven Rennbericht von Boris Herrmann über den dramatischen Verlauf der zweiten Etappe lesen Sie in der kommenden Ausgabe der YACHT (Heft 6/09, ab dem 4. März im Zeitschriftenhandel).


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Beluga RacerBoris Herrmanndritte EtappeKap HoornOehmePortimãoRegattaWellington

Anzeige