Regatta-News
Kohle-Brösel auf dem Atlantik

Vier Trimaran-Crews in Seenot, der Ire Damian Foxhall verletzt

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 08.11.2005

Y. Zedda

Der Start bei Starkwind-Bedingungen am Sonntag lieferte zwar spektakuläre Segelbilder von den Orma-Tris bei der Regatta Transat Jacques Vabre, doch wieder einmal zeigen sie auch, dass die filigranen Boote mit nur zweiköpfiger Crew solchen extremen Wetterbedingungen mit bis zu 45 Knoten Wind nicht gewachsen sind:

Heute Morgen liefen im Race-Hauptquartier in Paris in kurzem Abstand gleich drei Seenot-Signale von Rettungsbaken ein: von den Trimaranen „Sodebo“, „Orange Project“ und „Foncia“. Zuvor hatte außerdem der Tri „Brossad“ gemeldet, dass sein Hauptrumpf in der Mitte durchzureißen beginnt, schaffte es aber aus eigener Kraft noch in den Hafen der Kanalinsel Guernsey.

Thomas Coville von „Sodebo“, den er zusammen mit Jacques Vincent segelt, meldete, dass in dem starken Seegang der Backbord-Rumpf zerbrochen sei und das Schiff in der Folge den Mast verloren hätte. Nun treiben sie manövrierunfähig etwa 150 Seemeilen westlich der französischen Hafenstadt Brest.

Y. Zedda

Nur 50 Meilen entfernt schwimmen die Trümmer des Boots „Orange Project“ der Brüder Ravussin, denen während des Segelns ein Beam zwischen Hauptrumpf und Ausleger gebrochen war. In der Folge kenterte das Boot durch. Beide blieben wenigstens, genau wie Coville und Vincent, unverletzt und können abgeborgen werden bzw. auf eine Bergung ihrer Schiffe hoffen.
Anders im Fall des Iren Damian Foxhall, der mit Armel Le Cléac’h auf „Foncia“ segelt. Bei der Kenterung des Boots verletzte er sich schwer an der Schulter und soll mittlerweile von einem Hubschrauber abgeborgen worden sein.

Alle drei Boote befanden sich auf einem Amwind-Kurs und warteten eine vorhergesagte Wetteränderung ab. Zum Zeitpunkt der Kenterungen war der Wind zwar schon auf „nur“ 8 bis 9 Beaufort abgeflaut, doch der sehr hohe Seegang von mehr als sieben Metern war wohl zu viel für die filigranen Boote.

brossard

Unberührt von den dramatischen Morgenstunden blieb die Klasse der Einrumpfer. Aus dem Feld der Open 60 sind keinerlei Notfälle gemeldet, das Rennen ist nach wie vor sehr eng. An der Spitze segeln die Favoriten Roland Jourdain und Ellen MacArthur auf „Sill“, danach Jean Pierre Dick und Loïck Peyron auf „Virbac“ und Mike Golding mit Dominique Wavre auf „Ecover“ innerhalb von neun Meilen. Jean le Cams „Bonduelle“ liegt ebenfalls nur elf Meilen dahinter.

Ziel der Transat ist das brasilianische Salvador di Bahia.


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Themen: RegattaSeenotTransat Jacques VabreTrimaran

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