Einhandregatta
Kollisionsserie mit Bruch und Lecks

Bei der Transatlantik-Regatta der IMOCA-Klasse von New York in die Vendeé mussten fünf Boote wegen Kollisionen umkehren. Alle haben Foils

  • Ricarda Richter
 • Publiziert am 01.06.2016

Lloyd Images 14 Boote sind von New York aus in Richtung Frankreich gestartet

Zum ersten Mal ist am Sonntag, den 29. Mai, die neu ins Leben gerufene Einhandregatta von New York in die Vendée gestartet. Es ist das vierte Event der IMOCA Masters World Championship. 14 Boote nehmen an dem 3100 Seemeilen langen Rennen nach Les Sables d’Olonne teil, das als Vorbereitung auf die dort im November startende Vendée Globe gesehen wird. Doch mehrere mussten bereits nach wenigen Stunden einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen. Fünf von ihnen kollidierten am Montag mit Objekten im Wasser und erlitten erhebliche Schäden und kleinere Lecks.

Als Ersten traf es Yann Eliès, der einen Bruch am Schwertkasten sowie eine Beschädigung des Schwerts selbst meldete. In weniger als vier Stunden mussten auch Armel Le Cléac’h, Morgan Lagravière, der Holländer Pieter Heerema und Jean Pierre-Dick die Regattaleitung kontaktieren und den Nothafen Newport in Rhode Island anlaufen. Sie alle hatten Schäden an ihren Foils zu beklagen, die stets mit einem Leck einhergingen. Nur drei von ihnen konnten nach den nötigen Reparaturarbeiten bereits gestern wieder in See stechen. Armel Le Cléac’h, der vor Kurzem erst das Transat von Plymouth nach New York in der IMOCA/Open-60-Klasse gewonnen hatte und auch auf dem Rückweg nach Frankreich mit zu den Favoriten gehörte, entschied sich aufzugeben. "Es ist besser aus dem Rennen auszusteigen, weil wir auf Backbordbug, auf dem wir laut Wetterbericht für die meiste Zeit der Überquerung segeln werden, nicht gut performen können. Erst am Mittwoch den Hafen zu verlassen würde uns zudem mehr als 1000 Seemeilen hinter dem ersten Platz und in deutlich schlechterem Wetter zurücklassen."

Lloyd Images Die "Hugo Boss" des Briten Alex Thomson vor der Skyline von Manhattan

Doch während die "Safran" von Morgan Lagravière noch immer in Newport liegt, sind auch die anderen nicht weit gekommen. Gemeinsam mit dem einzigen Amerikaner des Rennens, Conrad Colman, der aufgrund von Problemen mit seinem neuen Großsegel erst später aus New York startete, hängen die Open 60s knapp 200 Seemeilen vor New York in einem Windloch fest.

In Führung liegt derweil der Brite Alex Thomson auf seiner brandneuen "Hugo Boss". Mit über 20 Knoten Fahrt fährt er dem Ziel entgegen. Doch auch er musste zwischenzeitlich bangen. "Ich wünschte, ich hätte ein bisschen Holz zum Klopfen", gab er heute Morgen zu. "Ich hatte selbst vier Kollisionen. Zwei mit dem Foil, eine davon sehr sehr schwer, aber ich konnte keinen Schaden erkennen. Dann habe ich etwas recht sanft mit dem Kiel gestreift, und es folgten zwei weitere Berührungen. Aber mein Kick-up-Ruder-System hat sehr gut funktioniert. Ich war extrem besorgt und bin sehr froh, da heile rausgekommen zu sein." Dicht auf den Fersen sind ihm Jérémie Beyou auf der "Maitre Coq" und Sébastien Josse auf der "Edmond De Rothschild". Letzterer hatte das Transat-Rennen nach New York vor einem Monat bereits vor der spanischen Küste abbrechen müssen, nachdem ihm in einer schnellen Halse die Segellatten gebrochen waren.

Hier geht es zum Tracker des Rennens.

Die IMOCAs formieren sich vor dem offiziellen Start vor Manhatten


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